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Die Börsenminute Archiv

670 Episoden
3 Minuten
Langfristig haben US-Aktien die Nase vorne, kurzfristig europäische!


Wie falsch man langfristig liegen kann, wenn man sich an kurzfristigen Erträgen orientiert zeigen die letzten drei bis 15 Monate. Hier wühle ich wieder in den Statistiken von J.P. Morgan Asset Management. Demnach hat der Europäische Markt sowohl im ersten Quartal 2023, als auch schon im Jahr 2022 noch deutlich am besten performt. In Euro gerechnet lag die Rendite europäischer Aktien im Krisenjahr 2022 bei minus 8,9 Prozent, des japanischen Leitindex Topix bei minus 9,3 Prozent, während der US-Index S&P 500 um 12,8 Prozent, Asien ohne Japan 14,1 Prozent verlor. Im ersten Quartal 2023 drehten zwar alle wichtigen Indizes ins Plus, Europa performt mit plus 8,8 Prozetn von Jänner bis März 2023 wiederum deutlich besser als der Rest der Welt.


Auf zehn Jahre gesehen schauen die Renditen aber ganz anders aus: Hier wäre man in den letzten Jahren, wie in den meisten Jahrzehnten zuvor mit US-Aktien besser gefahren. In Euro gerechnet betrug in den letzten zehn Jahren die jährliche Performance des US-Leitindex S&P 500 beachtliche 12,6 Prozent, die des japanischen Leitindex Topix 8,3 Prozent, europäische Aktien erzielten hingegen „nur“ 7,4 Prozent pro Jahr, Asien ohne Japan 6,1 Prozent pro Jahr und der MSCI Emerging Market gerade vier Prozent Rendite pro Jahr, wobei man an Börsen natürlich nicht von vergangenen Entwicklungen auf zukünftign schließen darf.


Mein Fazit: Erst überlegen: was will ich? Kurz- oder langfristig anlegen? Dann eine Investmententscheidung treffen.


Die Börsenminute zum nachhören auf www.geldmeisterin.com und überall, wo es Podcasts gibt. Über Kommentare würde ich mich freuen.


Rechtshinweis: Dies ist die Meinunung der Autorin und keine Anlageempfehlung. Was ihr daraus macht ist Eure Sache, Julia Kistner übernimmt hierfür keine Haftung.


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2 Minuten
Kaum Gewinnwachstum 2023, dafür weltweit 10% höhere Ergebnisse je Aktie 2024


Also ich kann nur allen, die begeistert ihr Geld meistern empfehlen, den Newsletter des einen oder anderen Investmenthaus zu abonnieren. So liefert etwa der Marktbericht für das 2. Quartal von J.P. Morgan Assetmanagement wieder echte Daten-Goodys und weckt Hoffnungen für das nächste Jahr- J.P.Morgan geht davon aus, dass die Aktienbewertungen global 2023 nicht einmal ein Prozent zulegen, weil vor allem am größten Börsenplatz der Welt, den USA, die Gewinne der Unternehmen nur homöopathisch steigen werden. Im ebenso nicht unbedeutenden Kapitalmarkt Großbritannien gehen die Ergebnisse je Aktie sogar um mehr als vier Prozent im Vergleich zu 2022 zurück. In Europa ohne Großbritannien steigen sie immerhin noch um stolze drei Prozent. Positiver Ausreißer ist – von einer niedrigen Ausgangslage 2022 - China mit einem Wachstum der Ergebnisse je Aktie von fast 16 Prozent. Und dann kommt 2024 und alles wird laut der Investmentbank hinsichtlich der Ergebnisse besser. Nach dem heurigen bescheidenen Jahr ziehen die Gewinne je Aktie weltweit wieder um über zehn Prozent an, in den Schwellenländern sogar über 16 Prozent, in China über 14 Prozent. Ist das nicht motivierend? Es geht 2024 bergauf! Danke J.P.Morgan für diesen Stimmungsaufheller an diesem verregneten Tag….


Mein Fazit: Heuer kann man noch günstig Aktien kaufen.


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Rechtshinweis: Dies ist die Meinunung der Autorin und keine Anlageempfehlung. Was ihr daraus macht ist Eure Sache, Julia Kistner übernimmt hierfür keine Haftung.


#J.P.Morgan #USA #Ergebnisse #Europa #China # #Euro #investment #anlegen #Aktien #Bewertungen #Kapitalmarkt #Großbritannien #Schwellenländer #Wachstum


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2 Minuten
4,28 Prozent Spesen bei einer Ansparsumme von 50 Euro!


