Podcaster
Episoden
19.02.2026
44 Minuten
Noch ein paar Stubenkükenbrüstchenstücke?
Essen ist ein Reizthema. Aber vor allem ist es ein Systemthema.
Godo Röben sagt: Die Ernährungswende wird nicht durch Verbote
entschieden. Sie wird über Preis, Gesundheit und Marktlogik
entschieden.
Fleisch wird nicht verschwinden. Aber es wird seinen Platz
wechseln – vom Alltag zur Ausnahme.
Godos These: Die Ernährungswende ist so groß wie Energie- und
Mobilitätswende. Und sie ist nicht aufzuhalten.
Als prägende Kraft hinter der Transformation der Rügenwalder
Mühle hat Godo erlebt, was passiert, wenn ein
Traditionsunternehmen sein eigenes Geschäftsmodell infrage
stellt. Heute investiert er in alternative Proteine und neue
Food-Technologien.
Im Gespräch geht es um:
Warum Moral Märkte nicht verändertWeshalb der Preis der
eigentliche Kipppunkt istWarum tierische Ernährung global mehr
Hebel hat als der gesamte VerkehrWieso alternative Proteine zur
Notwendigkeit werden – nicht zum LifestyleUnd warum Organisationen
oft länger an alten Modellen festhalten als ihre Kunden
Der entscheidende Moment kommt, wenn pflanzliche Alternativen
günstiger sind als tierische Produkte. Ab dann kippt der Markt –
nicht aus Überzeugung, sondern aus Gleichgültigkeit.
Das Gespräch ist keine Ernährungsdebatte. Es ist eine Debatte
über Verantwortung, Märkte und Transformation.
Zu Gast:
Godo Röben, Investor und Transformationsexperte (u. a.
Rügenwalder Mühle)
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05.02.2026
43 Minuten
Sie klingt nicht müde. Sie macht keine Fehler aus Unachtsamkeit.
Und sie fragt nicht nach Feierabend. Daniel Keinrath hat fonio
gegründet und baut Stimmen, die einfach funktionieren. Seine KI
telefoniert, bucht Termine, beantwortet Fragen – so gut, dass der
Unterschied zum Menschen nebensächlich wird. Nicht, weil sie
menschlich sein will, sondern weil Effizienz irgendwann
überzeugender ist als Authentizität.
Daniel rechnet nicht mit Zukunft, sondern mit Gegenwart. Wer
wartet, bis KI perfekt ist, verliert Zeit. Und wenn es etwas
gibt, das fonio nicht hat, dann ist es Zeit. Die Nachfrage wächst
exponentiell, das Angebot auch: In Kürze kommt zum Sprechen und
das Schreiben hinzu. Dann kümmert sich die KI von fonio auch um
Emails und Nachrichten.
Daniel betont: Der Durchbruch passiert nicht beim letzten Prozent
Natürlichkeit, sondern dort, wo es praktisch wird. fonio setzt
deshalb nicht auf ein allwissendes Modell, sondern auf ein
Orchester spezialisierter Systeme: zuhören, verstehen, antworten
– modular, austauschbar, auf europäischer Infrastruktur.
Unabhängigkeit als Architekturprinzip.
Dahinter steckt eine größere These: Technologie ist kein
Selbstzweck, sondern ein Hebel. Entlastung statt Ersatz.
Wertschöpfung dort, wo heute noch Warteschleifen, Überlastung und
verpasste Anrufe stehen. First-Level-Support als einer der
größten Arbeitsmärkte der Welt – und einer der repetitivsten. Wer
hier automatisiert, gewinnt Zeit, nicht nur Kosten.
Unbequem wird es beim Wissen. KI zeigt gnadenlos, was Unternehmen
nie sauber aufgeschrieben haben. Implizite Erfahrung ist kein
Schutzraum mehr, sondern ein Risiko. Struktur schlägt
Bauchgefühl.
