Eine Einführung in den Epheserbrief (Epheser 1,1-2) - Richard Friesen

Eine Einführung in den Epheserbrief (Epheser 1,1-2) - Richard Friesen

vor 4 Tagen
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Beschreibung

vor 4 Tagen

## Zusammenfassung


Paulus, durch Gottes Willen berufener Apostel, schreibt an die
Heiligen und Gläubigen in Ephesus und wünscht ihnen Gnade und
Frieden, die allein durch Jesus Christus gegründet sind.


## Einzelheiten


**Einführung in den Epheserbrief**
Nach Abschluss des Predigerbuchs beginnt die Gemeinde das Studium
des Epheserbriefs, der neben dem Römerbrief als einer der
bedeutendsten und einflussreichsten Briefe der Christenheit gilt.
Die Kapitel 1–3 vermitteln tiefe theologische Wahrheiten
(Indikative: was Gott in Christus getan hat und wer wir sind),
die Kapitel 4–6 ziehen daraus praktische Lehren für Ehe, Kinder,
Arbeit und Gesellschaft. Theologie ist somit Grundlage für ein
heiliges Leben. Die Predigt behandelt einführend die ersten
beiden Verse anhand dreier Punkte: Verfasser, Empfänger und
Segen.


**Der Verfasser: Paulus**
Paulus verfasste rund die Hälfte der neutestamentlichen Briefe,
unternahm drei Missionsreisen und starb schließlich als Märtyrer
unter Nero. Trotz seiner überragenden Bedeutung bezeichnete er
sich als geringsten aller Heiligen, geringsten Apostel und
größten Sünder – gegründet in seiner Vergangenheit als Verfolger
der Gemeinde, den Christus auf dem Weg nach Damaskus bekehrte.
Dies gibt Hoffnung, dass Gott selbst die größten Sünder retten
kann.


**Das Apostelamt**
Als „Apostel Christi Jesu durch Gottes Willen" betont Paulus
seine gottgegebene Autorität. Ein Apostel ist ein Abgesandter
Christi, der dessen Botschaft mit göttlicher Vollmacht verkündet.
Christus selbst berief Paulus (er sah den Auferstandenen), der
Vater wollte es, der Geist befähigte ihn. Deshalb ist das Wort
göttlich autoritativ und bindend – es soll wie Gottes Wort
aufgenommen werden, nicht als Menschenwort.


**Die Empfänger: die Heiligen und Gläubigen**
„Heilige" bedeutet nicht besondere Frömmigkeit, sondern durch
Gottes Gnade gereinigte und für ihn abgesonderte Menschen. Wer
sich Christ nennt, aber keinen Unterschied zur Welt lebt, ist
kein Heiliger. Ephesus war eine Hochburg von Götzendienst
(Artemis-Tempel), Zauberei und Unmoral – doch durch die schlichte
Verkündigung des Evangeliums bewirkte Gott dort eine Erweckung
(verbrannte Zauberbücher, Apostelgeschichte 19). Das gibt
Hoffnung für jede dunkle Stadt heute. „Gläubig in Christus Jesus"
meint das Vertrauen auf Person und Werk Jesu sowie die reale
geistliche Verbindung mit ihm, durch die alle Privilegien Christi
dem Gläubigen zugeschrieben werden.


**Der Segen: Gnade und Friede**
„Gnade euch und Friede von Gott, unserem Vater und dem Herrn
Jesus Christus" fasst Anfang und Ende des Evangeliums zusammen.
Gnade ist unverdiente Freundlichkeit Gottes, obwohl wir das
Gegenteil verdient hätten; Friede bedeutet Wiedervereinigung nach
Trennung. Beides ist allein durch Christus möglich, der am Kreuz
den Zorn Gottes trug und so die Trennwand entfernte. Paulus'
Wunsch: geöffnete Augen des Herzens, um zu erkennen, wer wir in
Christus sind – Grundlage für ein Leben in Freude und Heiligkeit
zur Ehre Gottes.

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