KI-Projekte im Mittelstand: Warum 95% nicht wirklich scheitern

KI-Projekte im Mittelstand: Warum 95% nicht wirklich scheitern

vor 5 Tagen
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„95 Prozent aller KI-Projekte scheitern“ – kaum eine Zahl wird auf
LinkedIn öfter zitiert. Artur Heidt und Nils Betting drehen sie in
dieser Folge um: Im deutschen Mittelstand scheitern KI-Projekte
fast nie. Der Haken an dieser guten Nachricht: Sie werden meist gar
nicht groß genug, um scheitern zu können. Das eigentliche Problem
ist also nicht der Misserfolg, sondern die Bedeutungslosigkeit –
und eine Abbruchquote von unter fünf Prozent ist damit weniger
Erfolgsausweis als Verdachtsmoment. Die beiden nehmen auseinander,
woran das liegt: an einer verbreiteten „Toolkäufer-Mentalität“, bei
der eine Lizenz gekauft und an die IT-Abteilung durchgereicht wird,
damit die Flagge mit der Aufschrift „KI“ weht – bei kleinem Budget
und kleinem Risiko. Klein gedachte Piloten liefern aber auch
kleinen Output. Aus der eigenen Praxis kommen konkrete Fälle dazu:
ein Copilot-Rollout für 30 bis 50 User, bei dem nach drei Monaten
nur eine Handvoll Power-User übrig war und die Lizenzen
zurückgefahren wurden; eine Individualentwicklung, die der Kunde
nach sechs Wochen stoppte – sauber konserviert und Monate später
wieder aus der Schublade geholt. Abgebrochen oder pausiert? Genau
da wird die Statistik unscharf. Im zweiten Teil geht es um die
andere Seite: Was tun die fünf Prozent anders, die wirklich
transformieren? Am Beispiel einer Personalberatung zeigen Artur und
Nils, wie aus der Workshop-Frage „Was würdet ihr tun, wenn
Ressourcen kein Engpass wären?“ ein Proof of Concept und daraus ein
verändertes Geschäftsmodell wurde – von der klassischen Vermittlung
hin zur Echtzeit-Bewertung von 500 Bewerbungen am selben Tag. Dazu
Netflix, „fail fast and fail cheap“, die Formel-1-Metapher, ein
Konfigurator für Catering-Services und eine Spülmaschine, die
erkennt, ob der Teller sauber ist – zwei technisch gelungene
Projekte, die am Ende niemanden interessiert haben. Das Fazit:
Traut euch, zu den fünf Prozent zu gehören, die scheitern dürfen.
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