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Beschreibung
vor 19 Stunden
Um eine sinnvolle Anzahl der Seiten der Projektdokumentation geht
es in der neunten Episode der Shorts des IT-Berufe-Podcasts.
Ich würde dir bzgl. der Anzahl der Seiten deiner
Projektdokumentation raten, dich immer zuerst an den konkreten
Vorgaben deiner IHK zu orientieren, weil Umfang und Regeln je
nach IHK unterschiedlich sein können. Die vorgegebene Seitenzahl
ist in der Regel eine Obergrenze, die du nicht überschreiten
solltest, gleichzeitig solltest du den verfügbaren Platz
möglichst mit sinnvollen Inhalten nutzen, weil zu wenig Text
meist nicht wegen der Seitenzahl, sondern wegen fehlender Inhalte
zum Problem wird. Für mich gilt deshalb: nicht künstlich
aufblasen, aber Fließtext und Anhang so gut wie möglich mit
bewertbaren, fachlich passenden Inhalten füllen.
Inhalt
TL;DR: Schreib exakt so viele Seiten in deiner
Projektdokumentation, wie es deine IHK erlaubt, und nutze den
maximalen Umfang möglichst sinnvoll aus, ohne ihn zu
überschreiten.
Erst auf die Vorgaben deiner IHK schauen
In Deutschland gibt es viele verschiedene IHKen und sie können
bei der Projektdokumentation unterschiedliche Vorgaben haben.
Deshalb solltest du dich nicht auf Aussagen aus Social Media oder
aus "dem Internet" verlassen, sondern immer die Unterlagen deiner
eigenen IHK prüfen.
Typische Unterschiede können sein:
erlaubte Seitenzahl im Fließtext
Regelungen zum Anhang
Umgang mit Verzeichnissen
Vorgaben zu Schriftgröße und Schriftart
Pflicht zu Deckblatt oder bestimmten Bestandteilen
Mein Rat ist deshalb: Schau in die Merkblätter, Handreichungen
oder Vorgaben deiner IHK und orientiere dich genau daran.
Die Seitenzahl ist normalerweise eine Maximalvorgabe
Die vorgegebene Seitenzahl meist eine Obergrenze. Es geht also
nicht darum, die Seiten zwanghaft vollzumachen, sondern darum,
nicht darüber zu liegen.
Der Hintergrund dafür ist aus meiner Sicht vor allem
organisatorisch und fair:
Prüfende müssen viele Dokumentationen in begrenzter Zeit
lesen
umfangreiche Dokumentationen sind in der Praxis schwer zu
bewerten
alle Prüflinge sollen unter vergleichbaren Bedingungen
bewertet werden
Als typischen Rahmen gibt es meist 10 bis 20 Seiten
Fließtext, je nach IHK. Oft gibt es zusätzlich eine
eigene Begrenzung für den Anhang.
Ein Beispiel aus Oldenburg:
15 Seiten Fließtext maximal
25 Seiten Anhang maximal
Verzeichnisse und bestimmte formale Bestandteile zählen dabei
nicht mit
Zu viele Seiten können zu Abzügen führen
Wenn du die maximale Seitenzahl überschreitest, hast du die
Vorgaben nicht eingehalten. Ich vergleiche das gerne mit einem
Budget, das überschritten wird: Wenn 15 Seiten erlaubt sind, dann
sind 16 eben formal zu viel.
Ich sage aber auch:
wegen einer kleinen Überschreitung fällt man nicht
automatisch durch
die Folgen hängen von Bewertungskriterien und dem jeweiligen
Prüfungsausschuss ab
formale Fehler führen eher zu kleineren Abzügen als zu einem
kompletten Duchfallen
Trotzdem bleibt mein Hinweis eindeutig: Überschreite die
erlaubte Seitenzahl nicht.
Zu wenige Seiten sind nicht direkt das Problem
Ich betone hier nochmal, dass niemand allein deshalb Punkte
abzieht, weil du weniger Seiten abgegeben hast als maximal
erlaubt. Eine Dokumentation mit weniger Seiten ist formal erst
einmal in Ordnung.
Das eigentliche Problem ist für mich etwas anderes:
Wenn du deutlich weniger schreibst, fehlen oft wichtige
Inhalte.
Der Punktabzug kommt dann nicht wegen der Seitenzahl, sondern
wegen nicht dokumentierter Inhalte.
Mein Beispiel dazu: Wenn ich bei einem Softwareprojekt ein
Klassendiagramm erwarten würde und es fehlt, dann ziehe ich dafür
Punkte ab. Nicht, weil noch freie Seiten übrig waren, sondern
weil ein inhaltlich sinnvoller Bestandteil fehlt.
