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Beschreibung
vor 2 Tagen
Heute wird es zwar politisch, aber nicht parteipolitisch. Denn
Holger König und Michael Neugebauer stellen keine Koalitionsfrage,
sondern eine viel grundlegendere: Wo ist eigentlich die Geschichte,
die erklärt, wohin dieses Land will? Michael hat sich durch fünf
Jahrzehnte deutscher Regierungssätze gearbeitet und stellt fest,
dass genau einer davon bis heute sitzt: Willy Brandts „Mehr
Demokratie wagen" von 1969. Holger und Michael zerlegen diesen Satz
mit dem Handwerkszeug des Storytellings und zeigen, warum er
funktioniert. Er macht die Gemeinschaft zum Helden, beschreibt ein
erstrebenswertes Ziel, gibt zu, dass es Hindernisse gibt, und
verspricht trotzdem ein gutes Ende. Alles, was danach kam – von der
geistig-moralischen Wende über den Ruck, der durch Deutschland
gehen sollte, bis zu „Sie kennen mich" – hält dieser Prüfung kaum
stand. Ein Slogan ist eben noch kein Narrativ. Es geht auch um die
schwierigere Hälfte der Frage: um Eigenverantwortung, um den
„Freiheitsschock" des Historikers Ilko-Sascha Kowalczuk und um die
These des Psychologen Stephan Grünewald, dass der Leidensdruck
schlicht noch nicht groß genug ist. Dazu kommt der Blick auf das
Umfeld, in dem Botschaften heute überhaupt ankommen müssen:
Aufmerksamkeitsökonomie, tägliche Apokalypsen, Blasen. Und immer
wieder die Brücke ins Unternehmen, denn was hier fehlt, fehlt dort
genauso: ein Wofür, für das sich Anstrengung lohnt.
Holger König und Michael Neugebauer stellen keine Koalitionsfrage,
sondern eine viel grundlegendere: Wo ist eigentlich die Geschichte,
die erklärt, wohin dieses Land will? Michael hat sich durch fünf
Jahrzehnte deutscher Regierungssätze gearbeitet und stellt fest,
dass genau einer davon bis heute sitzt: Willy Brandts „Mehr
Demokratie wagen" von 1969. Holger und Michael zerlegen diesen Satz
mit dem Handwerkszeug des Storytellings und zeigen, warum er
funktioniert. Er macht die Gemeinschaft zum Helden, beschreibt ein
erstrebenswertes Ziel, gibt zu, dass es Hindernisse gibt, und
verspricht trotzdem ein gutes Ende. Alles, was danach kam – von der
geistig-moralischen Wende über den Ruck, der durch Deutschland
gehen sollte, bis zu „Sie kennen mich" – hält dieser Prüfung kaum
stand. Ein Slogan ist eben noch kein Narrativ. Es geht auch um die
schwierigere Hälfte der Frage: um Eigenverantwortung, um den
„Freiheitsschock" des Historikers Ilko-Sascha Kowalczuk und um die
These des Psychologen Stephan Grünewald, dass der Leidensdruck
schlicht noch nicht groß genug ist. Dazu kommt der Blick auf das
Umfeld, in dem Botschaften heute überhaupt ankommen müssen:
Aufmerksamkeitsökonomie, tägliche Apokalypsen, Blasen. Und immer
wieder die Brücke ins Unternehmen, denn was hier fehlt, fehlt dort
genauso: ein Wofür, für das sich Anstrengung lohnt.
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