Rückwärts-kompatibles Wohnen

Rückwärts-kompatibles Wohnen

vor 3 Tagen
Warum Windows die Bauverordnung ist; Kranhäuser im Windkanal und die Frage: Darf ein Haus auch schön sein?
49 Minuten
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Beschreibung

vor 3 Tagen

Warum Windows die Bauverordnung ist; Kranhäuser im
Windkanal und die Frage: Darf ein Haus auch schön
sein? 


 


Alex wollte ein leichtes Thema. Es wurde die Bauverordnung.
Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass komplexe Systeme fast
immer addieren und selten subtrahieren. Wenn etwas nicht
funktioniert, legt man Regeln drauf. Dann Schilder. Dann Strafen
für die Schilder. Dann Regeln über die Menge an Schildern. Und
dann landet alles vor Gericht.


Chris bringt zwei Beispiele: das deutsche Baurecht und Microsoft
Windows. Das neue „E-Gebäude" soll Bauen einfacher machen, mit
weniger Vorschriften. Klingt gut, bedeutet aber: Statt 150
Statuten gibt es jetzt 185 und die ungeklärte Frage, in welchem
Regelwerk man eigentlich gerade steckt. Windows macht es ähnlich:
Seit Windows 95 wird addiert, nie subtrahiert. Hinter jeder neuen
Oberfläche schlummern noch die Systemeinstellungen von damals.
Apple geht den anderen Weg, sägt Altes radikal ab. Ergebnis:
Diablo 2 läuft nicht mehr auf dem Mac. Traurig, aber konsequent.


Es folgt ein Exkurs über föderale Bauordnungen, weil ein Haus in
NRW ja offensichtlich ganz anders aussehen muss als eins in
Berlin. Chris relativiert fair: 2018 wurde tatsächlich etwas
vereinfacht. Es geht also. Vermutlich war gerade keine Lobby
involviert. Oder die richtige.


Wir widmen uns der Architektur und Köln bekommt sein Fett weg.
Die Welle, gelbe Fliesen, Beton am Rheinauhafen, Kranhäuser mit
gesetzlicher Mindestdeckenhöhe und Windverhältnissen wie im
Orkan. Chris findet, vieles davon sei zeitlos, zeitlos hässlich.
Alex hält dagegen: Rotterdam zeigt, dass modern auch schön geht.
Zusammen fragen wir uns, warum Neubauten fast immer gleich
aussehen, als kämen sie aus einem Katalog.


Zwischen Holzzierleisten, die nach fünf Jahren hinüber sind,
offenporigem Beton, der aussieht als wäre er verprügelt worden,
und dem Kölnberg als warnendem Beispiel für gescheiterten
Futurismus landen wir bei der großen Frage: Kann man Schönheit
eigentlich vorschreiben? Und wie viel Prozent der Wand müssten
dann „schön" sein? Baurechtlich schwer zu klären. Menschlich
eigentlich ganz einfach.


Egal, wo ihr wohnt, wir hoffen, ihr wohnt schön.


 


In der Folge erwähnt:


E-Gebäude:
https://www.bmjv.de/SharedDocs/Downloads/DE/Gesetzgebung/FAQ/FAQ_RefE_Gebaeudetyp_E.pdf?__blob=publicationFile&v=2



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Noch ein Podcast:


Perspektiven auf Software & Design von Chris & Alex.


www.bessermit.design
 


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