Beschreibung
vor 1 Tag
## Zusammenfassung
Salomo fasst im Prediger sein ganzes Buch zusammen: Fürchte Gott
und halte seine Gebote, denn jeder Mensch wird eines Tages im
gerechten, endgültigen Gericht Gottes Rechenschaft ablegen.
## Details
**Der Kontext der Schlussverse (Prediger 12,13-14)**
Wie eine Doktorarbeit oder eine gute Predigt endet Salomo sein
Buch mit einer Zusammenfassung. Er zieht Bilanz über alle
behandelten Lebensbereiche – Reichtum, Zeit, Weisheit, Jugend,
Alter und Sterben – und bringt die „Hauptsumme aller Lehre" in
einem einzigen Satz auf den Punkt: Ohne Gott findet der Mensch in
allem nur Sinnlosigkeit, mit Blick auf Gott und Ewigkeit gewinnt
das Leben Sinn.
**Erstens – Wie du Gott fürchten sollst**
Der Name „Elohim" (rund 2600 Mal im AT) drückt Macht, Größe,
Herrlichkeit und Schrecken aus; Gott wird sogar „der Furchtbare"
genannt (die Furcht Isaaks, Ps 111,9). Das hebräische Wort
„fürchte" meint Schrecken, Entsetzen und Zittern. Diese Furcht
zeigt sich dreifach: als Erschaudern vor Gottes Gericht (Adam
nach dem Sündenfall), als ehrfürchtige Anbetung seiner
Herrlichkeit (Jakob in Bethel) und als dankbare Hingabe wegen
seiner Gnade (David, Ps 130,4). Definiert: die Wahrnehmung der
Heiligkeit, Größe und Güte Gottes, ausgedrückt in Ehrfurcht,
Staunen, Anbetung und Freude.
**Zweitens – Wie sich die Furcht Gottes zeigen soll**
Gottesfurcht und das Halten der Gebote sind zwei Seiten einer
Medaille (Sprüche 14,2). Je größer die Furcht, desto heiliger das
Leben. John Bunyan vergleicht es mit einem Kind, das seine
liebevollen Eltern nicht kränken will. Josef floh vor Potiphars
Frau, weil er nicht gegen Gott sündigen wollte. Auch das Neue
Testament betont dies: „Bewirkt euer Heil mit Furcht und Zittern"
(Philipper), heilig leben „in der Furcht Gottes" (2.
Korinther).
**Drittens – Wer Gott fürchten soll**
„Das ist der ganze Mensch" – das Gebot gilt jedem Menschen, der
je gelebt hat, unabhängig von Herkunft, Nationalität oder Alter.
Doch der natürliche, gottlose Mensch fürchtet Gott nicht (Römer
3). Deshalb muss Gott selbst diese Furcht ins Herz pflanzen
(Jeremia 32,40). Der Prediger ruft auf, zu Gott zu schreien und
um diese Furcht zu bitten. Vier Wege, darin zu wachsen: täglich
Gottes Wort lesen, regelmäßig beten (Ps 86,11), sich täglich um
die Furcht bemühen (Sprüche 23,17) und Gemeinschaft mit
Gottesfürchtigen pflegen (Ps 119,63).
**Viertens – Wieso du Gott fürchten sollst**
Weil jeder Mensch eines Tages vor Gott stehen und Rechenschaft
ablegen wird (Hebräer 9,27). Das Gericht ist gewiss – Tag, Ort,
Geladene und Richter (Jesus Christus) stehen fest. Es ist
umfassend: alle Werke, Worte, Gedanken und verborgenen Motive
werden offengelegt (Lukas 8,17). Es ist gerecht, weil Gott
allwissend ist, und endgültig – das Urteil kann nie widerrufen
werden. Diese Gewissheit soll uns motivieren, Gott zu fürchten
und in seinen Wegen zu wandeln, denn nur so findet man in einer
gefallenen Welt wahre Glückseligkeit.
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