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Think Different. Think AI.
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Beschreibung
vor 2 Tagen
Staffel 2 beginnt, das Cover ist neu, und Mark und Jens sind ein
Jahr und sieben Tage alt. Die erste Frage der neuen Staffel ist
gleich die größte: Wer führt die KI-Welt eigentlich an? Noch immer
die USA mit ihren Frontier-Modellen, oder hat China gerade den
nächsten DeepSeek-Moment ausgelöst? Beide sagen vorweg, was sie oft
sagen: In Teilen haben wir keine Ahnung. Genau deshalb wird darüber
geredet. Vorher noch eine Geschichte, die es bis in den deutschen
Blätterwald geschafft hat. Ein Modell von OpenAI sollte in einer
abgeschotteten Testumgebung eine Aufgabe lösen und hat sich
stattdessen einen Weg nach draußen gebuddelt und bei Hugging Face
die Lösung geholt, weil das leichter war als selber rechnen. Mark
vergleicht das mit einem Prüfling in einem Raum ohne Fenster und
Türen. Der zweite Teil der Geschichte ist der eigentlich bittere:
Auf der Verteidigerseite haben die Modelle von Anthropic und OpenAI
abgewinkt, weil sie ihre eigene Abwehrmaßnahme für einen Angriff
hielten. Zur Verteidigung genutzt wurden am Ende chinesische
Modelle. Dann die Zahlen, um die es geht. Kimi K3 von Moonshot AI
ist am 16. Juli erschienen, das Abo kostet je nach Rechenleistung
ein Drittel bis die Hälfte dessen, was vergleichbare US-Modelle
kosten, und seit kurzem sind die Gewichte öffentlich. 2,8 Billionen
Parameter zum Selberbetreiben, wenn das Blech reicht. Marks Rechner
reicht nicht, ein Mac Studio mit 512 GB RAM reicht nicht, zwei
davon auch nicht. Die alte Erzählung, offene Modelle hingen den
amerikanischen Frontier-Modellen drei, vier Monate hinterher,
stimmt so nicht mehr. Cursor baut seinen Coding Agent Composer auf
Kimi auf, Qwen zieht nach, und die Ironie dabei ist, dass diese
Modelle richtig Gas geben, sobald sie auf der guten amerikanischen
Hardware laufen, die in China unter Exportkontrolle steht. Jens
hält dagegen, dass ihn die Rangliste wenig interessiert: Konkurrenz
ist gesund, sie drückt die Preise, und für Anwender wird ab einem
gewissen Punkt Kosten wichtiger als der letzte
Benchmark-Prozentpunkt. Womit beide beim Alltagsproblem sind. Mark
rechnet vor, was ein 200-Euro-Abo an Tokens durchschiebt, die im
Einzelverkauf eher 8.000 Euro wert wären, und fragt sich, wie lange
die Anbieter das noch subventionieren, wenn sie erst an der Börse
sind. Anthropic hat am Freitag vor der Aufnahme Opus 5 nachgelegt,
für August wird GPT-6 gemunkelt. Gleichzeitig ist die Auswahl kaum
noch zu bedienen: Jens liest die Modellliste aus seinem Notion vor
und kommt vom Zählen ins Schäfchenzählen. Für Anwender außerhalb
der KI-Blase ist das erschlagend, und die Hilfestellungen der
Anbieter („für alltägliche komplexe Aufgaben") helfen niemandem.
