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Malheur im Spellcheck; Der Popo des Brotes; Die erfundene
Zitrone und warum nichts so ursprünglich ist, wie es
tut. 

Alex startet mit einer Beschwerde: Das iPhone kennt das Wort
„Malheur" nicht, zumindest nicht im Deutschen. Von dort geht's
tief in die frankophile Vergangenheit Kölns, zu Lehnwörtern,
napoleonischer Besatzung und der Frage, warum „Franco" so miese
Vibes hat.

Vom Wort zum Brot: Chris' Tochter hat den „Popo" des Brotes
etabliert, was sofort die Frage aufwirft, was eigentlich ein Brot
definiert. Ein Schlenker über fragwürdige KI-Fitness-Videos hin
zu einer alten japanischen Lauftechnik, dem „Edo-Laufen", das als
Bewegungskulturgut bewahrt werden soll. Was man nicht alles nicht
kennt.

Womit wir bei kulturellen Codes wären. Alex erzählt von einer
Autorin, die den Rhythmus von Hopsscotch (Himmel und Hölle) in
ein Gedicht webt. Erkennbar nur für die, die die Referenz kennen.
Kunst steht nie außerhalb ihrer Zeit (man denke an all die
Alf-Sprüche, die heute keiner mehr versteht). Es geht um Form und
Funktion, um ein Versmaß, das natürlich aus der Sprache fließt
statt hineingequetscht zu werden, und darum, dass Intention Teil
des Kunstwerks ist.

Und weil Klassifizierungen fast immer nachträglich entstehen,
fragen wir uns: Wird etwas populär, weil es einen Namen bekommt
oder bekommt es einen Namen, weil es populär wurde? Survivor-Bias
inklusive. Selbst das vermeintlich Monolithische zerbröselt: Rot
ist nicht „die" Farbe Chinas durch alle Dynastien hindurch und
das weiße Hochzeitskleid ist erstaunlich jung.

Chili kam aus Südamerika, Kimchi war lange hell wie Sauerkraut,
Gochujang ist „nur" rund 300 Jahre alt. Wie lange muss etwas her
sein, damit es als ursprünglich gilt? Die Kartoffel brauchte eine
Marketingkampagne, der Kohl stammt von einem windschiefen
Küstengewächs ab, und die Zitrone gab es in dieser Form nie – „we
made lemons".

Bleibt die große Frage: Ist diese Kurzsichtigkeit, das Gefühl,
der Status quo sei „normal", gelernt oder zutiefst menschlich?
Mode beweist es laufend: Der Ivy-League-Look war in Japan
Rebellion und in den USA Establishment, Jeans wanderten vom
Zeltstoff zur Goldgräberhose zum Underdog-Symbol zum
Allerweltskleidungsstück. Everything is old and new again. Neu
ist offenbar nur die Kombination.

Folgt uns gerne zwischen Sprache und Salat, zwischen Brot-Popo
und Barockkleid. Den Rest knüpfen wir beim nächsten Mal an, ihr
erinnert euch dran, wir vielleicht nicht.

 

In der Folge erwähnt:

Maya Angelou im Interview (1973):
https://www.instagram.com/reel/DXMYVzrEhWT/

Maya Angelou: https://de.wikipedia.org/wiki/Maya_Angelou

Hopsscotch (Himmel und Hölle):
https://en.wikipedia.org/wiki/Hopscotch

„Edo-style“ running style - CNN:
https://www.youtube.com/shorts/LWWkKldmUog

Über die Kartoffel:
https://www.deutschlandfunk.de/lob-der-tartuffoli-100.html

Herkunft der Kartoffel:
https://de.wikipedia.org/wiki/Kartoffel#Ursprüngliche_Herkunft

Die Jeans: https://de.wikipedia.org/wiki/Jeans

Brautkleider: https://en.wikipedia.org/wiki/Wedding_dress

Gochujang: https://en.wikipedia.org/wiki/Gochujang

 

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Noch ein Podcast:

Perspektiven auf Software & Design von Chris & Alex.

www.bessermit.design

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„Vom Brot der Popo“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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