Podcaster
Episoden
03.02.2026
57 Minuten
„Kindness“, „Niceness“ und andere Formen von
Nähe.
Ausgangspunkt ist ein Gesprächsausschnitt mit Trevor Noah und
Simon Sinek und eine scheinbar einfache Unterscheidung:
„Kindness“ vs. „Niceness“. Also: echte Herzlichkeit oder höfliche
Oberfläche?Was zunächst wie ein amerikanisches Kulturthema wirkt,
entfaltet schnell eine größere Frage:Wann sind wir wirklich
zugewandt und wann folgen wir nur einer sozialen Norm?
Alex und Chris tasten sich durch Höflichkeit als Schutzschild,
Freundlichkeit als Verhaltensprotokoll und die Unsicherheit, die
entsteht, wenn Formen wichtiger werden als das Eigentliche. Ist
es nett, schwierige Dinge nicht anzusprechen? Ist es freundlich,
jemanden anzulächeln, obwohl man innerlich ganz woanders ist? Und
ab wann wird Nettigkeit zur Vermeidung von echter Begegnung?
Es geht um kulturelle Unterschiede: Amerikaner und Deutsche,
Umarmungen oder Distanz. Das berühmte „Wie geht’s?“, das oft gar
keine Antwort hören will. Um Smalltalk im Treppenhaus, ehrliche
Begegnungen an der Bäckertheke und die Frage, wie viel Wahrheit
eine Situation eigentlich verträgt. Chris denkt laut über
Authentizität nach, über das Unbehagen bei allem, was sich „fake“
anfühlt und darüber, wie schwer es ist, die Intention hinter dem
Verhalten anderer wirklich zu erkennen.
Dabei wird deutlich, wie schnell Gespräche kippen können, wenn
Höflichkeit Distanz schafft und Routinen Nähe ersetzen. Wie
schwer es ist, einzuschätzen, ob das Gegenüber gerade schützt,
vermeidet, einlädt oder einfach nur funktioniert. Und ob
Zurückhaltung in manchen Momenten nicht nur einfacher, sondern
vielleicht sogar fürsorglicher ist.
Was wäre, wenn Begegnungen mehr Wahlmöglichkeiten hätten? Wenn
Nähe nicht vorausgesetzt, sondern jedes Mal neu ausgehandelt
würde? Ein Nicken, ein Winken, ein kurzes Hallo oder eben ein
Tanz. Nicht als Regel, sondern als Einladung. Vielleicht kein
großes gesellschaftliches Modell. Aber ein Gedanke, der hängen
bleibt.
In der Folge erwähnt:
Niceness vs. Kindness:
https://www.instagram.com/reel/DTAzpVcFCdT/?hl=de
Trevor Noah: https://de.wikipedia.org/wiki/Trevor_Noah
Simon Sinek – A bit of Optimism:
https://simonsinek.com/podcast/
„This is Water“ – Essay von David Foster Wallace:
https://de.wikipedia.org/wiki/Das_hier_ist_Wasser
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20.01.2026
1 Stunde 15 Minuten
Teegießen auf Hügeln; Zugehörigkeit; Tradition und das
Problem mit Alternativen.
Frohes neues Jahr ihr Lieben! Alex & Chris starten das neue
Jahr standesgemäß ohne Vorsätze, dafür mit absurdem Theater, Tee
auf Hügeln und der großen Frage: Warum werden aus Gewohnheiten
schnell heilige Rituale?
Ausgangspunkt ist ein Theaterabend. „Die Rechnung“ – ein absurd
reduziertes Stück über einen Gast, einen Kellner und sehr viel
Menschlichkeit dazwischen. Zwei Schauspieler, eine Situation,
unzählige Emotionen. Es geht um Wiederholung, Eskalation,
Kontrollverlust und darum, wie unglaublich viel Bedeutung selbst
in scheinbar nichtssagenden Momenten stecken kann. Und auch
darum, dass Kunst nicht für alle gleich funktioniert. Was
passiert, wenn jemand im Publikum innerlich einschläft, während
man selbst Tränen lacht?
Von dort führt der Weg zu Ritualen. Zu Traditionen, die
erstaunlich jung sind, aber verteidigt werden, als wären sie in
Stein gemeißelt. Zu weißen Hochzeitskleidern, humpelnden
Modeikonen, royalen Schönheits-OPs und der Frage, wie viele
Wiederholungen es braucht, bis aus einer Schnapsidee ein Dogma
wird. Spoiler: nicht viele.
Gedankenexperiment: das Teegießen. Ein frei erfundenes Ritual,
das langsam, aber sicher zur Staatsreligion eskaliert. Mit Rat
der Ältesten, Häresien, heiligen Kriegen gegen Kaffeegießer und
der Erkenntnis, dass Nähe, Zugehörigkeit und Bedeutung oft viel
schneller kippen, als uns lieb ist.