Marks ehrliche Daumenregel: das größte Modell nehmen, bis die
Warnung kommt, dass das Limit bald erreicht ist, und den Rest der
Woche runterschalten. Nicht zum Nachmachen empfohlen. Sein Prinzip
dahinter schon: Viel hilft viel ist beim Modelleinsatz kein guter
Ratschlag, weil das größte Modell auch mehr kostet und länger
braucht. Perplexity Computer zeigt mit seinem aufgabenabhängigen
Routing, wohin das läuft, und die Idee eines LLM-Orchestrators, der
einem für jede Frage das beste Preis-Leistungs-Modell zuteilt,
liegt auf der Straße. Der zweite Teil dreht die Richtung um: nach
unten statt nach oben. Mark ist über ein Repository gestolpert, das
ein offenes Sprachmodell auf einem ESP32-Microcontroller für 8
Dollar laufen lässt, komplett offline. Hier ist es:
github.com/slvDev/esp32-ai. 28,9 Millionen Parameter auf einem
ESP32-S3 mit 512 KB SRAM, rund 9,5 Token pro Sekunde, nichts davon
geht an einen Server. Der Trick ist Googles
Per-Layer-Embeddings-Idee aus Gemma: 25 Millionen Parameter liegen
als Lookup-Tabelle im langsamen Flash, pro Token werden davon etwa
450 Byte gelesen, und nur der rechnende Teil bleibt im schnellen
Speicher. Das Vorgängermodell auf so einem Chip hatte 260.000
Parameter, also rund ein Hundertstel. Fairerweise dazu: Trainiert
ist das Ding auf TinyStories, es schreibt kurze Geschichten und
beantwortet keine Fragen. Interessant ist die Architektur, nicht
der Output. Jens sieht darin die Rückkehr der AI-Wearables, die vor
zwei, drei Jahren groß gehypt und dann still wurden, samt
Überlebenshandbuch, das dir am Berg erklärt, wie du dir eine
Schiene baust. Und dann wird es praktisch. Bei OpenAI ist in Codex
ein Record-and-Replay-Feature erschienen: Bildschirm aufnehmen, in
den Agenten werfen, daraus wird ein Skill. Jens fand das erst
beeindruckend, war dann aber skeptisch, weil so ein Feature
Tastatur und Bildschirm mitlesen will, und hat es im eigenen
Harness in zwei Stunden nachgebaut. Ein Screencast mit gesprochenem
Kommentar reicht: Das Modell zerlegt das Video, wirft die Bilder
raus, in denen nichts passiert, baut sich aus dem Rest einen Skill
mit Screenshots als Orientierungsmuster und bedient die Webseite
anschließend headless über Playwright. Wenn es nicht weiterkommt,
schaut es auf seine eigenen Screenshots. Marks Punkt dazu: Vor
kurzem hieß es noch, Englisch sei die neue Programmiersprache.
Jetzt fällt auch diese Abstraktionsebene weg, weil die Maschine
einfach sehen kann, was wir tun. Bleibt die andere Seite der
Medaille, und die ist Datenschutz: Wer ständig mit einer Brille
mitschneidet, produziert Daten, an denen sehr viele sehr
interessiert sind. Dazu kommt eine eigene Folge mit Gast, und
nächste Woche ist Cornelius da, Thema Second Brain.
Jahr und sieben Tage alt. Die erste Frage der neuen Staffel ist
gleich die größte: Wer führt die KI-Welt eigentlich an? Noch immer
die USA mit ihren Frontier-Modellen, oder hat China gerade den
nächsten DeepSeek-Moment ausgelöst? Beide sagen vorweg, was sie oft
sagen: In Teilen haben wir keine Ahnung. Genau deshalb wird darüber
geredet. Vorher noch eine Geschichte, die es bis in den deutschen
Blätterwald geschafft hat. Ein Modell von OpenAI sollte in einer
abgeschotteten Testumgebung eine Aufgabe lösen und hat sich
stattdessen einen Weg nach draußen gebuddelt und bei Hugging Face
die Lösung geholt, weil das leichter war als selber rechnen. Mark
vergleicht das mit einem Prüfling in einem Raum ohne Fenster und
Türen. Der zweite Teil der Geschichte ist der eigentlich bittere:
Auf der Verteidigerseite haben die Modelle von Anthropic und OpenAI
abgewinkt, weil sie ihre eigene Abwehrmaßnahme für einen Angriff
hielten. Zur Verteidigung genutzt wurden am Ende chinesische
Modelle. Dann die Zahlen, um die es geht. Kimi K3 von Moonshot AI
ist am 16. Juli erschienen, das Abo kostet je nach Rechenleistung
ein Drittel bis die Hälfte dessen, was vergleichbare US-Modelle
kosten, und seit kurzem sind die Gewichte öffentlich. 2,8 Billionen
Parameter zum Selberbetreiben, wenn das Blech reicht. Marks Rechner
reicht nicht, ein Mac Studio mit 512 GB RAM reicht nicht, zwei
davon auch nicht. Die alte Erzählung, offene Modelle hingen den
amerikanischen Frontier-Modellen drei, vier Monate hinterher,
stimmt so nicht mehr. Cursor baut seinen Coding Agent Composer auf
Kimi auf, Qwen zieht nach, und die Ironie dabei ist, dass diese
Modelle richtig Gas geben, sobald sie auf der guten amerikanischen
Hardware laufen, die in China unter Exportkontrolle steht. Jens
hält dagegen, dass ihn die Rangliste wenig interessiert: Konkurrenz
ist gesund, sie drückt die Preise, und für Anwender wird ab einem
gewissen Punkt Kosten wichtiger als der letzte
Benchmark-Prozentpunkt. Womit beide beim Alltagsproblem sind. Mark
rechnet vor, was ein 200-Euro-Abo an Tokens durchschiebt, die im
Einzelverkauf eher 8.000 Euro wert wären, und fragt sich, wie lange
die Anbieter das noch subventionieren, wenn sie erst an der Börse
sind. Anthropic hat am Freitag vor der Aufnahme Opus 5 nachgelegt,
für August wird GPT-6 gemunkelt. Gleichzeitig ist die Auswahl kaum
noch zu bedienen: Jens liest die Modellliste aus seinem Notion vor
und kommt vom Zählen ins Schäfchenzählen. Für Anwender außerhalb
der KI-Blase ist das erschlagend, und die Hilfestellungen der
Anbieter („für alltägliche komplexe Aufgaben") helfen niemandem.
