Podcast: Markus Orths über »Die Enthusiasten« und warum er die KI meidet

Podcast: Markus Orths über »Die Enthusiasten« und warum er die KI meidet

vor 6 Tagen
Nach den täglichen Bachmannpreis-Folgen begrüßt Wolfgang Tischer im Podcast des literaturcafe.de den Autor Markus Orths. Für eine Lesung aus seinem aktuellen Roman »Die Enthusiasten« ist er nach Freudenstadt gekommen.
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Podcast
Podcaster
Interviews, Tipps und akustische Eindrücke aus der Welt der Bücher und Hörbücher.

Beschreibung

vor 6 Tagen
Markus Orths: Der Bachmannpreis vor 18 Jahren Eine Verbindung zum
Bachmannpreis gibt es in dieser regulären
literaturcafe.de-Podcast-Folge dann doch noch: Markus Orths hat in
Klagenfurt im Jahre 2008 gelesen. Er präsentierte der Jury einen
Auszug aus seinem später erschienenen Roman »Das Zimmermädchen« und
belegte den zweiten Platz, seinerzeit der »Telekom-Austria-Preis«.
Eingeladen hatte ihn damals keine geringere als Daniela Strigl, die
vor drei Folgen Gast in diesem Podcast war. Wie Markus Orths heute
auf diese Teilnahme zurückblickt, was ihm der Preis damals gebracht
hat und warum er findet, dass Jurys eigentlich wissen sollten, ob
sie einen Romananfang oder eine abgeschlossene Erzählung vor sich
haben – das hören Sie in dieser Podcast-Folge. 2008 wurde ein
Romanausschnitt noch als solcher angekündigt. Ebenfalls
bemerkenswert: 2008 fanden alle 14 Lesungen an nur zwei Tagen statt
(Freitag und Samstag) und die Preisverleihung erfolgte unmittelbar
am Samstagabend. 2008 war auch der Jahrgang, in dem die Jury auf 7
Köpfe reduziert wurde. Gewonnen hat 2008 Tilman Rammstedt und auch
Clemens J. Setz war in diesem Jahr dabei. »Die Enthusiasten« –
zwischen Tristram Shandy und dunkler Materie Zunächst geht es im
Gesprächs um Markus Orths aktuellen Roman »Die Enthusiasten«
(Galiani Berlin): eine schillernde Familie und ein Ich-Erzähler,
der zu den »Shandianern« gehört – jenen Besessenen, die Laurence
Sternes Jahrhundertwerk »Tristram Shandy« verfallen sind. Orths
erzählt, warum er sich als Autor den Erfindern und Träumern
zurechnet und nicht den autofiktional Schreibenden. Und während
sein Ich-Erzähler sagt, man sollte nie zwei Seiten lang über Ratten
schreiben, denn das Lektorat würde es ohnehin streichen, weil man
so die Leser verliert, macht es Markus Orths in »Die Enthusiasten«
trotzdem. Die Vereinnahmung: Markus Orths und die KI Und dann reden
Markus Orths und Wolfgang Tischer noch über einen anderen Text, der
als PDF-Download auf markusorths.de bereitsteht. Der Essay »Die
Vereinnahmung« ist eine Art literarisches Spin-off zu »Die
Enthusiasten«, das mit einer Verwandlung beginnt, die Kafka
persifliert und doch etwas ganz anderes verhandelt: die künstliche
und ungeheure Intelligenz. Was den KI-Einsatz bzw. den
Nicht-Einsatz betrifft, bezieht Orths klar Position. Er erläutert,
warum er selbst konsequent auf KI in allen Stadien des Schreibens
verzichtet, welche Gefahr er für den ganzen Kunstbetrieb und die
Literatur sieht, was er von Verlagen und Lektoraten erwartet, die
zunehmend mit KI-Tools arbeiten – und ob es ihn wirklich kaltlässt,
wenn ein KI-Text die Leserinnen und Leser zu Tränen rührt, selbst
wenn kein Mensch dahintersteckt. Markus Orths, der auch
Kinderbücher im Loewe Verlag schreibt, begrüßt es sehr, dass man
dort die Bücher klar als »Ohne KI« kennzeichnet.
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