Mein praktischer Rat: Nutze den verfügbaren Platz aus
Ich empfehle dir, die erlaubte Seitenzahl möglichst vollständig
zu nutzen, weil die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass sonst etwas
Relevantes fehlt. Das heißt aber ausdrücklich nicht, dass du die
Seiten mit beliebigem Material oder KI-generiertem Fülltext
aufblasen sollst.
Wichtig ist mir dabei:
keine inhaltsleeren Wiederholungen
keine künstlich verlängerten Beschreibungen
keine sinnlosen Diagramme ohne Aussagekraft
stattdessen nur Inhalte, die einen fachlichen Mehrwert haben
und bewertet werden können
Wie ich auf Seitenzahl und Inhalt schaue
Beim Lesen von Projektdokumentationen betrachte ich Artefakte im
Fließtext gedanklich anders als reinen Fließtext. Dazu zähle ich
zum Beispiel:
Abbildungen
Tabellen
Diagramme
Codeschnipsel
Berechnungen
Wenn mitten im Fließtext viele solcher Elemente stehen, ist das
für mich ein Hinweis darauf, dass der eigentliche beschreibende
Text kürzer ausfällt. Das führt nicht automatisch zu einem Abzug,
aber es kann ein Indiz sein, dass Inhalte eventuell zu knapp
dargestellt wurden. Entscheidend bleibt für mich immer der
Inhalt, nicht die nackte Seitenzahl.
Was du in eine Projektdokumentation aufnehmen könntest
Hier kommt eine ganze Reihe von Inhalten, die in einem typischen
Projekt der Fachinformatiker:innen, besonders in der
Anwendungsentwicklung, vorkommen können. Vieles davon gilt auch
für andere IT-Berufe.
Anforderungen
Anforderungsermittlung
Lastenheft
Pflichtenheft
User Storys
Product Backlog
Architektur und technische Modelle
Architekturskizzen
UML-Diagramme
Klassendiagramme
Sequenzdiagramme
Zustandsdiagramme
Komponentendiagramme
Deployment-Diagramme
Infrastruktur und Systemdarstellung
Netzwerkpläne
Server-Erreichbarkeit
Ports und technische Zusammenhänge
Datenmodellierung und Schnittstellen
ER-Modelle
relationale Tabellenmodelle
JSON-Strukturen
OpenAPI-Beschreibungen bei REST-APIs
Prozesse und Abläufe
dokumentierte oder optimierte Prozesse
Modellierung mit BPMN
EPK
Aktivitätsdiagramme
Umsetzungsnachweise
Quellcode aus Produktivcode oder Testcode
Screenshots
Konfigurationsdateien
Fotos von umgesetzten Arbeiten
Projektorganisation
Vorgehensmodell wie Scrum, Wasserfall oder Kanban
Beschreibung des Entwicklungsprozesses
Ticket-System
Code-Review
Zusammenarbeit mit anderen Beteiligten
organisatorische Abläufe
Planung und Wirtschaftlichkeit
Zeitplanung für die 40 bzw. 80 Stunden
Ressourcenplanung
detaillierte Tabellen
Kostenkalkulation
Amortisationsrechnung
Gegenüberstellung von Kosten und Einsparpotenzial
Mit dieser Liste will ich zeigen, dass bei einem normalen Projekt
schnell viele sinnvolle Inhalte zusammenkommen können und 15
Seiten deshalb durchaus knapp werden können.
Meine abschließende Motivation für dich
Ich gebe dir am Ende noch einen Gedanken mit: Wenn du eine
schlechte Note bekommst oder sogar durchfällst, obwohl du noch
freie Seiten gehabt hättest, wirst du dich möglicherweise fragen,
ob zusätzliche sinnvolle Inhalte den Unterschied gemacht hätten.
Deshalb mein Fazit:
halte die Maximalvorgabe deiner IHK ein
überschreite sie nicht
nutze den verfügbaren Platz aber möglichst aus
fülle ihn nur mit sinnvollen, bewertbaren
Inhalten
Für mich ist genau das der sinnvolle Weg, damit deine
Projektdokumentation zeigt, was du in deiner Ausbildung gelernt
hast und was du im Projekt tatsächlich geleistet hast.