Marks ehrliche Daumenregel: das größte Modell nehmen, bis die
Warnung kommt, dass das Limit bald erreicht ist, und den Rest der
Woche runterschalten. Nicht zum Nachmachen empfohlen. Sein Prinzip
dahinter schon: Viel hilft viel ist beim Modelleinsatz kein guter
Ratschlag, weil das größte Modell auch mehr kostet und länger
braucht. Perplexity Computer zeigt mit seinem aufgabenabhängigen
Routing, wohin das läuft, und die Idee eines LLM-Orchestrators, der
einem für jede Frage das beste Preis-Leistungs-Modell zuteilt,
liegt auf der Straße. Der zweite Teil dreht die Richtung um: nach
unten statt nach oben. Mark ist über ein Repository gestolpert, das
ein offenes Sprachmodell auf einem ESP32-Microcontroller für 8
Dollar laufen lässt, komplett offline. Hier ist es:
github.com/slvDev/esp32-ai. 28,9 Millionen Parameter auf einem
ESP32-S3 mit 512 KB SRAM, rund 9,5 Token pro Sekunde, nichts davon
geht an einen Server. Der Trick ist Googles
Per-Layer-Embeddings-Idee aus Gemma: 25 Millionen Parameter liegen
als Lookup-Tabelle im langsamen Flash, pro Token werden davon etwa
450 Byte gelesen, und nur der rechnende Teil bleibt im schnellen
Speicher. Das Vorgängermodell auf so einem Chip hatte 260.000
Parameter, also rund ein Hundertstel. Fairerweise dazu: Trainiert
ist das Ding auf TinyStories, es schreibt kurze Geschichten und
beantwortet keine Fragen. Interessant ist die Architektur, nicht
der Output. Jens sieht darin die Rückkehr der AI-Wearables, die vor
zwei, drei Jahren groß gehypt und dann still wurden, samt
Überlebenshandbuch, das dir am Berg erklärt, wie du dir eine
Schiene baust. Und dann wird es praktisch. Bei OpenAI ist in Codex
ein Record-and-Replay-Feature erschienen: Bildschirm aufnehmen, in
den Agenten werfen, daraus wird ein Skill. Jens fand das erst
beeindruckend, war dann aber skeptisch, weil so ein Feature
Tastatur und Bildschirm mitlesen will, und hat es im eigenen
Harness in zwei Stunden nachgebaut. Ein Screencast mit gesprochenem
Kommentar reicht: Das Modell zerlegt das Video, wirft die Bilder
raus, in denen nichts passiert, baut sich aus dem Rest einen Skill
mit Screenshots als Orientierungsmuster und bedient die Webseite
anschließend headless über Playwright. Wenn es nicht weiterkommt,
schaut es auf seine eigenen Screenshots. Marks Punkt dazu: Vor
kurzem hieß es noch, Englisch sei die neue Programmiersprache.
Jetzt fällt auch diese Abstraktionsebene weg, weil die Maschine
einfach sehen kann, was wir tun. Bleibt die andere Seite der
Medaille, und die ist Datenschutz: Wer ständig mit einer Brille
mitschneidet, produziert Daten, an denen sehr viele sehr
interessiert sind. Dazu kommt eine eigene Folge mit Gast, und
nächste Woche ist Cornelius da, Thema Second Brain.
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