Gott muss uns die Augen des Herzens durch seinen Geist öffnen, damit wir Heilsgewissheit, das herrliche Erbe im Himmel und seine allmächtige Kraft in uns erkennen.
#### Details
Paulus betet in Epheser 1,15–20 nicht um irdische Erleichterung, sondern darum, dass die Christen in Ephesus tief verwurzelt werden. Niemand kann die Wahrheiten des Evangeliums aus eigener Intelligenz begreifen: Gott muss den Geist der Weisheit geben, damit die „Augen des Herzens" erleuchtet werden. Das Herz ist das Zentrum von Denken, Fühlen, Wollen und Handeln – vor der Wiedergeburt liegt ein Schleier der Sünde darüber, wie bei einem Auge mit Katarakt. Der geistlich Blinde braucht kein neues Organ, sondern die Beseitigung der Trübung. Genau das geschieht in der Wiedergeburt: „Der Gott, der sprach: Aus Finsternis leuchte Licht, ist es, der in unsere Herzen geleuchtet hat" (2. Korinther 4,6).
Die erste Auswirkung erleuchteter Augen ist Gewissheit über die Hoffnung der Berufung. Berufung meint Gottes ewige Erwählung (2. Timotheus 1,9; Römer 8,30), und darum ruht die Heilsgewissheit nicht auf eigener Leistung, sondern auf Gottes Wesen: Er kann nicht lügen (Titus 1,2), er schließt einen ewigen Bund und legt seine Furcht ins Herz, damit niemand abfällt (Jeremia 32,40), und niemand kann die Seinen aus seiner Hand reißen (Johannes 10,28–30). Zweifel am Heil machen schwach und ängstlich; Gewissheit führt zu einem Wandel, der der Berufung würdig ist.
Zweitens öffnen sich die Augen für den Reichtum der Herrlichkeit des Erbes. Was die Gläubigen erwartet, übersteigt jede Sprache – Paulus hörte im Paradies unaussprechliche Worte (2. Korinther 12,4), und kein Auge hat gesehen, was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben (1. Korinther 2,9). Ein Ort ohne Tod, Leid und Sünde, durchdrungen von der Herrlichkeit Christi, der selbst darum bittet, dass die Seinen bei ihm sind (Johannes 17,24). Wer den Blick nur auf Nachrichten und Gesellschaft richtet, verzagt; wer nach dem sucht, was droben ist (Kolosser 3,1–2), kann wie Paulus jede Trübsal leicht nennen (2. Korinther 4,17) – so wie Christus um der vor ihm liegenden Freude das Kreuz erduldete.
Drittens erkennen erleuchtete Augen die überragende Größe seiner Kraft. Dieselbe Allmacht, die Christus aus den Toten auferweckte und zur Rechten Gottes über jede Gewalt setzte, wirkt in den Glaubenden: Sie macht geistlich Tote lebendig und versetzt sie mit Christus in die himmlischen Örter (Epheser 2,5–6). Das Evangelium ist Gottes Kraft zum Heil (Römer 1,16). Darum braucht niemand okkulte, politische oder dämonische Mächte zu fürchten – auch nicht den Tod, dessen Wehen Gott aufgelöst hat. Praktisch heißt das: täglich die Bibel lesen, dabei um geöffnete Augen beten, über den Himmel nachsinnen und sich mit Gottes Allmacht beschäftigen, bis diese Wahrheiten das Leben verändern.
Kommentare (0)
Melde dich an, um einen Kommentar zu schreiben.