Liebe in Zeiten des Krieges

Liebe in Zeiten des Krieges

vor 3 Tagen
Zwei starke Autorinnen wollen in ihren neuen Romanen wissen: Wie geht Liebe, wenn alles andere nicht mehr geht? Und: der ultimativ abkühlende Lesetipp für den Strandkorb
48 Minuten
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Beschreibung

vor 3 Tagen
Bei Was liest du gerade? diskutieren Iris Radisch und Adam
Soboczynski zwei ganz neue Romane, die beide viel über die Liebe in
unserer Gegenwart erzählen – Alles Liebe von Ronja von Rönne und
Trost von Angelika Klüssendorf. Ronja von Rönne erzählt von
Menschen, die über ihren ganz persönlichen Abgrund balancieren,
schwere Krebserkrankungen ihrer nächsten Freunde und Verwandten
aushalten müssen und darüber aus der Bahn kippen. Oder plötzlich
feststellen, dass sie einander nicht mehr lieben, als gerade ein
Kind unterwegs ist. Obwohl es sich auf den ersten Blick um
Erzählungen handelt, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben,
ergibt sich am Schluss ein interessanter Zusammenhang. Die
Erzählerin aus der ersten Geschichte taucht in der letzten
Geschichte als Lokalreporterin wieder auf und verbindet alles. Wir
fragen uns, geht diese ungewöhnliche Konstruktion auf? Und passt
der schwarze Humor der Autorin zu dem schicksalsschweren Thema?
Angelika Klüssendorfs Roman Trost spielt 2022, dem ersten Jahr des
russischen Angriffskriegs, in Berlin und im Berliner Umland. Es
sind düstere und schicksalsschwere Tage, die man an der Seite einer
weitverzweigten Patchworkfamilie durchlebt. Leider verschwindet die
Hauptheldin schon nach wenigen Seiten nach einem Wespenstich auf
einer Intensivstation und der Rest ihrer bunt zusammengewürfelten
Familie kreist um diese schmerzende Leerstelle wie um eine
untergegangene Sonne. Wir diskutieren: Ist dies ein eindrückliches,
großes Gesellschaftspanorama aus dem ersten Berliner Kriegsjahr?
Oder eher ein heiter-makabres Nebenwerk einer bedeutenden Autorin?
Unser Klassiker ist einer der berühmtesten Kurzromane der
Weltliteratur: Ernest Hemingways Der alte Mann und das Meer. Die
tragischen Tage alleine auf hoher See, die hier erzählt werden,
erinnern an das besondere Verhältnis des Menschen zu allen
Meeresbewohnern. Ein alter Fischer, der ewig nichts gefangen hat,
will es noch einmal wissen und fährt weit hinaus. Der große Fisch,
den er dann an der Angel hat, liefert sich mit dem Alten einen
erbitterten Zweikampf – aus dem fast eine ergreifende
Liebesgeschichte wird. Eine eiskalte Empfehlung für den Strandkorb!
Das Team von »Was liest du gerade?« erreichen Sie unter
buecher@zeit.de Literaturhinweise: Ronja von Rönne: Alles Liebe,
dtv, 240 Seiten, 23 Euro (erscheint am 2. Juli) Angelika
Klüssendorf: Trost, 208 Seiten, 24 Euro (erscheint am 3. Juli)
Ernest Hemingway: Der alte Mann und das Meer, diverse
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