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Episoden
21.02.2026
59 Minuten
In 22 Sprachen erscheinen jetzt die Memoiren von Gisèle Pelicot, in
langen Interviews ist die 73-jährige Französin überall präsent. In
der neuen Sachbuchfolge von "Was liest du gerade?" sprechen Maja
Beckers und Alexander Cammann über ihr Buch "Eine Hymne an das
Leben" und das Schicksal dieser Frau. Seit dem Prozess in Avignon
im Jahr 2024, in dem ihr Ex-Mann und fast 50 weitere Täter wegen
Vergewaltigung verurteilt wurden, ist sie weltbekannt. Wie geht sie
selbst mit ihrer Geschichte um? Und was ist ihre eigene Botschaft
für die geschockte Welt? Alle reden über die neue, gefährliche
Macht der Ultrareichen, nicht nur in Trumps Amerika. Der junge
französische Star-Ökonom Gabriel Zucman hat in seinem Essay
"Reichensteuer. Aber richtig!" eine Idee, wie man riesige Vermögen
belasten sollte, damit die Kluft zwischen Arm und Reich in den
westlichen Gesellschaften nicht noch stärker zur Bedrohung für die
Demokratie wird. Kann sie funktionieren? Das Zitat des Monats
liefert diesmal die Philosophin Miriam Metze mit ihrem Buch
"Unerwidert lieben". Erstaunlich, wie viele Denker sich seit der
Antike über diese traurigen Gefühle Gedanken gemacht haben – und
wie wenig Sachbücher es über unglückliche Liebe gibt. In der
Klassikerrubrik stellen wir Reportagen und Erzählungen des
Schriftstellers Jack London vor, die jetzt in dem Band "Das
Erdbeben von San Francisco" präsentiert werden: Er war 1906 als
Augenzeuge dabei, als dieses Ereignis San Francisco komplett
zerstörte – eine mythische Katastrophe des modernen Amerika, bis
heute ein Menetekel für das moderne Kalifornien. Das Team von "Was
liest du gerade?" erreichen Sie unter buecher@zeit.de.
Literaturangaben: - Miriam Metze: "Unerwidert lieben". Eine
philosophische Tröstung. Mairisch, 256 Seiten, 24 Euro - Gabriel
Zucman: "Reichensteuer. Aber richtig!". Aus dem Französischen von
Ulrike Bischoff. Suhrkamp, 63 Seiten, 12 Euro - Gisèle Pelicot:
"Eine Hymne an das Leben. Die Scham muss die Seite wechseln". Aus
dem Französischen von Patricia Klobusiczky. Piper, 256 Seiten, 25
Euro - Jack London: "Das Erdbeben von San Francisco. Geschichten
aus der Bay Area". Übersetzt von Alexander Kluy. Limbus, 96 Seiten,
15 Euro [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen
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07.02.2026
51 Minuten
Die Regisseurin und Schriftstellerin Lola Randl hatte vor einigen
Jahren Berlin den Rücken gekehrt und ist in die brandenburgische
Provinz gezogen. Im uckermärkischen Gerswalde bewirtschaftete die
Künstlerin mit ihrer Familie einen Garten und schuf einen bekannten
Treffpunkt für Wochenendausflügler. Gerswalde wurde zum Ort für
Berliner Hipster und Glückssucher aller Art, die in einem von
Japanerinnen betriebenen Restaurant zusammenfanden. In ihrem neuen
Buch "Der lebende Beweis" erzählt Lola Randl literarisch vom
Scheitern dieses Lebensprojekts, vom distanzierten Verhältnis zu
den Einheimischen und brüchigen Beziehungen – und von einem
Aufbruch ins Ungewisse. Der vielfach ausgezeichnete Schriftsteller
Michael Wildenhain hingegen hat einen opulenten Großstadtroman
vorgelegt und entführt uns in das düstere West-Berlin Ende der
Sechzigerjahre. Erzählt wird in "Das Ende vom Lied" aus der
Perspektive eines Jugendlichen. Der Vater war mit nur einem Bein
aus dem Krieg zurückgekehrt, die Mutter war aus dem Osten
geflüchtet. Und der Junge? Der wächst jetzt inmitten von Ruinen,
Straßengangs und dreckigen Kneipen auf. Wäre da nicht die Liebe …
Und wären da nicht so viele politische Ideale in der Luft, die
leider schnell ins Militante abdriften. In unserem Klassiker
sprechen wir über das Werk von Annemarie Schwarzenbach. Die
Freundin von Erika und Klaus Mann war eine hinreißende
Reisereporterin und hat in den Dreißigerjahren den Nahen Osten
bereist. Unser Zitat des Monats kommt aus dem neuen Roman "Mein
gelber Pullover" von Ursula März. Das Team von "Was liest du
gerade?" erreichen Sie unter buecher@zeit.de. Literaturangaben: -
