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Beschreibung
vor 1 Tag
Was unterscheidet eine echte Enterprise-AI-Strategie von einem
reinen Produktivitätsversprechen? Und wie ehrlich darf man
eigentlich werden, wenn der Vorstand 10x erwartet und die
Realität bei 2x liegt? Darüber spreche ich mit Markus Rautert,
CTO bei adidas, direkt nach seinem Vortrag in Lissabon. Eine
Folge zwischen Whiteboard-Rechnung, Responsible-AI-Leitplanken
und dem ehrlichen Blick auf den Faktor Mensch.
Im Kern: Markus rechnet vor, wie sich ein klassisches
100-k€-Projekt (acht Personen, fünf Wochen, 500 € Tagessatz) mit
AI auf 20 bis 50 k€ reduzieren lässt – aber er bricht den
10x-Hype offen: realistisch liegen die meisten Sachen eher bei
2x. Das „klingt schlechter als 10x“, heißt aber nichts anderes
als: drei Wochen schneller für die Hälfte des Preises. Daraus
folgt seine ungewöhnlich klare These zur Einkaufslogik: das Wort
AI steckt in „fAIr“. Wenn der Lieferant mit AI schneller liefert,
darf er nicht bestraft werden – beide müssen sich auf eine neue
Bewertung einigen.
Wir sprechen über die Leitplanken, die adidas unter dem Stichwort
Responsible AI gesetzt hat: Human Oversight, ethische Grundsätze,
klare Trennung zwischen zentralen Vorgaben (Sicherheit, ethische
Mindeststandards) und lokalem Spielraum (Länderrichtlinien).
Markus’ ehrlicher Punkt: Viele Konzepte sind heute schlicht nicht
reif – man muss erlauben, später aber auch wieder einbremsen
können. Und: Es bleibt eine Wahl, kein Mandat. Die Aufgabe der
Tech-Führung ist, das Risiko sauber darzustellen.
Beim Faktor Mensch dreht Markus den verbreiteten Satz „Lerne AI
oder verliere deinen Job“ bewusst um: „Werde mit AI so wertvoll,
dass das Unternehmen dich mehr braucht.“ Aus Angst wird
Einladung. Im Organisationsbild bedeutet das den Schritt von der
klassischen Pyramide über Gartners Diamanten hin zu seinem Bild
des Spear: ein bewusst kleineres, aber existierendes
Junior-Fundament, das mit AI-Tools steiler und schneller in
Senior-Rollen wächst – weil die Lernkurve heute eine andere ist
als vor fünf Jahren.
Zum Schluss der nüchterne Blick: KI-Hype,
Informationsüberflutung, Risiko einer Blase. Markus’ Frage: Wie
viel Veränderung verkraftet eigentlich eine Organisation – und
die Menschen darin? Und sein Rat: bewusst entschleunigen, Sachen
mal „gescheit machen“ statt jedem Modell hinterherzulaufen.
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Heiko Loeffler auf LinkedIn:
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