Vielen Dank für Eure zahlreichen Beileidsbekundungen zur holprigen Online-Broker-Zusammenlegung von Hellobank und Easybank und vor allem für Euren gut gemeinten Rat: Wechsle den Broker! Werde ich Erwägung ziehen. Aus dem Kapitel unverschämt kann ich übrigens gleich mit den Fondssparplan-Spesen fortfahren, die oftmals unterschätzt werden. Denn schließlich wird von Finanzinstituten und so manchem Finanzblogger ja eingetrichtert dass der Fondssparplan lukrativer ist als das Sparbuch. Abgesehen davon, dass man die beiden Assetklassen wegen des unterschiedlichen Anlagerisikos nicht vergleichen sollte, kann ich mich über höhere Erträge mit Fonds- oder Aktiensparplänen natürlich nur dann freuen, wenn die Spesen nicht die Gewinne auffressen. Bleiben wir gleich beim Beispiel Easybank. Nicht weil ich einen Grant auf die habe, sondern weil sie in Österreich ein großer Player unter den Brokern ist: Spare ich etwa auf einen Indexfonds an, zahle ich jedes Mal Gebühren von zwei Euro plus 0,275 Prozent des Ordervolumens. Man muss sich das mal auf der Zunge zergehen lassen: Wenn ich 50 Euro pro Monat beispielsweise in einen ETF anspare, zahle ich dafür 2,14 Euro oder anders ausgedrückt 4,28 Prozent Spesen(!). Hallo Anlegerschützer, Interessenverband für Anleger IVA, ist da jemand?


Fazit: Schaut unbedingt auf die Gebühren beim Ansparen, vor allem wenn ihr auf mehrere Fonds kleine Summen anspart.


Rechtshinweis: Dies ist die Meinunung der Autorin und keine Anlageempfehlung. Was ihr daraus macht ist Eure Sache, Julia Kistner übernimmt hierfür keine Haftung.


#Easybank #Hellobank! #Spesen #Broker #Finanzmarktaufsicht #Anlegerschutz #IVA #Gebühren #Fondssparplan #InteressensverbandfürAnleger #Anlegerschutz #Euro #investment #Anlegen #Bank #Konto


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4 Minuten
Unfassbar: Brokerkonto von Donnerstag Mitternacht bis Dienstag morgen abgeschalten!


Zugegeben, der Aufreger dieser Woche regt mich so richtig auf, weil ich selbst davon betroffen bin: Ohne Rücksicht auf Kundenverluste hat die Bawag-Tochter Easybank über das Osterwochenende den übernommenen Broker Hello bank! in ihre Gruppe fusioniert. Ex Hello bank!-Kunden wurde dafür vom Donnerstag auf den Freitag ihr altes Broker- und Giro-Konto abgedreht. Rien ne va plus bis Dienstag hieß es. Es war kein Einloggen mehr möglich, kein letzter Blick auf den ultimativen Depot- oder Kontostand vor dem Reset. Wer Montag an offenen Börsen wie USA oder Kanada hätte handeln wollen, hatte dazu keine Chance, weil es die Easybank nicht wollte. Ihre Kunden konnten sich nicht beschweren. Eine Telefonhotline stand nicht zur Verfügung. Wozu auch, sie wäre ohnedies überlastet gewesen. Vier Tage Sperre für die technische Umstellung. Gott sei dank schrieben wir nicht den 15. September 2008 oder den 20. März 2020.


Nicht genug. Auf die Frage am Dienstag, warum man nicht mehr die alten Umsätze am Hello bank!-Businesskontos einsehen könne, bekommt man die lapidare Antwort, dass dies in 14 Tagen möglich sei. Aber hallo FMA, ist da jemand? 2021 musste die Hellobank über 235.000 Euro Strafe bezahlen, weil die Webseite aus Sicht der Finanzmarktaufsicht nicht redlich, nicht eindeutig und irreführend war. Die Webseite habe das mögliche Risiko zu wenig aufgezeigt. Jetzt, wo Verlustrisiken real waren, weil der Anleger mangels Handelsmöglichkeiten zur Untätigkeit verdammt worden ist, gibt’s nichts zu beanstanden? If you pay peanuts, you get monkeys. Ja das stimmt. Nur, was man der Easybank für die Depotführung bezahlt sind nicht Peanuts: 18 Euro pro Jahr für das Verrechnungskonto, 0,12 Prozent bzw. mindestens 5,40 Euro pro Jahr je Wertpapierposition. Dazu happige Handelsspesen: 9,95 Euro „Flatrate“ ab einem Trade von 3000 Euro am Handelsplatz Wien. Die Grundgebühr an ausländischen Börsenplätzen beträgt je Trade 7,95 Euro plus 0,175 Prozent des Volumens. Lasst mich rechnen: das sind bei 3000 Euro Ordervolumen in Summe 13,20 Euro.


Fazit: Wenn die Übertragung von Wertpapieren zu anderen Depots nicht so teuer wäre, nämlich 0,23 Prozent Easybank-Spesen + Mehrwertsteuer, also bei einer Postion von 10.000 Euro je nach Fremdspesen zwischen 30 und 60 Euro für jede übertragene Wertpapierposition und wenn ich aus Bequemlichkeit nicht ein steuereinfaches Konto wollte, ja dannwäre ich schon längst als Kunde besagter Bank auf und davon. Und was sind Eure Erfahrungen? Hinterlasst mir doch bitte ein Kommentar oder schreibt an julia@geldmeisterin.com


Nicht um Spesen, vielmehr um sichere Erträge geht es am Sonntag im Podcast GELDMEISTERIN mit Volkswirt Thomas Mayer, Leiter der Denkfabrik von Flossbach und Storch. Ich hoffe wir hören uns. Eure Julia Kistner


Rechtshinweis: Dies ist die Meinunung der Autorin und keine Anlageempfehlung. Was ihr daraus macht ist Eure Sache, Julia Kistner übernimmt hierfür keine Haftung.