Lola Randl: "Der lebende Beweis". Roman. Matthes & Seitz
Verlag, Berlin 2026, 188 Seiten, 22 EUR - Michael Wildenhain: "Das
Ende vom Lied". Roman. Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2026, 416
Seiten, 26 EUR - Annemarie Schwarzenbach: "Orientreisen. Reportagen
aus der Fremde". Ebersbach & Simon Verlag, 2017, 141 Seiten, 18
EUR - Ursula März: "Mein gelber Pullover". Roman. Piper Verlag,
2026, 176 Seiten, 22 EUR [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer
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24.01.2026
1 Stunde 5 Minuten
Mehr Freiraum, weniger Zwänge, sich nicht mehr ständig einengen
lassen: Wer träumt nicht davon? Ob und wie das klappen könnte,
darüber sprechen Maja Beckers und Alexander Cammann in der neuen
Sachbuchfolge von "Was liest du gerade?": Der Soziologe Hartmut
Rosa hat über dieses Problem sein neues, bereits viel diskutiertes
Buch "Situation und Konstellation" geschrieben. Wie können wir
überhaupt noch selbstständig handeln, wenn die Spielräume in der
Gesellschaft immer kleiner werden? Familiengeschichten
boomen, gerade wenn es um die Verstrickung der Ahnen in den
Nationalsozialismus geht. Christina Strunck hat daraus ein
faszinierendes, erschütterndes Projekt gemacht: Minutiös zeichnet
sie in ihrem Buch "Die Aufsteiger" ein Gesellschaftsporträt am
Beispiel der Kleinstadt Sprendlingen in der Nazizeit – und
rekonstruiert die dunklen Flecken in einer ganz normalen deutschen
Familie. Das Zitat des Monats liefert diesmal Amanda Montell
in ihrem Buch "Cultish. Fanatische Sprache und woran wir sie
erkennen": Bei der Lektüre merkt man, wie wichtig Sprache für
unsere Identität ist. In der Klassikerrubrik stellen wir ein
Buch vor, das schon 1963 glasklar und stilistisch glänzend die
Wirkungen rechten Denkens analysierte: Fritz Sterns
"Kulturpessimismus als politische Gefahr" über den Einfluss
reaktionärer Intellektueller in Deutschland lange vor 1933. Der
2016 verstorbene Historiker emigrierte 1938 nach Amerika –
pünktlich zum 100. Geburtstag des 2016 Verstorbenen wird jetzt sein
leider brandaktuelles Buch wieder aufgelegt. Das Team von
"Was liest du gerade?" erreichen Sie unter buecher@zeit.de.
Literaturangaben: - Amanda Montell: "Cultish. Fanatische Sprache
und woran wir sie erkennen". Aus dem amerikanischen Englisch von
Florian Kranz und Andrea Schmittmann. HarperCollins, 350 Seiten, 25
Euro - Christina Strunck: "Die Aufsteiger. Deutscher Mittelstand
unter Hitler: Eine Familiengeschichte". Rowohlt, 431 Seiten, 28
Euro - Hartmut Rosa: "Situation und Konstellation. Vom Verschwinden
des Spielraums". Suhrkamp, 247 Seiten, 25 Euro - Fritz Stern:
"Kulturpessimismus als politische Gefahr. Eine Analyse nationaler
Ideologie in Deutschland". Aus dem Amerikanischen von Alfred P.
Zeller. Klett-Cotta, 496 Seiten, 25 Euro [ANZEIGE] Mehr über die
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17.01.2026
44 Minuten
Der britische Booker Prize zählt zu den renommiertesten
Literaturauszeichnungen weltweit. Erhalten hat ihn vor Kurzem David
Szalay für seinen Roman "Flesh", der auf Deutsch unter dem Titel
"Was nicht gesagt werden kann" erschienen ist. Iris Radisch und
Adam Soboczynski sprechen in der neuen Folge des Bücherpodcasts
"Was liest du gerade?" über dieses hinreißende Werk. Es handelt von
István, der mit seiner Mutter in einer ungarischen
Plattenbausiedlung aufwächst – und auf verschlungenen Wegen in die
höchsten Kreise Londons gerät. Gelingt ihm der soziale Aufstieg?
Was bedeutet es heute, männlich zu sein? Ist er ein Mörder? Und
wenn ja, trotzdem ein guter Mensch? Szalay führt uns in die
Abgründe menschlicher Existenz. Was man auch über Bodo Kirchhoffs
umfangreichen Liebesroman "Nahaufnahmen einer Frau, die sich
entfernt" sagen kann: Terese reist ihrem Mann nach Indien
hinterher, um ihn mit seiner Geliebten zu erwischen. Kann das gut
gehen? Unser Klassiker ist diesmal Herman Melvilles berühmte
Erzählung "Bartleby der Schreiber". Sie handelt vom großen
Neinsager der Literatur: Sich im Bürojob jeder Tätigkeit zu
verweigern, wird hier zum Lebensmotto der Moderne schlechthin.
