Diskurs: Wenn der Opa SS-Mann war

Diskurs: Wenn der Opa SS-Mann war

vor 15 Stunden
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Beschreibung

vor 15 Stunden
"Reden ist Silber, Schweigen ist Gold“ – das war eine der
Lebensweisheiten von Karl Baumgart, die er an seinen Enkel Marc
Baumgart weitergab. Was sich konkret hinter diesem Spruch verbarg,
stellte sich erst nach dem Tod der aus Sachsen stammenden
Großeltern heraus, als Marc Baumgart in deren Nachlass eine Reihe
Fotos fand. Aufgenommen in ihrem zeitweiligen Zuhause, einer
SS-Siedlung gleich neben dem Konzentrationslager Mauthausen.
Tatsächlich gehörte der Großvater zum SS-Personal mehrerer
Konzentrationslager, darunter das nahe Linz gelegene Mauthausen.
Der Enkel erforschte nun immer akribischer die Lebenswege der
Familienangehörigen und musste feststellen, dass der Urgroßvater
ebendort im März 1945 als politischer Gefangener durch die
Haftbedingungen ums Leben kam. 800 Meter entfernt vom Wohnort
seiner Tochter, wie ihr Mann ebenfalls eine fanatische
Hitler-Anhängerin. Über all das wurde in der Familie nie
gesprochen. Ließe sich das verallgemeinern? Was Marc Baungart als
private Recherche begann, mündete in ein umfassendes
Forschungsvorhaben zu Familienbiografien im Nationalsozialismus.
2024 gründete er eine Stiftung, die die wissenschaftliche
Aufarbeitung der Geschichte des Personals in den
NS-Konzentrationslagern, der Waffen-SS und der Polizei unterstützt.
Wurde in Deutschland viel zulange über das Treiben der NS-Täter
geschwiegen? Wenn ja, was hat das bewirkt? Und was können die
Nachkommen von NS-Tätern heute tun, um mehr über die dunkle
Familiengeschichte zu erfahren? Darüber spricht Marc Baumgart mit
Geschichtsredakteur Stefan Nölke.

Podcast-Tipp "NS-Cliquen":
https://1.ard.de/ns-cliquen-S3?web=diskurs
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