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LandMEDchen
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Beschreibung
vor 2 Tagen
„Können Sie mir nicht etwas Stärkeres verschreiben?“ – diesen
Wunsch hören Hausärzt:innen in der Praxis immer wieder. Genau
deshalb beschäftigt sich Dr. Andrea Morawe in der neuen Folge von
„LandMEDchen“ mit dem Thema Antibiotika.
Den Wunsch nach einer möglichst schnellen Genesung kann Andrea
gut nachvollziehen. Wer krank ist, möchte schließlich schnell
wieder fit, belastbar und leistungsfähig sein. Doch Antibiotika
sind nicht bei jeder Infektion die richtige Lösung.
Antibiotika wirken gegen Bakterien, nicht gegen Viren. Bakterien
sind eigenständige Lebewesen, bei denen Antibiotika
beispielsweise in den Stoffwechsel eingreifen können. Bei Viren
fehlen diese Angriffspunkte, weshalb ein Antibiotikum hier keine
entsprechende Wirkung entfalten kann.
Häufig befindet sich der Körper bereits mitten im natürlichen
Heilungsprozess und Beschwerden wurden zuvor beispielsweise mit
Hausmitteln behandelt. Wird zu diesem Zeitpunkt ein Antibiotikum
eingesetzt, entsteht schnell der Eindruck, dass allein das
Medikament für die deutliche Besserung verantwortlich war.
Dabei möchte Andrea Antibiotika keinesfalls schlechtreden. Im
Gegenteil: Sie gehören zu den größten medizinischen
Errungenschaften und sind bei Erkrankungen wie bakterieller
Lungenentzündung, Nierenbeckenentzündung oder Blutvergiftung
unverzichtbar. Entscheidend ist jedoch, sie zielgerichtet und mit
einer klaren Indikationsstellung einzusetzen.
Viele Patient:innen verbinden Breitbandantibiotika mit einer
besonders starken oder wirkungsvollen Therapie. Ist der Auslöser
einer bakteriellen Infektion bekannt, sollte jedoch möglichst
gezielt behandelt werden. Denn ein Breitbandantibiotikum trifft
nicht ausschließlich die krankmachenden Bakterien, sondern kann
auch die Bakterien unserer Darmflora und damit unser Mikrobiom
beeinflussen. Eine mögliche Folge davon ist beispielsweise
Durchfall.
Andrea erklärt außerdem, wie Antibiotika-Resistenzen entstehen.
Bakterien vermehren sich enorm schnell und bei diesem Prozess
können immer wieder kleine Mutationen im Erbgut auftreten.
Dadurch können einzelne Bakterien Eigenschaften entwickeln, die
sie gegen bestimmte Antibiotika resistent machen. Je häufiger
Antibiotika eingesetzt werden – insbesondere dann, wenn sie gar
nicht notwendig sind – desto mehr Möglichkeiten bekommen
Bakterien, solche Resistenzen zu entwickeln. Resistente Bakterien
können anschließend auch von Mensch zu Mensch weitergegeben
werden.
Umso wichtiger ist der richtige Umgang mit Antibiotika. Sie
sollten immer genau so eingenommen werden, wie es mit den
behandelnden Ärzt:innen besprochen wurde. Medikamente
eigenständig abzusetzen, erneut anzusetzen oder an andere
Personen weiterzugeben, ist keine gute Idee.
In der Folge nimmt Andrea außerdem verschiedene Mythen rund um
Antibiotika unter die Lupe. Dabei spricht sie auch über die
Erwartungshaltung in der Hausarztpraxis. Ärzt:innen sind keine
Dienstleister:innen, bei denen eine bestimmte Behandlung einfach
bestellt werden kann. Fragen, Vorschläge und offene Gespräche
sind ausdrücklich erwünscht – Forderungen nach einem bestimmten
Medikament ersetzen jedoch keine medizinische
Indikationsstellung.
Am Ende steht deshalb ein klarer Appell: Antibiotika sind
wertvolle und teilweise lebensrettende Medikamente. Gerade
deshalb liegt es in der ärztlichen Verantwortung, sie gezielt und
nur dann einzusetzen, wenn sie tatsächlich notwendig sind. Denn
ein verantwortungsvoller Umgang heute hilft dabei,
Antibiotika-Resistenzen zu vermeiden und ihre Wirksamkeit auch
für die Zukunft zu erhalten.
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