MDR KULTUR trifft Dirk Messner

MDR KULTUR trifft Dirk Messner

vor 4 Tagen
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vor 4 Tagen
Er sei ein notorischer Nachhaltigkeitstransformationsoptimist, sagt
Dirk Messner, der Präsident des Umweltbundesamtes. Derzeit durchaus
im Steßzustand, fügt er an. Wegen der Wirtschaftskrise würde häufig
beim Klima- und Umweltschutz gekürzt. Das sei nicht nur ökologisch,
sondern auch ökonomisch fatal. Auch jüngste Ergebnisse aus der
Studienreihe „Zukunft? Jugend fragen!“ des Umweltbundesamtes weisen
auf, daß der Umwelt- und Klimaschutz bei den 14- bis 22-Jährigen in
Deutschland weiter an Bedeutung verliert. Der Anteil der jungen
Menschen, die das Thema als sehr wichtig einstufen, ist seit 2021
von 50 auf 30 Prozent gesunken. Das politische Interesse aber ist
insgesamt hoch. 88 Prozent der Befragten ist es sehr wichtig in
einer Demokratie zu leben. Dirk Messner glaubt fest daran, daß man
Dinge zum Besseren wenden kann und auf die Frage nach der
Lebensmaxime antwortet er: „Kooperation ist die Mutter der
menschlichen Zivilisationsgeschichte“. In einer Diskussion jüngst
im historischen Bauhausgebäude in Dessau unter der Fragestellung
„Kultur - Fundament der Demokratie?“, organisiert vom Deutschen
Kulturrat, der Stiftung Bauhaus Dessau und dem Umweltbundesamt,
führte Dirk Messner u.a. aus, daß es beispielsweise bei
Veränderungsprozessen zur Klimaneutralität wichtig sei,
Kulturschaffende für dieses Thema zu mobilisieren. Kultur helfe die
Welt in ihrer Diversität zu verstehen. Die Lösung der Umweltfrage
sei nicht nur Technologie, nicht nur Ökonomie, sondern habe auch
mit einem kulturellen Wandel zu tun.
In Bünde, in Nordrhein-Westfalen wurde Dirk Messner 1962 geboren.
Von 1982 bis 1988 studierte er Politikwissenschaft und
Volkswirtschaftslehre an der Freien Universität Berlin und der
Sogang University in Seoul. Ab 1989 arbeitete er am Deutschen
Institut für Entwicklungspolitik in West-Berlin, Abteilung
Industrialisierung und Schwellenländer mit dem Schwerpunkt
Lateinamerika. 1995 wurde er an der FU Berlin bei Elmar Altvater
„summa cum laude“ promoviert. 1995 bis 2002 war Dirk Messner
wissenschaftlicher Geschäftsführer des Instituts für Entwicklung
und Frieden an der Universität Duisburg-Essen. 2002 habilitierte er
sich an der FU Berlin und hatte anschließend eine Professur für
Internationale politische Ökonomie am Geschwister-Scholl-Institut
für Politikwissenschaft der Ludwig-Maximilins-Universität München
inne. Von 2003 bis 2018 war Dirk Messner Direktor des Deutschen
Instituts für Entwicklungspolitik und ist seit 2006
außerplanmäßiger Professor für Politikwissenschaft an der
Universität Duisburg-Essen. Von 2018 bis 2019 war er Direktor des
Instituts für Umwelt und menschliche Sicherheit der Universität der
Vereinten Nationen in Bonn und Vize-Rektor der United Nations
University. Von 2004 bis 2019 wirkte Dirk Messner u.a. als Mitglied
des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale
Umweltveränderungen, ab 2009 als stellvertretender Vorsitzender, ab
2013 als Co-Vorsitzender.

Moderation Carsten Tesch
Redaktion: Angelika Zapf
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