#Easybank #Hellobank! #Spesen #Broker #Finanzmarktaufsicht #FMA #Gebühren #FlossbachundStorch #ThomasMayer #Frremdspesen #Euro #investment #Anleger #Flossbach&Storch #thomasmayer #Aktienposition #Kontostand


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3 Minuten
Weltindizes bilden globale BIP nicht richtig ab


Vielen Dank für die zahlreichen Zuschriften zur letzten Börsenminute. Einige von Euch scheint offensichtlich doch die mit 68 Prozent sehr hohe USA-Gewichtung im MSCI World überrascht zu haben. Was kann man tun, um im Portfolio den tatsächlichen Anteil der großen Länder am Welt-BIP nachzubilden? In jedem Fall müsste man Europa stärker gewichten. Europäische Aktien haben im MSCI World einen Anteil von knapp 14,7 Prozent. Vom Beitrag zum Welt-Bruttoinlandsprodukt müssten es 40 Prozent sein. Wenn man aber glaubt, man wählt einfach einen europäischen Weltindex, und dann wäre der Europa-Anteil höher, dann liegt man falsch. Der Anteil europäischer Aktien im FTSE Developed zum Beispiel, dem europäischen Pendant zum amerikanischen MSCI All Country World,ist mit 13,8 Prozent noch geringer. Was man aber machen kann ist, wenn einem der Anteil an europäischen Aktien zu gering ist, zusätzlich zum Weltindex noch Anteile an einem ETF auf den EuroStoxx 600 zu kaufen. Wobei die Anleger aktuell generell das Vertrauen in europäische Aktien verloren haben. Europäische Aktien werden verkauft. Ökonom Thomas Mayer von Flossbach & Storch, am kommenden Sonntag zu Gast beim Podcast GELDMEISTERIN traut aber auch langfristig US-Aktien mehr zu. Was übrigens auch spannend beim Vergleich vom MSCI All Country World Index mit dem FTSE Developed ist: Der FTSE Weltindex deckt mit 4165 sogar noch deutlich mehr Aktien als der MSCI All Country World Index mit 2888 Werten oder anders gesagt: 90 bis 95 Prozent Marktabdeckung versus „nur" 85 Prozent Anteil am globalen Aktienmarkt beim MSCI All Country-Worldindex.


#MSCIWorld #FTSE #FTSEDeveloped #EuroStoxx #Gewichtung #investment #Anleger #Flossbach&Storch #thomas Mayer #Weltindex


Foto: Unsplash/Oliver Cole
3 Minuten
2,8 Prozent Wirtschaftswachstum 2023 und drei Prozent Wachstum 2024. Es wäre schön, wenn damit Deutschland, Österreich gemeint wären. Das sind allerdings die jüngsten Prognosen des Internationalen Währungsfonds für die Weltwirtschaft. Deutschlands BIP schrumpft 2023 sogar. Österreich erzielt mit einem mageren Plus von 0,4 Prozent auch nur die Hälfte des bescheidenen Wachstums der Eurozone. Und die wächst wiederum nur halb so stark wie die US-Wirtschaft. Mit einem BIP-Wachstum von 1,6 Prozent in diesem und gerade 1,1 Prozent 2024 ist aber auch die USA nicht die Weltkonjunkturlokomotive. Das sind vielmehr China und Indien, die heuer demnach etwa die Hälfte des globalen Wirtschaftswachstums ausmachen dürften.  Doch auch wenn in China und Indien die Musik spielt: Ich würde in Aktien oder Fonds dieser Länder nur investieren, wenn iches mir leisten kann, das veranlagte Kapital schlimmstenfalls ganz abschreiben zu können. Einen Totalverlust hätte man sich vor etwas mehr als einem Jahr ja auch bei russischen Aktien nicht vorstellen können. Damit müsse man aber auch bei asiatischen Werten rechnen, wenn es zum großen Konflikt um Taiwan zwischen China und den USA käme, warnt Ökonom Thomas Mayervon Flossbach & Storch in der am kommenden Sonntag erscheinenden Podcastfolge der GELDMEISTERIN. Dieses Szenario hält Thomas Mayer zwar nicht für das Wahrscheinlichste, doch wenn es eintritt, dann wären US-Aktien die bessere Wahl gegenüber Investments in China, Indien oder auch in Europa. Doch wer weiß schon, wie es geopolitisch weitergehen wird. Mit einem globalen Aktienveranlagung liegt man nieganz verkehrt. Zwar hat auch der MSCI World – der übrigens zu 68 Prozent in den USA investiert ist -  auf Jahressicht 6,3 Prozent verloren. In den letzten drei Jahren hat er allerdings 42,4 Prozent zugelegt, in den letzten zehn Jahren rund 90 Prozent. Zeit, die man als Anleger hat, ist Geld. Viel Geld!


