Vom Datensalat zur zentralen Dateninfrastruktur: Andrea Lederer (CDO Weleda) über Daten, Organisation und KI – live von der K5 – Folge 337

Vom Datensalat zur zentralen Dateninfrastruktur: Andrea Lederer (CDO Weleda) über Daten, Organisation und KI – live von der K5 – Folge 337

vor 5 Tagen
Warum eine über 100 Jahre alte Marke lange nicht sagen konnte, wie viel sie online verkauft – und was Andrea in zwei Jahren aufgebaut hat.
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Beschreibung

vor 5 Tagen
Ein Patient braucht nur eine Definition, ein Konzern manchmal
keine: Als Andrea Lederer vor zwei Jahren als Global Chief Digital
Officer bei Weleda anfängt, kann sie nicht sagen, wie viel das
Unternehmen online verkauft. Nicht, weil niemand verkauft, sondern
weil es keine zentralisierten Daten und keine gemeinsame Definition
gibt, was ein Online-Verkauf überhaupt ist. Ihr eigener Running Gag
hat ein Dreivierteljahr gehalten. Diese Folge habe ich live auf der
K5 mit Andrea aufgenommen. Wir kennen uns aus gemeinsamen
Douglas-Zeiten, davor war sie lange bei Amazon. Weleda ist eine
über 100 Jahre alte Marke, stark im stationären Handel über
Apotheke und Drogerie, international aufgestellt von Australien
über Amerika bis Asien. Genau daraus entsteht das Thema der Folge:
eine dezentrale, historisch gewachsene Datenlage, kaum eigene
First-Party-Daten und der Weg vom Datensalat zu einer zentralen
Dateninfrastruktur. Andrea nimmt uns mit durch die Reihenfolge, in
der sie das angegangen ist. Zuerst die Datengrundlage: gemeinsam
mit Finance und den Ländern definieren, was ein Online-Verkauf ist,
und die Zahlen in Power BI zusammenführen. Schritt für Schritt,
erst die Ist-Daten, dann das Vorjahr, seit diesem Jahr auch
Versus-Budget. Dann die Organisation: Monthly Business Reviews mit
den Ländern, Reportings, die Frage, wer welchen Report eigentlich
liest, und die tägliche Arbeit an einer Single Source of Truth. Der
Online-Anteil liegt heute grob bei 20 Prozent, den Rest macht der
Handel. Zwei Dinge machen die Folge ehrlicher als die übliche
Digitalerzählung. Erstens die Reihenfolge: erst das Fundament, dann
die Tools. Zweitens die Organisation. Andrea hat die IT nicht unter
sich, arbeitet aber eng mit ihrem IT-Chef, kämpft gegen Legacy und
einen Investitionsstau und hält ein klares Plädoyer, die IT-Kosten
bewusst zu erhöhen, statt sie nur zu drücken. Und dann KI. Weleda
hatte über die IT schon länger ein internes KI-System auf Basis von
OpenAI, aber eher auf freiwilliger Basis. Andrea hat daraus eine
Managementaufgabe gemacht: von freiwillig zu Pflicht, mit
AI-Readiness-Check, einem Ampelsystem für die Fachabteilungen und
Ambassadors, die Use Cases aus der Organisation zusammentragen. In
einem Piloten mit einem KI-Assistenten wurden aus geplanten 10
Testpersonen plötzlich 40. Ihr Aha-Moment war weniger die Technik
als die Erkenntnis, wie sehr Ergebnisse vom Kontext abhängen, den
man vorher hineingibt. Welches Tool am Ende gesetzt wird, ist bei
Weleda ausdrücklich noch offen. Außerdem: warum Marketing Mix
Modeling für eine starke Offline-Marke so schwierig ist, warum ein
CRM- und ein Replenishment-Ansatz erst am Anfang stehen, und warum
Andrea trotz aller KI-Begeisterung darauf besteht, Ergebnisse zu
hinterfragen, statt AI-Slop einfach weiterzureichen. Zum Schluss
die beiden Standardfragen. Privat trackt Andrea mit der Apple
Watch, hat ein Smart Home und baut sich kleine Apps, zuletzt für
die eigenen Finanzen. Und einen sauberen Filmtitel für die Folge
lässt sie offen, außer einem: Datensalat. Vorschläge gehen
ausdrücklich an die Hörerinnen und Hörer. Aufgenommen live auf der
K5.
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