Am Ende bleibt eine Freiheit, die Druck macht: Europa kann
Weltklasse bauen. Nicht mit moralischem Bonus, sondern mit
besseren Produkten. Der riskanteste Schritt ist, ihn nicht zu
gehen.
Zu Gast:
Daniel Keinrath, Gründer von fonio
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22.01.2026
48 Minuten
Wer weiter rechnet wie gestern, teilt bald durch Null, sagt
Stefanie Hauer. Sie investiert nicht in „weniger schlecht“,
sondern in Geschäftsmodelle, die Natur aktiv zurückbringen.
Stefanie argumentiert: Die Wirtschaft ist keine Gegnerin der
Natur, sondern ihr untergeordnet. Wirtschaft als eine Funktion
der Natur; wer das verwechselt, mag zwar kurzfristig Gewinne
feiern, wird aber langfristig Rohstoffe und Grundlagen verlieren:
Wertschöpfung ohne Wert.
Weil wir schon lange genug Worte gehört haben, brauchen wir dafür
eine Sprache, die wirklich alle verstehen: Geld. Stefanie sagt:
„Put your money where you want the world to go“. Konsum,
Kapitalanlage, Arbeitsplatz sind Hebel, die nicht erst nach Moral
klingen müssen, um zu wirken.
Das Spektrum dafür ist größer, als unsere Reflexe zu erlauben
scheinen: Kakaopflanzen tragen mehr, wenn sie im Wald und nicht
auf der Plantage stehen. Invasive Arten aus Ökosystemen zu
entnehmen und sie als Luxusgüter vermarkten, kann die Systeme
entlasten. Lieferketten werden per Daten und KI so transparent,
dass ökologische Verbesserungen oft gleichzeitig Kosten, Risiken
und Compliance voranbringen. Und Renaturierung wird zum
Finanzprodukt: Land regenerieren lassen, Ökosystemleistungen
verkaufen, Rendite inklusive.
Am Ende bleibt es eine unbequeme Freiheit: „Ich allein rette die
Welt“ ist nicht bequem, anfangen dagegen ist wirksam.
Zu Gast:
Stefanie Hauer, Investorin für naturpositive Geschäftsmodelle,
Board Member bei NatureRe Capital und Host des Podcasts Planetary
Business
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08.01.2026
54 Minuten
Zahnpasta tötet. Mindestens Tulpen. Axel Kaiser macht daraus kein
Geheimnis - und erst recht keinen Marketinggang. Es ist der
drastischste Beleg für eine radikale Erkenntnis: Zahnpasta ist
nicht nur überflüssig, sondern regelrecht gesundheitsschädlich.
Karies ist auch kein natürlicher Zustand, den es zu unterbinden
gilt, sondern schlicht das Ergebnis falscher Pflegegewohnheiten,
eines fest etablierten Geschäftsmodells und einer festen
Überzeugung, die wir seit Kindertagen mit uns herumtragen:
Zähneputzen tut Not. Denttabs hält mit Tabletten zur Zahnpflege
dagegen, einem Produkt, das nicht heilt, sondern schlicht nicht
schadet - und damit alles verändert.
Müssten die Großen der Dentalbranche nicht darauf reagieren? Der
Bruch mit der Zahnpasta wäre offentlichlich zu groß. Nicht aus
Böswilligkeit, sondern aus struktureller Trägheit. Ein Stück
Zellulose, also: Holz, soll die Lösung sein?
Was also, wenn richtig schon immer falsch war? Axel meint dies
durchaus als Aufruf zur Selbstermächtigung. Wer sich gegen die
Überzeugungen aus unserer Kindheit entscheidet, gegen Zahnpasta,
sagt auch: Ich treffe Entscheidungen selbst. Genau darin liegt
der utopische Kern seiner Zahnputztabletten.
Axel und Michael sprechen auch über die Geschichte des
Unternehmens Denttabs. Der Versuch, einen Investor für Wachstum
und Ausbau zu finden, endete im Oktober 2025 - mit der Insolvenz.