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Inhalte der Projektdokumentation
Gliederung der Projektdokumentation (Teil 1)
Transkription der gesamten Episode
Automatisch erzeugte Transkription der Episode
[0:20] Heute geht es um ein Thema, was immer
wieder für Aufsehen sorgt oder Aufregung auf, vor allem im
Internet, gerade bei TikTok, unter meinen letzten Videos, die
ich gerade gepostet habe, während ich das hier aufnehme. Und
zwar zum Thema Seitenzahlen in der Projektdokumentation bei dem
Abschlussprojekt der IT-Berufe. Und ja, Kernfrage, die ich
heute beantworten will, ist, wie viele Seiten sollte meine
Projektdokumentation haben? Also vor allem Fließtext, aber auch
Anhang, wie viele Seiten sind da sinnvoll? Und ich mache mal so
ein Too-Long-Din’t-Read zum Einstieg. Wenn du nicht weiterhören
willst als hier, schreib einfach genauso viele Seiten voll, wie
deine IHK dir erlaubt. Das war’s. Und jetzt kommen wir kurze
Erklärungen, warum das so ist. Fangen wir vielleicht mal ganz
vorne an. Deine IHK erlaubt dir was? Hä? Ja, denn wir erinnern
uns, wir haben in Deutschland 79 verschiedene IHKen. Und die
machen für ihre Abschlussprojekte, für die IT-Brufe alle
eventuell unterschiedliche Vorgaben. Einige machen auch keine
Vorgaben oder haben einfach nichts online oder was auch immer,
machen stillschweigend irgendwelche Vorgaben. Aber erstmal ist
Fakt, wir haben verschiedene IHK’en und die machen potenziell
unterschiedliche Vorgaben, was den Umfang einer
Projektdokumentation angeht. Das heißt von, ich glaube, 10 bis
20 Seiten Fließtext habe ich schon verschiedene Vorgaben
gesehen.
[1:34] Einige nehmen den Anhang mit dazu, andere
nicht. Verzeichnen es raus oder doch nicht. Und es gibt überall
die Möglichkeit für jede IHK, das individuell festzulegen. Es
ist nicht deutschlandweit standardmäßig überall gleich. Das
schon mal vorweg. Wie bei ganz vielen anderen Sachen auch
übrigens zur Abschlusspräsentation und Projektdokumentation.
Immer erstmal gucken, was die eigene IHK vorgibt. Weil das kann
teilweise sehr krass unterschiedlich sein zu irgendwas, was du
irgendwo anders im Internet liest oder gehört hast. Also guck
immer, was deine IHK dir vorgibt. Daran musst du dich
orientieren und nicht an irgendwas, was du irgendwo mal gehört
hast bei TikTok, Instagram oder YouTube. Ja, deine IHK vergibt,
nein, die IHK gibt dir nicht die Note, der Prüfungsausschuss
gibt dir die Note, aber die orientieren sich natürlich an den
Vorgaben der jeweiligen IHK. Also bitte erstmal darauf gucken.
Und im einfachsten Fall guckst du auf der Website deine IHK, da
gibt es normalerweise Merkblätter, Handreichungen, Vorgaben,
was auch immer, zur Projektarbeit in den IT-Berufen. Ja, es
gibt Projektarbeiten auch in anderen Berufen. Deswegen guck
explizit nach den für deinen Beruf und nicht nach
irgendwelchen. Vielleicht gibt es auch nur allgemeine Vorgaben.
Also kurz gesagt, guck bei der IHK und recherchiere und find
raus, was für deine Projektarbeit gilt. Punkt. Das ist erstmal
das Allerwichtigste und daran orientierst du dich.
[2:48] Und wenn es eine Vorgabe gibt, dann steht
da meistens sowas drin wie, wie die Schriftgröße sein soll, die
Schriftfamilie, zum Beispiel Areal oder sonst irgendwas, ob es
Verzeichnisse geben muss oder nicht, ob es ein Deckblatt geben
muss und da gibt es ganz, ganz viele Vorgaben und insbesondere
wird dort auch eben oft die Seitenzahl vorgegeben.
[3:07] Warum? Wenn ich mich an meine Ausbildung
erinnere, und die ist jetzt echt lange her. Also ich habe meine
Abschlussprüfung gemacht 2006, glaube ich. Also wenn ich das
jetzt hier gerade aufnehme, 20 Jahre her. Und damals gab es bei
meiner IHKF keine Vorgaben. Und meine Projektdokumentation war
über 100 Seiten lang.
[3:25] Ganz viel Quelltext dran und noch und
nöcher Datenverarbeitungskonzept allein, glaube ich, 10 Seiten.
