Wirtschaftsnews vom 23. Juni 2026

Wirtschaftsnews vom 23. Juni 2026

vor 1 Woche
Wirtschaftsnews
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vor 1 Woche

Die aktuellen Wirtschaftsnachrichten mit Michael
Weyland 
Thema heute:     Pflicht zur Betriebsrente: Hohe
Gebühren können Beschäftigte Zehntausende Euro kosten 
 


 


Wer nicht widerspricht, soll künftig automatisch in eine
betriebliche Altersvorsorge einbezogen werden. Das zieht die
Bundesregierung derzeit in Betracht.


Der unabhängige Geldratgeber Finanztip begrüßt den
politischen Vorstoß – warnt aber: Ohne Kostendeckel, hohen
Aktienanteil und einfache Mitnahme beim Jobwechsel droht die
Pflicht-Betriebsrente zur Vorsorge-Falle zu werden.


Hohe Gebühren nicht auf Kosten der
Altersvorsorge


Nach Finanztip-Berechnungen können geringe
Kostenunterschiede über Jahrzehnte viel Endkapital kosten: Wer 40
Jahre lang monatlich 150 Euro in eine Geldanlage mit sechs
Prozent Rendite pro Jahr einzahlt, hat bei jährlichen Kosten von
1,0 Prozent am Ende brutto rund 50.000 Euro weniger Endkapital
als bei geringeren Kosten von 0,2 Prozent. Bei 0,5 Prozent
jährlicher Kosten wären es rund 30.000 Euro weniger. Bei 30
Jahren und einer monatlichen Sparrate von 150 Euro liegt der
Unterschied immerhin noch bei rund 19.000 Euro und 11.000
Euro.


Finanztip fordert Kostendeckel


Finanztip fordert deshalb eine verbindliche Obergrenze für
die Gesamtkosten. Die jährlichen Effektivkosten sollten maximal
0,5 Prozent des angesparten Vermögens betragen – inklusive
Kapitalanlage, Verwaltung und Depotführung. Für ein einheitliches
Standardprodukt sollten die Kosten nach Ansicht der
Finanztip-Experten bei höchstens 0,2 Prozent pro Jahr
liegen.


„Eine verpflichtende Betriebsrente, die vor allem Banken,
Versicherern und dem Vertrieb nutzt, verfehlt ihr eigentliches
Ziel, die Altersvorsorge der Menschen zu sichern”, sagt
Finanztip. “Das Ersparte sollte auch tatsächlich den
Verbraucherinnen und Verbrauchern zugutekommen.“


Wahlfreiheit und Flexibilität bei Produkten


Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zahlen die betriebliche
Altersvorsorge zu einem großen Teil aus ihrem eigenen Einkommen.
„Die Beschäftigten sollten daher selbst entscheiden, wie das Geld
angelegt werden soll. Wem etwa Nachhaltigkeit wichtig ist, der
sollte auch in entsprechende Produkte investieren können“, sagt
man. Wer keine eigene Wahl trifft, sollte automatisch in ein
günstiges Standardprodukt (Default-Produkt) ohne starre
Garantieanteile und mit hohem Aktienanteil investieren – etwa auf
Basis breit gestreuter Aktien-ETFs.


Kein Nachteil mehr beim Jobwechsel


Finanztip fordert außerdem mehr Flexibilität beim
Arbeitgeberwechsel. Betriebsrenten müssten anders als heute ohne
großen Aufwand übertragen und weitergeführt werden können.


 


 


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