Es geht um Fußballstadien als moderne Kathedralen, um
Schalwirbeln als kollektive Liturgie, um Weihnachtsoblaten und
die stille Macht gemeinsamer Wiederholung. Und um die dunkle
Seite davon: Wenn Vielfalt sich wie Verlust anfühlt. Wenn
Alternativen als Bedrohung wahrgenommen werden. Wenn aus „wir
machen das so“ ein „so macht man das“ wird.
Am Ende bleibt keine Anleitung, aber ein Wunsch: Möge 2026 ein
gutes Jahr werden, mit Ritualen oder ohne.
In der Folge erwähnt:
Schauspiel Köln - Theaterstück: Die Rechnung
https://www.schauspiel.koeln/produktion/die-rechnung
Weiß als Farbe für Brautkleider:
https://en.wikipedia.org/wiki/Wedding_dress_of_Queen_Victoria
Alexandra limp: https://en.wiktionary.org/wiki/Alexandra_limp
Oblaten zu Weihnachten:
https://en.wikipedia.org/wiki/Christmas_wafer
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23.12.2025
1 Stunde 19 Minuten
Frohes Fest; Trockene Kekse; Genuss, Geschmack & die
Kunst, sich zu entscheiden.
Alex & Chris verabschieden sich in eine kleine
Weihnachtspause. Heute gibt’s die letzte Folge für 2025, die
nächste hört ihr am 20.01.2026. Zwischen Zimtduft,
Geschenkestress und Kekskrümeln stellen wir uns die Frage: Wie
feiern wir eigentlich, wenn wir uns selbst und anderen wirklich
etwas Gutes tun wollen?
Von der volkswirtschaftlichen „Wertvernichtung Weihnachten“ über
Fehlkäufe, die im Schrank auf den nächsten Besuch warten, bis zu
der Idee, teure Dinge einfach weiterzugeben, an Menschen, die sie
wirklich brauchen. Alex verrät sein „Secret Weapon“ für gute
Geschenke: radikales Zuhören und eine Notizliste für kleine
Wünsche im Alltag.
Chris outet sich als Nicht-Kekstyp. Staubige, mehlige Kekse?
Nein, danke. Shortbread mit guter Butter und Zitronenschale?
Vielleicht. Alex schwärmt derweil von Cornflakes-Schoko-Keksen
seiner Schwester und wir landen beim Grundsatz: Je weniger
Zutaten, desto schwieriger wird es, wirklich gut zu backen.
Was tun, wenn wir zwischen zwei Optionen völlig indifferent sind?
Brauchen wir dann Option C oder einfach weniger Auswahl? Wir
reden über Restaurantkarten mit 380 Gerichten, Standard-Pizzen
vs. Kürbis-Spezial, Serien, Theaterabende zwischen Genuss und
intellektuellem Langeweile-Experiment und darüber, warum
„Genügsamkeit“ und Qualitätsanspruch kein Widerspruch sein
müssen.
Wir wünschen euch ein Weihnachtsfest, das zu euch passt, mit oder
ohne Geschenke, alleine oder mit Menschen, die ihr liebt (oder
ertragt), mit perfekten oder völlig misslungenen Keksen.
Hauptsache, ihr habt ein paar gute Momente und das Gefühl, dass
jemand an euch denkt.
Frohe Weihnachten, gute Zeit und wir hören uns im neuen Jahr
wieder.
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09.12.2025
1 Stunde 18 Minuten
Stereotype; Seriensuchten; Spoilerangst & die Sache
mit dem blauen Himmel.
Chris hat diesmal tatsächlich ein Thema mitgebracht. Sogar eins,
das gleichzeitig banal, brisant und alltäglich ist: Stereotype.
Warum wir sie brauchen, warum sie nerven und warum es so schwer
ist, über sie zu sprechen, ohne sie größer zu machen.
Doch bevor es philosophisch wird, streiten Alex & Chris
erstmal darüber, ob die neue Serie Pluribus gespoilert
werden darf, ob man Serien „staffelweise“ oder „wochenweise“
würdigt und warum Streamingdienste uns vielleicht doch nicht nur
ärgern wollen. Und wer entscheidet eigentlich, wann eine Serie
„kaputt optimiert“ wird?
Dann geht’s tief rein in die Psychologie: Warum unser Gehirn ohne
Schemata komplett überfordert wäre. Wie Stereotype entstehen. Und
weshalb es so verdammt schwer ist, negative Stereotype zu
widerlegen, ohne sie beim Namen zu nennen. Chris ringt hörbar mit
dem Thema, nicht nur wissenschaftlich, sondern emotional: Wie
redet man über ungerechte Zuschreibungen, ohne sie versehentlich
weiter zu füttern?
Alex öffnet die große Meta-Schublade: In-Group versus Out-Group,
warum Individuen plötzlich als „Ausnahme“ gelten, und wieso wir
alle mit unzähligen unbemerkten Stereotypen herumlaufen. Manche
harmlos („Germanisten vs. Linguisten“), andere gesellschaftlich
hochproblematisch.
Es geht um Wahrnehmung, Attribution, Frust, Verantwortung und um
die Frage, wie wir als Gesellschaft wieder mehr echte Begegnung
hinbekommen, die Stereotype langsam aufweichen kann.