Und wenn Euch diese Folge der Börsenminute gefallen hat, ja dann empfehle ich den Podcast auf der Plattform Eurer Wahl gratis zu abonnieren oder auch den Börsenminuten-Gruppen auf Facebook und LinkedIn beizutreten oder auch beim Insta-Kanal der Geldmeisterin vorbeizuschauen. Ich freue mich über den persönlichen Austausch! Vor allem würde ich mich über ein paar Sternchen-Bewertungen auf YouTube oder Spotify sehr freuen. Die bringen die Börsenminute wirklich weiter.


Rechtlicher Hinweis: Für Verluste, die aufgrund von getroffenen Aussagen entstehen, übernimmt die Autorin, Julia Kistner keine Haftung.


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3 Minuten
Ohne Technologie keine Zukunft, sieht Mike Judith, CEO bei DNB Asset Management immer noch günstige Einstiegschancen bei vielen großen Tech-Aktien, auch wenn diese seit Jahresbeginn schon wieder kräftig zugelegt haben - der Technologie-Index Nasdaq 100 beispielsweise um 20 Prozent. Mike Judith ist übrigens zu Gast in der aktuellen Podcast-Folge der GELDMEISTERIN zu hören, überall wo es Podcasts gibt. Im Gespräch mit der GELDMEISTERIN – begründet er nicht nur, warum Apple für ihn keine attraktive Aktie ist, sondern auch, warum Technologie-Aktien ebenso ins Langfristportfolio gehören, wenn auch nicht zu jedem Preis. Deshalb auch bei Tech-Titel auf die Bewertungen schauen. Hier nehme ich mir gerne Aktien, für ETF´s die entsprechenden Benchmark-Indizes her und schaue mir die Charts mit verschiedenen Zeiträumen an: Der Kursverlauf seit Jahresbeginn, seit einem Jahr, in den letzten fünf Jahren und länger. Wobei der Begriff Technologie sehr dehnbar ist, was der Nasdaq Composite schön zeigt. Er enthält mehr als 3000 gelistete Unternehmen aus zehn Branchen, von denen man einige auf den ersten Blick nicht unbedingt unter Technologie einreihen würde. Neben klassischer Technologie sind das Verbraucherdienste, Konsumgüter, Gesundheit , Finanzen, Industrie, Öl und Gas , Versorger, Telekommunikation und Grundstoffe. So sind unter den wertvollsten, im Nasdaq Composite enthaltenen Aktien neben Apple, Microsoft, Alphabet, Amazon, Nvidia, Tesla, Meta Platforms und Halbleiterfirmen wie ASML und Broadcom etwa auch der Getränke- und Snackriese PepsiCo. Wisst ihr auch warum? Wegen den PepsiCola-Automaten? Nein, weil es für Unternehmen viel günstiger ist an der Nasdaq als etwa an der New York Stock Exchange zu notieren. Der Index-Umzug bei PepsiCo fand im Dezember 2017 statt, damals mit einer Marktkapitalisierung von 170 Milliarden US-Dollar. Die Börsen-Gebühr hängt jeweils von der Anzahl der Aktien ab, allerdings mit unterschiedlichen Kostendeckelungen. So beliefen sich damals die Gebühren bei der Nasdaq auf maximal 155.000 US-Dollar. Bei der NYSE bezahlten die Schwergewichte bis zu 500.000 Dollar im Jahr. Da versteht man auch besser, warum sich das Unternehmen Linde entschieden hat, sich neben der NYSE nicht auch noch weiterhin ein Listing in Deutschland zu leisten…


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3 Minuten
Die Prognosen für den Ölpreis Sorte Brent: 95 US-Dollar für 2023, für 2024 rund 100 US-Dollar!


Zu Ostern wird uns Autofahrer:innen  wieder einmal ein Ei gelegt: Die Spritpreise, insbesondere Diesel, wurden zu den Feiertagen kräftig erhöht. Alleine die Ankündigung der OPEC+, dass sie die Ölförderung drosseln werde, hat die Preiseauch an den Zapfsäulen steigen lassen. Und die Begründung wird noch nicht einmal  mehr als Notmaßnahme  verpackt. Nein, sie lautet: um dem kurzfristigen Preisverfall aufgrund der Konjunkturschwäche entgegenzuwirken. Der Preis für die Rohölmarkte Brent stieg von 73 US-Dollar pro Fass Mitte März auf 85 US-Dollar Anfang der Woche. Von Mai an will die OPEC+, der 23 Förderstaaten angehören die Produktion um rund eine Million Barrel, das sind 159 Millionen Liter pro Tag drosseln. Die Prognosen für den Ölpreis der wichtigen Sorte Brent liegen nun schon bei 95 US-Dollar für das laufende Jahr, für 2024 sogar bei rund 100 US-Dollar.


