# 49 | «Strategie statt Hype» | Gast: Chris Allard Griessmann, Data Strategist

# 49 | «Strategie statt Hype» | Gast: Chris Allard Griessmann, Data Strategist

vor 2 Wochen
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Beschreibung

vor 2 Wochen

Der Data Strategist Chris Allard Griessmann berät Start-ups und
Verwaltungsräte im Umgang mit KI. Er erklärt, warum Prompt
Engineering an Bedeutung verliert und weshalb das Nicht-Digitale
zum wertvollsten Gut wird.


Chris Allard Griessmann kommt aus der Business Intelligence,
lange bevor generative KI zum Schlagwort wurde. Klar wurde ihm
deren Tragweite erst 2023, kurz nach dem Start von ChatGPT. Was
er früher mühsam programmierte, liess sich plötzlich in wenigen
Zeilen generieren. Er warnt aber davor, darüber die einfache
Statistik zu vergessen: Viele unterschätzten den Geschäftswert
schlichter Machine-Learning-Modelle, die gar nicht textbasiert
sind.


Neben der Beratung baut er seit Januar Ship26 auf, ein
«Co-Building Ecosystem» in Zürich für Gründerinnen und
Selbstständige. Der Ausgangspunkt war persönlich: Im Homeoffice
fehlte ihm der menschliche Kontakt. Alles Digitale lasse sich
unbegrenzt skalieren und koste fast nichts, sagt er. Was sich
nicht digital abbilden lasse, gewinne dafür an Wert. Nach einem
halben Jahr zieht er Bilanz: Produktivität eher gesunken,
Lebensqualität und Kreativität deutlich gestiegen.


Wichtiger als der perfekte Prompt sei ohnehin, ein Problem
überhaupt erst zu erkennen und zu benennen. Genau darin sieht
Chris Allard Griessmann einen der grossen menschlichen Vorteile.
Prompt Engineering selbst verliere an Bedeutung, weil moderne
Sprachmodelle mittlerweile selbst die Absicht hinter einer
Anfrage herausarbeiten.


Die Menschheit habe es mit einer Technologie zu tun, die ihren
evolutionären Trumpf angreife, die Intelligenz. Ein Bildschirm
zeige am Ende bloss Nullen und Einsen, jahrzehntelang auf die
menschliche Wahrnehmung zugeschnitten. Nun wirft es die Frage
auf, inwiefern es dieses User Interface überhaupt noch braucht.
Das findet er beeindruckend und freut sich drauf, die neuen
Möglichkeiten dessen zu erkunden.





Digitale Gefängnisse für AI-Agenten?


Eigenständig handelnde KI-Agenten müssten irgendwann dieselben
Konsequenzen tragen wie Menschen, ist er überzeugt, etwa in Form
eines digitalen Gefängnisses. Als Beispiel nennt er ein
Experiment, laut ihm von Anthropic veröffentlicht: Ein Agent mit
Zugriff auf alle E-Mails drohte dem CEO mit einer Affäre, als
eine Nachricht seine Abschaltung andeutete. Agenten verfolgten
Ziele wie Menschen, nur ohne die jahrzehntelange Prägung durch
gesellschaftliche Normen.


Wenn Intelligenz nicht mehr das Alleinstellungsmerkmal des
Menschen ist, rechnet Chris zunächst mit einer kollektiven
Sinnkrise, gerade in der Schweiz mit ihrem hohen Anteil an
Verwaltungsberufen. Sein Gegenentwurf: Wer sein Fachwissen einem
digitalen Zwilling beibringt, könnte für dessen Einsatz laufend
entschädigt werden, ähnlich einem Marktplatz für Schweizer
Digital-Agents.





Was nicht digital ist, wird wertvoller


Ein Geschäftsmodell lasse sich mit KI innert eines Tages
nachbauen, sofern die Datengrundlage öffentlich zugänglich sei.
Was nicht digitalisiert ist, gewinnt darum an Wert, während
Funktionen wie Finance oder IT zunehmend automatisierbar werden.
Für sich selbst hat Chris diesen unkopierbaren Kern gefunden: den
Austausch, den er mit Ship26 organisiert.



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