Zwischendurch: Preußische Vorfahren, Köln-Bergheim-Mythen,
Baptisten, eine Moschee im Kölner Dom, Matheunterricht, schwarze
Schwäne, der Kopf ist rund, damit man seine Meinung ändern kann,
und der Moment, in dem ein harmloser Autofahrer plötzlich zur
Projektionsfläche wird.
Am Ende bleibt vielleicht keine endgültige Antwort, aber ein
Gefühl dafür, warum diese Gespräche wichtig sind, selbst wenn sie
sich manchmal im Kreis drehen.
Viel Freude beim Hören und beim neugierigen Hinterfragen der
eigenen Stereotypen.
In der Folge erwähnt:
Stereotyp: https://de.wikipedia.org/wiki/Stereotyp
Serie Pluribus:
https://de.wikipedia.org/wiki/Pluribus_%E2%80%93_Gl%C3%BCck_ist_ansteckend
Serie Lost: https://de.wikipedia.org/wiki/Lost_(Fernsehserie)
Serie Breaking Bad:
https://de.wikipedia.org/wiki/Breaking_Bad
Terry Pratchett:
https://de.wikipedia.org/wiki/Terry_Pratchett
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25.11.2025
1 Stunde 5 Minuten
Die angeklebte Banane; 70-jährige Linguisten;
Spoiler-Alarm und warum Kunst uns wachküsst.
Ein Jubiläum, das keins sein will: Alex & Chris feiern Folge
70, mit einer Entschuldigung, die vermutlich nur Linguisten
glücklich macht. Denn: Der See und die
See sind nicht polysem, sondern homonym, zumindest laut Chris
& Wikipedia. Ob das nächste Woche wieder anders aussieht,
übernehmen wir keine Garantie.
Chris kämpft tapfer, nicht zu spoilern. Eigentlich will er über
eine neue Science-Fiction-Serie reden, doch viele haben sie noch
nicht gesehen. Spoilern? Geht gar nicht.
Also wenden wir uns lieber der Kunst zu. Genauer: Der gemeinsame
Besuch auf der Art Cologne. 45 Minuten Zeit.
Verkehrschaos in Deutz. Völlige Reizüberflutung; im besten Sinne.
Chris erzählt, wie ihn Kunst augenblicklich runterbringt. Alex
erinnert sich an seinen Aha-Moment im Studium mit einem
Picasso-Druck aus einem Kalender und wie sein Gehirn wieder zum
Leben zurück kommt.
Es geht um moderne Kunst, alte Kunst, konzeptuelle Kunst und um
die Frage, ob eine angeklebte Banane Kunst sein darf. Warum
Kinder manchmal die besseren Kunstkritiker sind. Und warum ein
Kunstwerk nichts können muss, um uns etwas zu geben.
Schlenker zur Musik: Warum Sia früher schon Sia war, bevor sie
berühmt wurde.Warum manche Künstler einen Kern behalten, auch
wenn sie Genres wechseln. Beatles hören. Und wie Joe Cocker in
Woodstock eine Naturgewalt war, obwohl aufgewachsen mit der
Werbung man eher an Bierwerbung dachte, weil wir die Version von
ihm nicht kannten.
Eine Episode über Kunst und Können, über Geschmack und Geschichte
und darüber, warum wir manchmal erst spät verstehen, was wirklich
groß ist.
Viel Freude beim Hören und beim Entdecken der Kunst, die dein
Herz höher schlagen lässt.
In der Folge erwähnt:
Art Cologne: https://www.artcologne.de/
Homonym: https://de.wikipedia.org/wiki/Homonym
Polysem: https://de.wikipedia.org/wiki/Polysemie
Joe Cocker - Woodstock 1969
https://www.youtube.com/watch?v=rUVEFkjqiEE&list=RDrUVEFkjqiEE&start_radio=1
Joe Cocker- With A Little Help From My Friends (Live From Mad
Dogs & Englishmen)
https://www.youtube.com/watch?v=rr0X1wJ7lx8&list=RDrr0X1wJ7lx8&start_radio=1
Beatles 1964: https://www.youtube.com/watch?v=jenWdylTtzs
Beatles 1968:
https://www.youtube.com/watch?v=BGLGzRXY5Bw&list=RDBGLGzRXY5Bw&start_radio=1
Beatles 1969:
https://www.youtube.com/watch?v=UelDrZ1aFeY&list=RDUelDrZ1aFeY&start_radio=1
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Über diesen Podcast
Zwei Designer kommen vom Hölzchen aufs Stöckchen in Philosophie,
Zeitgeist, Kultur und Design. **** Alex & Chris sind Gründer
der Wahnsinn Design GmbH, sind ziemlich beste Freunde und reden
über Alles. Ihre Freundschaft begann im Jahr 2005 mit einem solchen
Gespräch und immer noch haben beide große Freude, Stunde um Stunde
die Welt gemeinsam zu ergründen. Jetzt nehmen sie Dich mit, Ihrem
manchmal klugen, machmal weniger klugen Gedankenaustausch zu
folgen.
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