Als ob die Ölmultis und - zugegeben auch derene Aktionäre - nicht schon letztes Jahr genügend verdient hätten. Laut internationalem Beratungsunternehmen Oliver Wyman stiegen die Brutto-Handelsmargen der Ölbranche – Umsätze minus Güteraufwand – im Vorjahr auf 100 Milliarden US-Dollar. Damit haben sich die Bruttomargen seit 2018 verdreifacht. Und natürlich schneidet auch die Industrie mit.  Der weltweit größte Ölkonzern Saudi Aramco hat aufgrund der international hohen Ölpreise, ausgelöst durch die Ukraine-Invasion und einer höheren Nachfrage,  so viel verdient wie nie zuvor: Einen Überschuss von 161 Milliarden US-Dollar nach 110 Milliarden US-Dollar 2021. Man kann es sich offenbar leisten, zuzugreifen, auch wegen der weltpolitischen Machtverschiebung von den USA hin zu China. Wenn wir es nicht sind, dann ist der Großabnehmer für saudi-arabisches Öl eben China.  Saudi Aramco hat gerade um 3,6 Milliarden Dollar zehn Prozent der Anteile an dem chinesischen Konzern Rongsheng Petrochemical übernommen. Öl wird jetzt in chinesischen Renmimbi, nicht mehr nur in Dollar fakturiert. Das zeigt auch wohin dir Reise langfristig geht. Für Euch geht sie kurzfristig hoffentlich in den Osterurlaub.


Ein friedliches Fest ohne Wutpotential wünscht Podcast-Host Julia Kistner.


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3 Minuten
Charly Munger und Warren Buffett mit ihrer Beteiligungsholding Berkshire Heathaway sind rühmliche Ausnahmen, die als Investoren und nicht als Unternehmer so richtig reich geworden sind. Denn die Forbes-Liste der Milliardäre führen im Wesentlichen Unternehmer:innen an. Und die sind zum Teil ziemlich jung. Sagt Euch etwa der 30-Jährige Ben Francis aus Birmingham, UK. etwas. Das Mastermind hinter der Fitness-Linie Gymshark? Gestartet hat alles mit Guerilla Marketing und einflussreichen Gym-Influencer, die 2021 schon rund 500 Millionen Dollar Umsatz machte. Um 300 Millionen US-Dollar verkaufte er daraufhin 21 Prozent an ein Private Equity-Unternehmen. Francis besitzt noch 70 Prozent am Unternehmen. Spannend ist auch ein gewisser Tech-Experte Palmer Lucky der 2014 sein Virtual Reality StartUp Oculus VR um zwei Milliarden US Dollar an Facebook verkaufte. Damit nicht genug, gründete er ein weiteres militärisches Start Up Anduril, dessen Systeme in der Ukraine stationiert sind und Drohen und andere Überwachungstechnik für das US-Verteidigungsministerium produziert. Der zuletzt geschätzte Wert von Andoril: acht Milliarden US-Dollar.


Zu den Newcomern im Billionärs Club zählt Tom Ford, der vergangenen November sein Bekleidungs- und Kosmetik-Konzern Estée Lauder um 2,8 Milliarden Dollar verkauft hat. Auch Tiger Woods ist jetzt frischgebackener Dollar-Milliardär. Aber der reichste Aufsteiger ist aus Österreich und gerade 30-Jahre-jung. Ja genau, Erbe Mark Mateschitz mit einem Vermögen laut Forbes von 34,7 Milliarden US-Dollar. So viel hat sein 49 Prozent-Anteil an der Energiebrause Red Bull wert.


Man muss sie suchen, findet sie aber vereinzelt, die jungen Milliardärinnen wie Rohiqa Cyrus Mistry, die Witwe des verunglückten Chefs der indischen Tata-Gruppe. Aber mein liebster Neuzugang auf der Milliardärsliste ist Jimmy Buffett, der nur den Namen mit Investor Warren gemein hat. Jimmy Buffett ist ein amerikanischer Country Star, ihr kennt vielleicht seinen Song Margaritaville. Diesen Namen tragen seine zahlreiche Hotels, Restaurants und Kinos. Damit macht Jimmy ein Vermögen von über einer Milliarde US-Dollar. Ja, und wer ohne Unternehmen reich werden möchte, dem wünsche ich viel Glück an der Börse.


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Unsplash/David Suarez


3 Minuten
Der Goldpreis wird wieder einmal seinem Ruf als sicherer Hafen gerecht, wenn Inflations- und Konjunkturängste zunehmen. Am Montag stieg der Preis für die Feinunze Gold, also für 31,1 Gramm auf bis zu 2024 US-Dollar. Soviel kostete das edle Metall zuletzt im März 2022.


Zum einen sorgten hierfür schwache US-Konjunkturdaten. Denn schwächelt die Wirtschaft, werden weitere Zinserhöhungen unwahrscheinlicher und damit bleiben die Opportunitätskosten von Gold, das keine Zinsen abwirft, geringer. Zum anderen kam der Dollar unter Druck und weil Gold in Dollar notiert, wird es für Europäer günstiger und damit attraktiver.


Kein Grund, gleich in einen Goldrausch zu verfallen. Ich persönlich denke, dass sich physisches Gold nicht zum Spekulieren eignet – alleine schon wegen der hohen Handelsspannen. Es schwankt im Preis sehr stark und bringt erst langfristig die gewünschte Stabilität ins persönliche Portfolio. Und weil Gold weder Zinsen noch Dividende abwirft und in physischer Form auch Lagerkosten verursacht, würde ich persönlich maximal fünf bis zehn Prozent meines Anlagevermögens aus Sicherheitsmotiven in Gold oder andere Edelmetalle stecken.


