Wie viel Wagner steckt im Nationalsozialismus?

Wie viel Wagner steckt im Nationalsozialismus?

vor 1 Woche
Hitlers Lieblingskomponist und die NS-Diktatur: Jetzt wird das Verhältnis aufgearbeitet. Außerdem: Lektüre über das Reisen in die Ferne und über Faulenzen auf der Couch
1 Stunde 5 Minuten
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Beschreibung

vor 1 Woche
Er ist der umstrittenste Komponist überhaupt – Richard Wagner,
glühend verehrt und heftig verabscheut. Und er hat eine braune
Weste, obwohl die Nazis erst 50 Jahre nach seinem Tod an die Macht
kamen: Hitlers Lieblingskomponist war er, und der »Führer« förderte
die Bayreuther Festspiele kräftig. Die feiern in diesem Sommer
ihren 150. Geburtstag mit Prominenz und Fans – und in der neuen
Sachbuchfolge von »Was liest du gerade?« diskutieren Maja Beckers
und Alexander Cammann das kritische Buch des Musikwissenschaftlers
Anno Mungen über den Wagner-Kult in Deutschland 1933 bis 1945. Wie
hat das NS-Regime Wagners Opern genutzt – und kann man ihn heute
mit diesem Wissen noch unbefangen hören? Sommerzeit ist Reisezeit:
Die Schriftstellerin Felicitas Hoppe ist die große Reisende unter
den heutigen Erzählern. In dem schmalen Band »Reisen« erklärt sie,
wie sie seit Jahrzehnten in der Welt unterwegs ist, obwohl sie
eigentlich immer eine Stubenhockerin war. Wir erfahren, wie sie die
Welt auf einem Containerschiff umrundet hat und warum die
Erfahrungen beim Reisen wichtiger sind als das, was man dabei
lernt. Ein Buch für unterwegs, mit dem man aber auch perfekt zu
Hause bleiben kann. Dort befindet sich wahrscheinlich auch der
perfekte Ort zum Lesen oder Podcasthören, um den diesmal unser
Klassiker kreist: die Couchecke. Über dieses besondere
Interiorstück, seine Entstehung und gesellschaftliche Bedeutung hat
der Kunsthistoriker Martin Warnke 1979 einen klugen und amüsanten
Essay geschrieben. Maja Beckers und Alexander Cammann fragen sich,
ob man heute immer noch eine Couchecke in seinem Wohnzimmer haben
muss. Als Geheimtipp haben sie diesmal ein Buch über Palmen und die
deutsche Künstlerkolonie Olevano bei Rom mitgebracht. Kommen Sie
gut durch den Sommer – natürlich mit guten Sachbüchern!   Das
Team von »Was liest du gerade?« erreichen Sie unter
buecher@zeit.de. Literaturhinweise: - Anno Mungen: »Von Bayreuth
nach Auschwitz«, Westend, 381 Seiten, 32 Euro - Felicitas Hoppe:
»Reisen«, Hanser Berlin, 128 Seiten, 20 Euro - Martin Warnke: »Zur
Situation der Couchecke«, in: »Warburgs Schnecke«.
Kulturwissenschaftliche Skizzen, Wallstein, S. 96–106 - Jutta
Person: »Palmen«, Matthes & Seitz, 152 Seiten, 22 Euro - Golo
Maurer: »Olevano. Als ein paar romantische Aussteiger in Italien
die deutsche Kunst erfanden«, C. H. Beck, 384 Seiten, 29,90 Euro
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