#119 - Die Lösung ist billiger als das Meeting darüber

#119 - Die Lösung ist billiger als das Meeting darüber

vor 3 Tagen
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Beschreibung

vor 3 Tagen

Warum kleine, wendige Betriebe gerade den größten Vorteil haben
und wie das Immunsystem großer Unternehmen Innovation
ausbremst.Kennst du das? „Wir nehmen KI sehr ernst. Reden
wir nächstes Jahr wieder darüber." Und nächstes Jahr ist
alles anders, und alle fragen sich: Haben wir da leicht was
verschlafen?


In dieser Folge von Mind/Machine sprechen Manuela Machner und
Eliot Mannoia über das, was Unternehmen im Umgang mit KI wirklich
ausbremst. Und das ist selten die Technik. Es ist die Art, wie
entschieden wird.


Der Ausgangspunkt: ein Satz, den man sich auf der Zunge zergehen
lassen muss.





Die Lösung ist oft billiger als das Meeting darüber. Früher war
Softwareentwicklung ein echtes Risiko. Eine Website konnte
100.000 Euro kosten. Weil das Bauen so teuer war, haben wir uns
Rituale angewöhnt: Strategiesitzung, Planungssitzung, Experten
rein, Dokument raus, Dokument durch alle Hände, Rückfragen,
Infragestellung. Und während das Dokument noch die Runde macht,
hat sich die KI-Basis längst wieder verändert. Heute ist es
umgekehrt. Das Bauen wird billig, das Risiko sind die langen
Rituale selbst.


Manuela und Eliot reden Klartext über das „Immunsystem" jeder
Firma. Jenen Reflex, der sich gegen alles Neue wehrt. Das haben
wir schon immer so gemacht. Warum brauchen wir das?


In kleinen, wendigen Betrieben ist dieses Immunsystem schwach,
und genau das ist gerade ihr größter Vorteil. Sie probieren aus,
statt zu diskutieren. Größere Unternehmen und alteingesessene
Strukturen können von genau diesen Betrieben überholt werden. Wie
schnell bin ich? Wie anpassungsfähig bin ich? Das wird zum
Marktkriterium.


Ein konkreter Weg raus aus der Blockade: eine eigene Unit,
abgekoppelt vom Immunsystem der Firma, die die Rahmenbedingungen
kennt, aber agiler agieren darf. Gerade im Tourismus fehlt oft
die Innovations- oder Umsetzungsabteilung.


Themen landen beim IT-Techniker, der Support macht, aber nicht
Entscheider oder Umsetzer ist. Dabei könnte ein freigestellter
Mitarbeiter mit Agentic-Systemen heute vieles selbst umsetzen, in
einem Bruchteil der Zeit und des Geldes.


Warum das so schwer fällt? Weil wir in statischem Denken
feststecken und uns oft gar nicht bewusst ist, was schon alles
geht. Fast alles im digitalen Raum lässt sich heute mit KI lösen,
nicht nur unterstützen. Und trotzdem diskutieren wir noch, ob der
Button links oder rechts hingehört. Der bessere Ansatz: der KI
Ziel, Ausgangspunkt und Regeln vorgeben und den Weg dorthin
loslassen. Wie sie innerhalb der Grenzen zum Ziel kommt, ist oft
zweitrangig.


Dazu ein Werkzeug für mehr Innovation: stellt dumme Fragen. Nicht
einmal im Jahr, sondern regelmäßig, am besten monatlich. Wenn es
keine dumme Frage ist, ist es nur ein Feature, das nächste
iPhone, kein echter Sprung. „Was, wenn man ein Handy falten
könnte?" „Kann man mit einem Klick kaufen?" „Würdest du bei
Fremden schlafen oder zu Fremden ins Auto steigen?"
One-Click-Buy, Next-Day-Delivery, Airbnb, Uber. Alles galt einmal
als unmöglich. Und wer eine Kamerafirma wie Kodak ist, muss sich
fragen: Was ist, wenn die Leute keinen Film mehr kaufen? Was,
wenn Kunden unser Produkt gar nicht mehr brauchen?


Manuela bringt das Ganze aus der Praxis auf den Punkt, unter
anderem mit ihrer Aprilscherz-Hotelseite aus den GEO-Workshops
und der Frage, was KI-Sichtbarkeit für Betriebe heute wirklich
bedeutet. Wenn KI Websites nicht mehr lesen kann und Google die
Linklisten abschafft, reicht es nicht, „im Herbst mal
draufzuschauen".


Das Fazit dieser Folge: Eine Entscheidung aufzuschieben ist auch
eine Entscheidung. Eine gegen Entwicklung. Wer nicht entscheidet,
entscheidet sich für Stillstand. Und eine Fehlentscheidung kann
besser sein als gar keine.


Also: Viel Spaß beim Entscheiden, Tun und Experimentieren. Und
wenn du Teil des Ganzen bist, schick die Folge deinem Chef.


Mind/Machine. Der Podcast über KI, Menschen und die Frage, wie
wir wirklich vorankommen. Mit Manuela Machner, spezialisiert auf
KI im Tourismus, und Eliot Mannoia, digitaler Psychologe.



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