Wenn ich schon auf den Edelmetallpreis spekulieren möchte, dann eignen sich hiefür Derivate wie Optionsscheine oder Zertifikate besser als physisch ausgeliefertes Gold. Ich kann natürlich auch Aktien an Goldminen wie in den USA Newmont oder in Kanada Barrick-Gold investieren, die international tätig sind und nicht nur Gold, sondern auch andere Metalle fördern. Auch kann man über ETFs und Fonds auf einen Korb von Minenaktien setzen und das Risiko so streuen oder sogar über ETFs wie Xetra Gold in physische Gold an der Börse investieren.


Am Edelmetall-Boom kann man auch partizipieren, wenn man Aktien von Rohstoffhändlern wie die in der Schweiz ansässige Glencore erwirbt. Egal wie ich mich entscheide, das richtige Timing funktioniert auch bei Gold nicht, weshalb ich mir Edelmetalle in Etappen ins Portfolio legen würde...


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Foto: JK


4 Minuten
In den nächsten Tagen wird man in den US-Medien wieder mehr von meiner US-Lieblingshandelskette Walmart hören. Walmart hat am 4. bis 5. April seine jährliche Investoren-Tagung und nachdem die Aktie im Vorfeld steigt schwant mir Gutes. Nur um ein Gefühl für die Größe dieses Gemischtwarenhandels zu bekommen: Es gibt rund 10.500 Walmart-Outlets mit jährlich 240 Millionen Kundenbesuche in 20 Ländern. Im Geschäftsjahr 2023 beläuft sich der Umsatz auf 611 Milliarden US-Dollar Umsatz. Walmart zahlt brav Dividende und ist gar nicht so altbacken, wie seine Shopping-Malls auf den ersten Blick wirken. Walmart ist im eCommerce sehr stark. Die Umsätze wachsen dort doppelt so schnell wie im stationären Handel. Der Konzern war einer der ersten, der in seinen Supermärkten Click & Collect erfolgreich eingeführt hat. Die Amis sind in ihrer Logistikette schon recht weit mit der Automatisation und Robotik. Walmart ist auch in der Meta-World sehr präsent. Das Unternehmen erwirtschaftet einen Cashflow von knapp 30 Milliarden US-Dollar und schüttet etwa die Hälfte an die Aktionäre aus. Das ergibt eine jährliche, solide Rendite von rund vier Prozent. Und obwohl ich das Unternehmen und die Aktie, wie ihr bemerkt, sehr gerne habe - auch in meinem persönlichen Portfolio - , würde ich Walmart-Aktien – hätte ich sie noch nicht oder zu wenig davon – mir momentan nur auf den Einkaufszettel notieren. Denn die Bewertung ist recht stolz für ein Handelsunternehmen, auch wenn man es wie Amazon teilweise bereits als Tech-Titel sehen könnte. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis von Walmart liegt bei über 23. Die Aktie kostet also so viel wie 23 Jahresgewinne des Unternehmens und das ist deutlich teurer als der Branchenschnitt und auch üppiger als das langjährige Durchschnitts-KGV von Walmart seit dem Börsengang 1970. Das liegt bei 15. Zum Vergleich: Das durchschnittliche KGV von Mitbewerber Target liegt aktuell mit 9,74 nicht einmal bei der Hälfte. In Europa sind die Supermarktketten generell höher bewertet, vielleicht weil sie bei den jüngsten Teuerungswellen bei den Margen stärker zugeschlagen haben. Dennoch ist die französische Supermarktkette Carrefour mit 17,5 günstiger als Walmart. Ok, die britische Handelskette Tesco ist in etwa so teuer wie Walmart und Mitbewerber Sainsbury´s machte zuletzt nicht einmal mehr Gewinne – hat somit auch kein KGV. Und der Aktienkurs der deutschen Lebensmittel-Gruppe REWE liegt sogar beim 33,4-fachen des Jahresgewinns. Wer einmal in Österreich, dem Margen-Eldorado für REWE einkaufen war wundert sich darüber nicht. Was ich aber sagen wollte: Eine Aktie, die deutlich mehr als im langjährigen Durchschnitt kostet, ohne dass es das Geschäftsmodell schlagartig verbessert hat, kommt bei mir generell nur auf die Einkaufsliste und noch nicht ins Wagerl, sprich Depot. Getreu nach Walmarts genialen Slogan: Save money. Live better.