Unser Zitat des Monats kommt aus dem Erzählungsband "Stories 2" der
amerikanischen Schriftstellerin Joy Williams. Das Team von "Was
liest du gerade?" erreichen Sie unter buecher@zeit.de.
Literaturangaben: - David Szalay: "Was nicht gesagt werden kann".
Roman. A. d. Engl. v. Henning Ahrens. Claassen Verlag, Berlin 2025,
384 Seiten, 25,00 EUR - Bodo Kirchhoff: "Nahaufnahmen einer Frau,
die sich entfernt". Roman. dtv, München 2026, 576 Seiten, 28,00 EUR
- Herman Melville: "Bartleby, der Schreiber". A. d. Engl. v. Jürgen
Krug. Insel Verlag, Berlin 2019, 88 Seiten, 14,00 EUR - Joy
Williams: "Stories 2". A.d. Engl. v. Julia Wolf. dtv, München 2025,
320 Seiten, 26,00 EUR [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer
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27.12.2025
49 Minuten
Das Jahr geht vorbei, Zeit für Bilanzen. Maja Beckers und Alexander
Cammann schauen in dieser letzten Sachbuch-Folge von Was liest Du
gerade? im Jahr 2025 auf Bücher, die für spezielle Trends stehen
oder große Themen des Jahres diskutieren. In der Rubrik „Der erste
Satz“ geht es um ein Zitat aus dem Buch der Journalistin Eva Thöne
unter dem Titel Weibliche Macht neu denken: Steckt im Kampf um
Sichtbarkeit auch eine Gefahr für den Feminismus? Katja Gloger und
Georg Mascolos Buch Das Versagen über die deutsche Russlandpolitik
steht seit Wochen auf den Bestsellerlisten. Ihre investigative
Recherche liefert auf der Basis zahlloser Dokumente und Interviews
mit Akteuren und Zeitzeugen einen schonungslosen Blick hinter die
Kulissen von Außen- und Wirtschaftspolitik vor dem russischen
Überfall auf die Ukraine. Gesprächsbücher lagen in diesem Jahr im
Trend: Die Politikerin Ricarda Lang und der Soziologe Steffen Mau
liefern in ihrem Buch Der große Umbruch eines davon. Beide melden
sich oft in den Medien zu Wort – wie funktioniert ihr Langgespräch
aus zwei ganz unterschiedlichen Perspektiven über die Krisen
unserer Gegenwart? In der „Klassiker“-Rubrik erinnern wir an den
TV-Moderator, Journalisten und Buchliebhaber Roger Willemsen, der
vor zehn Jahren gestorben ist: Unter dem Titel Liegen Sie bequem?
sind viele seiner Texte, Kolumnen und Interviews in einem
Sammelband erschienen, der um seine Begeisterung für das Lesen und
die Literatur kreist. So steigt garantiert die Vorfreude auf das
Lesejahr 2026! Das Team von "Was liest Du gerade?" erreichen Sie
unter buecher@zeit.de. Literaturangaben: - Eva Thöne:
Weibliche Macht neu denken. Hanser Berlin, 240 Seiten, 24 Euro -
Katja Gloger/Georg Mascolo: Das Versagen. Eine investigative
Geschichte der deutschen Russlandpolitik. Ullstein, 496 Seiten,
26,99 Euro - Ricarda Lang/Steffen Mau: Der große Umbruch. Ein
Gespräch über Krisen, Konflikte und Kompromisse. Ullstein, 400
Seiten, 24,99 Euro - Roger Willemsen: Liegen Sie bequem? Von Lesen
und von Büchern, hrsg. v. Insa Wilke, S. Fischer, 448 Seiten, 28
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Über diesen Podcast
Wer ist nun besser: Kehlmann oder Kafka? Und was macht ein wirklich
gutes Buch mit seinen Lesern und Leserinnen? Zweimal im Monat
streiten und schwärmen wir über Bücher. Wir suchen aus der Fülle
der Neuerscheinungen die interessantesten Bücher aus – mit Vorliebe
solche, die uns selbst auf neue Gedanken gebracht haben. Es geht um
neu erschienene Romane und Sachbücher und literarische Klassiker,
die überraschende Schlaglichter auf die Gegenwart werfen. Im
Wechsel sprechen aus der ZEIT-Redaktion Adam Soboczynski und Iris
Radisch über Belletristik sowie Maja Beckers und Alexander Cammann
über Sachbücher. Falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen
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