Folge 141: Mobi - Schwimmen für alle und überall
39 Minuten
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Beschreibung
vor 6 Tagen
Diesmal haben wir gleich drei Menschen zu Gast - denn ohne sie
wäre dieses einzigartige Projekt wohl nie zustande gekommen: Mobi
ist ein mobiles Schwimmbad, bestehend aus drei transportablen
Stahlbauten in T-Form. Im Hauptteil ist natürlich das
Schwimmbecken, beheizt und 3x13 Meter groß. In einem weiteren
Modul sind Umkleiden, Duschen und Toiletten, jeweils für Mädchen
und Jungs getrennt. Und in einem dritten Modul findet die
Wasseraufbereitung statt. Das Ganze auf einer Fläche von 25x15
Metern - passt praktisch auf jeden Schulhof!
Und das soll es auch. Denn Mobi ist dafür da, dass sich Kinder
ans Wasser gewöhnen können, unabhängig von eingeschränkten
Wasserzeiten an öffentlichen Schwimmbädern und viel zu schnell
ausgebuchten Schwimmkursen. Deshalb steht das mobile Schwimmbad
bis zu drei Monaten immer an einer anderen Schule im Raum
Köln/Bonn. Morgens findet hier Schwimmunterricht statt,
nachmittags können auch alle anderen in der Umgebung Schwimm- und
Aquakurse buchen. Sogar Schwimmtraining ist möglich, denn Mobi
hat bei Bedarf auch eine Gegenstromanlage. Und das Ganze für alle
- kostenlos! 10 Stunden am Tag ist Mobi in Betrieb, an 350 Tagen
im Jahr.
Entstanden ist die Idee im Rahmen der Schwimminitiative
Nordrhein-Westfalen (NRW). Projektträger ist der Kreissportbund
Düren, dessen Geschäftsführer Wolfgang Schmitz uns als erstes von
dem Projekt erzählt hat. Was ohne Unterstützung des Fördervereins
der Sparkasse Köln/Bonn - immerhin in Höhe von 3 Millionen Euro -
gar nicht zustande gekommen wäre. Deshalb ist auch Gero
Wiesenhöfer heute zu Gast. Und natürlich Verena von der Gathen,
die nicht nur für das Projekt verantwortlich ist, sondern es an
der Sporthochschule Köln auch wissenschaftlich begleitet. Denn
das mobile Schwimmbad Mobi ist tatsächlich einzigartig, sagt
Wolfgang Schmitz: Selber geplant und ausgetüftelt und
mittlerweile sogar patentiert - der Stolz ist ihm deutlich
anzuhören. Kostenpunkt: 750.000 Euro allein für die drei Module,
mit Solarpaneelen auf dem Dach. Hinzu kommen nochmal rund 450.000
Euro im Jahr für Energie- und Betriebskosten, Schwimmlehrer:innen
und was sonst noch so alles anfällt.
Seit September 2025 ist Mobi unterwegs, sein Einsatz ist für fünf
Jahre geplant, immer an Schulen mit hohem Sozialindex. Denn dort
sind die Schülerinnen und Schüler vorher oft noch nie mit einem
Schwimmbecken in Berührung gekommen. Ein bis zwei Tage braucht es
für den Aufbau, dann nochmal etwa fünf Tage für Vorbereitung,
Wasser einlassen und temperieren, bis Mobi startklar ist.
Wichtig: Mobi kann sich sogar an einen unebenen Untergrund
anpassen, das Wasser kommt mit Unterstützung der Feuerwehr aus
öffentlichen Hydranten. Und natürlich kommt auch regelmäßig das
Gesundheitsamt vorbei, um zu kontrollieren, dass das Wasser auch
tatsächlich hygienisch einwandfrei ist.
Wichtig ist allen dreien zu betonen, dass Mobi keine Schwimmbäder
ersetzen soll, sondern als Zusatzangebot gedacht ist. Damit sich
Kinder spielerisch ans Wasser gewöhnen können. Und nicht mehr
monatelange Schwimmkurse brauchen, sondern recht zügig in einem
öffentlichen Schwimmbad das Seepferdchen und später dann auch das
Schwimmabzeichen machen können.
Am liebsten würden die drei ganz viele Mobis bauen und vor
Schulen stellen. Auch vor unserem inneren Auge tauchen lauter
Mobis in Kreuzberg, Neukölln und anderen Berliner Stadtteilen
auf. Das wäre doch tatsächlich mal eine gute Idee! Vielleicht
fragen wir mal beim Berliner Senat und der Berliner Sparkasse an.
Wer ist dabei?
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