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Foto: Unsplash/Karsten Winegeat
4 Minuten
Liebe Börsenminute-Hörerinnen in der Schweiz und Deutschland. Ich hoffe ihr verzeiht, dass der Aufreger der Woche mit Neuen Korruptions-Affären aus Österreich beginnt, die woanders kaum denkbar sind. Die Herausgeberin des Boulevardblatts „Heute“, Eva Dichand, nebenbei die Frau des Krone-Herausgebers Christoph Dichand bekam diese Woche Besuch von der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft. Es gilt natürlich die Unschuldsvermutung. Nicht nur, dass es Vorwürfe gibt, sie habe um öffentliche Inserate für Heute und die Kronenzeitung erfolgreich gebettelt. Sie soll auch gegen eine unliebsame Novelle des Stiftungsrechts bei der damaligen türkis-blauen Regierung unter Ex-Kanzler Kurz interveniert haben, um weniger Steuer und mehr Mitspracherechte für Stiftungs-Begünstigte zu erwirken. Der Exit von Geldern aus österreichischen Stiftungen ist juristisch nämlich schwierig, kostet vor allem Geld. Das Stiftungsvermögen wird bei der Entnahme mit 27,5 Prozent KESt besteuert. Genau das wollten angeblich einige reiche Familien mit Kontakten zur ÖVP ändern, doch damals spielte der Koalitionspartner FPÖ nicht mit. Es geht um viel Geld: Die reichsten Familien Österreichs haben über 70 Milliarden Euro in mehr als 3000 Stiftungen ursprünglich steueroptimiert geparkt. Eigentlich eine Idee vom roten EX-Finanzminister Ferdinand Lacinaund dem damaligen roten Kanzler Franz Vranitzky, um das Kapital im Land zu halten. Mit einer Eingangsteuer in die Stiftung von 2,5 Prozent war erst einmal alles abgegolten. Ich habe mich immer schon gefragt, ob es wirklich sein muss, dass superreiche Investoren mit Stiftungskonstruktionen steuerlich bevorzugt werden müssen. Hat Österreich keine besseren Standortvorteile zu bieten? Man fragt sich generell, warum sehr betuchte Investoren Steuerprivilegien oder sogar Steuertricks wie Cum-Cum-Geschäfte notwendig haben. Deswegen stattete jetzt wiederum die Pariser Staatsanwaltschaft fünf Finanzinstituten wegen des Verdachts auf Steuerbetrug einen Besuch ab. Darunter waren HSBC, BNP Paribas, Natixis und Société Générale. Kurz zur Erinnerung, worum es bei den betrügerischen Cum-Cum-Geschäften ging: Inländische Wertpapiere im Besitz ausländischer Aktionäre wurden zum Zeitpunkt der Auszahlung der Dividende an Partner im Inland, etwa Banken verliehen. Diese ließen sich die Kapitalertragssteuer erstatten, was die ausländischen Aktionäre nicht konnten und danach wanderten die Papiere wieder ins ausländische Depot und der Staat fiel um viel KESt um. Doch hier präsentiert wenigstens die Börse vermeintlichen Steuerhinterziehern die Rechnung: Die Kurse aller ins Gespräch gebrachten Finanzinstitute haben eingebüßt. Banken sind aber nicht nur Täter, sondern auch Opfer: Die Bank JPMorgan glaubte, Nickel im Wert von 1,3 Millionen Dollar in einem Lagerhaus im niederländischen Rotterdam zu haben – doch es waren nur Säcke mit Steinen. Steinreich zu sein hat auch Witz. Ein lustiges Wochenende wünscht Börsenminute-Host Julia Kistner. Am Sonntag geht es mit einer neuen Podcast-Folge der Geldmeisterin über Schweizer Small Caps weiter. Ich hoffe wir hören uns …


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Aus eins mach zwei oder mehrere Unternehmen. Wer profitiert, wer verliert? Dazu muss man erst einmal eruieren, warum eine Aufspaltung passiert. Das kann sein, weil eine Sparte nicht zum Rest des Unternehmens passt. Oder dass sich eine Sparte ohne Mutterunternehmen besser entwickeln kann wie beim Cornflakes-Produzent Kellogg´s die gesündere zuckerfreie Sparte. Oder man spaltet ein Sorgenkind ab, das der Reputation schadet. Das könnte beim deutsche Chemiekonzern Bayer die Monsanto-Sparte sein. Natürlich hofft jedes Unternehmen und deren Aktionäre, dass die Einzelteile zusammen mehr wert sind als das bisherige Gesamtunternehmen. Studien zeigen, dass tatsächlich eine Überrenditen von 20 Prozent bei getrennten Wegen drin ist. Deshalb sind Mischkonzerne an der Börse auch nicht so beliebt, man spricht von einem Konglomeratsabschlag. Und deshalb ist die Alibaba-Aktie auch gleich um 11 Prozent zugelegt nachdem bekannt wurde, , dass der E-Commerce-Riese sich in mindestens sechs Unternehmen aufspalten will. Die Aufteilung von Alibaba kommt auch deshalb so gut an, weil man so der Regulierungsbehörde entkommt. Aus dem Grund spekuliert man auch bei Baidu und Tencent auf Abspaltungen


In der Regel erhalten Altaktionäre nämlich bei einer Abspaltung den Gegenwert als Gratisaktien des abgespalteten Unternehmens und hoffen sich in Summe auf mehr Wert im Portfolio und das anfangs zurecht. Doch der Startvorteil für die abgespaltete Unternehmen kann dann auch schnell verpuffen wie das Beispiel des Mischkonzerns Siemens zeigt. Alteigentümer haben schon einige Abspaltungen miterlebt von Infinion, Osram, Siemens Healthineers bis zuletzt Siemens Energy. Alle habe, vorerst kräftig an Wert verloren. Gegen Aufspaltungen kann man eigentlich nur seine Stimme bei der HV erheben, aber wozu, wenn man wertmäßig in Summe meist profitiert. Wenn Alibaba sich erfolgreich filitiert, wird es mit Amazon womöglich auch bald so weit sein…