Was nach Ende klingt, entpuppte sich als Anfang: Eine
beispiellose Welle der Solidarität begann auf LinkedIn. Die
Verkaufszahlen vervielfachten sich binnen Tagen und schließlich
kam eine unverhoffte Lösung in Form einer gemeinnützigen AG zu
Denttabs. Es hebe die Hand, wer vorher wusste, dass es die Form
einer gAG überhaupt gibt. Über dieses Instrument ermöglicht
Denttabs die unkomplizierte Investition - und sobald Gewinne
entstehen, kommen die den gemeinnützigen Zwecken der gAG zu Gute.
Win win. Und für die Zähne auch: Win.
Axel wird ebenso wie der gAG-Investor Mario Erdmann auf dem "The
Elephant"-Festival am 13. Januar 2026 in Leipzig sprechen. Wer
kurzfristig noch dabei sein will:
https://www.carls-zukunft.de/festival-2026-jetzt-die-letzten-tickets-sichern/
Zu Gast:
Axel Kaiser, Gründer von Denttabs
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25.12.2025
44 Minuten
Wenn zwei Sprachbots einen Podcast machen würden, wäre das
Resultat vermutlich fehlerfrei, formvollendet – und vollkommen
uninteressant. Denn echte Kommunikation lebt von etwas, das
jenseits der Rechenleistung liegt: dem Überraschenden, dem
Unplanbaren, dem menschlichen Impuls, der nicht nur wiederholt,
was schon gesagt wurde. Wolfgang Lüdenbürger-Reidenbach bringt
diesen Gedanken mit einer entwaffnenden Klarheit auf den Punkt:
Künstliche Intelligenz kann helfen, sortieren, neu kombinieren –
aber nicht das echte Neue hervorbringen.
Gerade deshalb ist der kreative Spielraum heute größer denn je.
Weil generative Modelle Routinearbeit übernehmen, bleibt mehr
Raum für Strategien, Ideen, für präzise Visualisierungen und für
inklusives Arbeiten – etwa, wenn Menschen mit ADHS durch KI
erstmals zusammenhängend schreiben können. 2026, sagt Wolfgang,
werde das Jahr der Ideen sein. Ein Jahr, in dem Kommunikation
nicht verschwindet, sondern sich neu erfindet.
Aber all das ist nicht technikgetrieben, sondern haltungsgeladen.
Denn wer Inhalte personalisiert, gestaltet auch Wahrnehmung – und
muss sich fragen, wessen Realität er eigentlich reproduziert.
Dass KI männliche Gesichter besser generiert als weibliche, ist
kein Zufall, sondern ein Bias. Und der ruft nach Aufklärung, nach
Transparenz, nach Verantwortung.
Was also tun? Sich frisch an die Arbeit machen. Nicht als naiver
Optimist, sondern mit einem klaren Blick auf die Unvollkommenheit
– und der Überzeugung, dass das Bessere möglich ist.
Zu Gast:
Wolfgang Lünenburger-Reidenbach, Kommunikations- und
Digitalexperte, Managing Director Germany bei DEPT
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Über diesen Podcast
Carls Café ist ein Podcast über Zukunft und die Menschen, die sie
gestalten. Nicht als Vision, sondern als Entscheidung.
Zukunftsforscher Michael Carl spricht mit Menschen, die
Verantwortung übernehmen – in Unternehmen, Organisationen und
Gesellschaft. Menschen, die handeln, auch wenn es Gegenwind gibt.
Die nicht alles wissen, aber trotzdem losgehen. Die Gespräche sind
ehrlich, persönlich und ungeschönt. Es geht um Haltung statt
Buzzwords. Um Entscheidungen statt Konzepte. Um die Frage, was
Zukunft im Alltag wirklich kostet – und was sie möglich macht.
Carls Café ist kein Zukunftstalk. Es ist ein Ort für Zukunft als
Praxis. Mehr über Michael Carl und Carls Zukunft:
https://carls-zukunft.de
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