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 Seit der Finanzkrise 2008/2009 haben wir uns an eine Zusatzperformance bei US-Aktien und Anleihen durch einen sehr starken US-Dollar gewöhnt. Vor allem gegenüber Schwellenländer-Aktien zeigte der Greenback Muskeln. Zwischen Juni 2008 und November 2022 wertete der Dollar gegenüber einem Korb von Schwellenländerwährungen um fast 50% auf. Die Kapitalmarktstrategen der Fondsgesellschaft Pictet halten den Dollar um zehn Prozent insgesamt überbewertet, rechnen langfristig mit einer Abwertung des Dollars. Denn warum er bisher so hoch im Kurs war ist klar: Zum einen ist der Dollar nach wie vor die Nationalbankenreserve-Währung Nummer Eins. Auch gab die USA in den letzten Jahrzehnten in der Geldpolitik immer den Ton an und preschte mit Zinserhöhungen und Senkungen vor, die anderen zogen nach. Auch hat der Aktienboom der letzten Jahre den Dollar gestärkt, zumal der US-Kapitalmarkt der liquideste und am besten entwickeltste ist und daher viel ausländisches Kapital anzog. Dem Dollar half auch, dass die Investoren währendder Finanz- und Covid-Krise und dem Ukraine-Angriff Sicherheit suchten und suchen, den sie im Greenback sehen. Doch mit der hohen Staatsverschuldung der USA und einem Budgetdefizit von 7,2 Prozent des BIP verlieren die ausländischen Investoren langsam das Vertrauen in die USA und den Dollar. Hinzu kommt der schleichende Wirtschaftsmachtverlust gegenüber China. So will etwa Saudi-Arabien das Öl jetzt auch in chinesischen Renmimbi fakturieren, was ebenso die US-Währung schwächt, beim Öl- und Goldpreis bisher das Maß aller Dinge. Kein Grund zur Panik, der Dollarverfall braucht seine Zeit. Allerdings ist es, wenn ihr mich fragt, an der Zeit nachzudenken, ob die höhere Verzinsung von zehnjährigen US-Treasuries gegenüber Euro-Anleihen nicht doch auf Dauer der Wechselkursverlust auffressen könnte. Und ob US-Aktien wirklich so viel ertragreicher sind als ihre europäischen Mitbewerber, so dass man einen zweistelligen Wechselkursverlust bei seinen längerfristigen Investments locker in Kauf nehmen kann.  


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Das letzte Jahrzehnt haben Small Caps gegenüber den großen Unternehmen unterperformt. Ein Grund, warum kleiner kapitalisierte Werte jetzt aufschließen könnten und sich nach dem Wettstreit zwischen Growth und Value jetzt ein Abtausch von großen durch kleinkapitalisierte Werte abzeichnet. Doch was ist schon klein? Beim US-Small Cap-Index Russel 2000 liegt der durchschnittliche Börsenwert der Unternehmen bei einer Milliarde US-Dollar. Der maximale Börsenwert beträgt 13 Milliarden US-Dollar. Wie auch immer, Small Caps hinken momentan in ihrer Performance hinterher, laut dem US-Börsenmagazin Barrons um knapp ein Drittel. Das lässt sich zwar auf dem ersten Blich beim Russel 2000-Index nicht erkennen. Ein durchschnittliches Kurs-Gewinn-Verhältnis von 20 klingt recht teuer. Wenn man jedoch die 33 Prozent unprofitablen Unternehmen, die Verluste schreiben herausnimmt kommt man auf ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von nur 12. Im langfristigen Vergleich liegt dieses bereinigte KGV bei 15. Unprofitabel seien derzeit vor allem viele der kleineren Biotech-Werte.


Von den profitablen Small Caps sollen die erwarteten Gewinne  um zwölf Prozent steigen, um fünf Prozent mehr als die der großen Werte. Andererseits sind die Kurse kleinerer Unternehmen volatiler. Auch brechen deren Gewinne in einer Rezession stärker ein, doch das sei schon eingepreist. In der Dotcom-Blase haben sich kleine Werte besser gehalten, da sie in der Regel regionalere Geschäfte machen.


Wer in Small Caps investieren möchte, findet neben spezialisierte gemanagte Fonds so ziemlich für jede Börse auch einen passenden Small Cap-Index, auf den man mit einem ETF setzen kann. In Deutschland ist es der SDAX für Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung unter zwei Milliarden Euro. Für US-Aktien gibt es neben dem Russel 2000-Index unter anderem auch den Schwab Fundamental US Small Company-Index, der sich die Qualitätsaktien herausfischt. Das macht auch der S&P Small Cap 600, in dem hier die größten Small Caps ein höheres Gewicht bekommen, was sich langfristig in der Vergangenheit auszahlte. Der S&P Small Cap 600 outperformte den Russel 2000 um über ein Prozent pro Jahr. Bei Small Cap-Fonds hat man natürlich immer das Problem, dass wirklich erfolgreiche Unternehmen wachsen und somit auch mit ihrer Marktkapitalisierung aus dem Small Cap-Fonds herauswachsen. Welchen Index oder welches Small Cap-Einzelinvestment man auch wählt, Qualität zählt umso mehr, als man ja weniger Information von kleinen Unternehmen erhält, die Analysten kaum bis gar covern.


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