Also das war ein Riesending. Und wenn ich mir vorstelle, dass
das irgendein Prüfender lesen und bewerten muss in endlicher
Zeit, Kostenfrei in seiner Freizeit als Ehrenamt. Das ist echt
nicht darstellbar, wenn man dann so wie wir zum Beispiel jetzt
in diesem Prüfungsdurchgang über 100 Prüflinge haben. Es ist
nicht möglich, das alles noch irgendwie zu stemmen. Deswegen
muss man das reduzieren. Es geht also bei diesen Vorgaben nicht
darum, dass du diese Seiten füllen musst, sondern es sind
eigentlich immer maximal Vorgaben, also maximal 10 Seiten zum
Beispiel. Das heißt nicht, dass du die komplett auffüllen
musst, aber du darfst nicht drüber liegen, weil dann wird es
halt auch irgendwann ein Problem für die Prüfenden und dann
wäre es auch unfair, wenn der eine 10 Seiten abgibt, der andere
aber 30 und beides ist okay. Ja gut, da kannst du ja
ausrechnen, dass bei 30 Seiten irgendwie mehr bei rumkommt als
bei 10. Überraschung. Deswegen gibt es immer eigentlich eine
Maximalvorgabe und oft liegen die für normalen Fließtext der
Projektdokumentation zwischen 10 und 20 Seiten. Vielleicht gibt
es auch welche, die noch mehr, noch weniger vorgeben. Dann
schreib es mir gerne als Kommentar. Würde mich natürlich
interessieren. Ich kenne auch nicht alle 79 IHK-Vorgaben, aber
üblicherweise so 10 bis 20 Seiten, davon kann man ausgehen.
[4:38] Und zusätzlich gibt es dann manchmal oder
meistens auch noch weitere Vorgaben für den Anhang. Also hier
wird meistens getrennt, Fließtext plus Anhang sind nochmal
separate Seiten. Als Beispiel, und daran werde ich mich
eigentlich auch immer orientieren jetzt im weiteren Verlauf,
bei der IHK Oldenburg, da bin ich ja nun mal prüfender, da
haben wir 15 Seiten maximal für den Fließtext plus 25 Seiten
maximal für den Anhang. Das heißt insgesamt 40 Seiten für die
Projektdokumentation und nicht mit drin sind da dann zum
Beispiel noch die Inhaltsverzeichnisse und
Tabellenverzeichnisse und alles, was davor halt noch kommt. Und
das Deckblatt der IHK und so, das wird alles nicht berechnet.
Ab Seite 1, wo du mit der Einleitung startest, 15 Seiten
fließt, und danach kommt der Anhang und alles, was da drin ist,
dafür hat man 25 Seiten. So, da gehe ich jetzt mal von aus.
Andere IHK machen das ähnlich. Wie gesagt, plus, minus, X
Seiten, alles möglich.
[5:28] So, es geht also nicht darum, diese
Maximalvorgabe auf Teufel komm raus zu füllen, sondern nur,
dass du nicht drüber liegst. Denn wenn du drüber liegst, dann
müsste dir ein Prüfender dafür auch einen Punktabzug geben,
weil du einfach nicht in der Lage warst, diese Vorgaben
einzuhalten.
[5:41] Wenn man dir sagt, du musst, auch ein
beliebtes Beispiel aus einem meiner Videos, du musst für 100
Euro Brötchen kaufen, aber kaufst welche für 110, dann kannst
du am Ende nicht sagen, Chef hat aber 110 gekostet. Wenn die
Vorgabe, also dein Budget 100 war, dann kannst du nicht 110
ausgeben. Das funktioniert nicht. Und hier ist es genauso, wenn
die Prüfungsvorgabe ist maximal 15 Seiten und du gibst 16 ab,
dann hast du die Vorgabe nicht eingehalten. Das wäre
vergleichbar mit, du hast die Schriftgröße, den Seitenabstand
oder was auch immer nicht eingehalten. Dafür muss es halt einen
Punktabzug geben. Machen die Prüfer das immer? Wird man bei
15,5 Seiten gleich eine Noteabzug bekommen? Nein, natürlich
nicht. Es gibt Bewertungskriterien, Bewertungsmatrizen, wo
genau drin steht bei einigen IHK, wofür man wie viele Punkte
kriegen kann oder auch nicht kriegen kann. Und für formale oder
formelle Gestaltung gibt es bei ganz vielen IHK eine eigene
Kategorie und das sind dann vielleicht, weiß ich nicht, 10% der
Note. Weil natürlich kommt es bei der Projektdokumentation beim
gesamten Projekt auf den Inhalt an und da wird es, wenn
überhaupt, einen Abzug für irgendwelche Seitenzahlen oder so
geben im unteren Prozentbereich. Da wird man sicherlich nicht
eine Note dafür abziehen, wenn du eine Seite zu viel hast. Aber
es muss im Vergleich zu jemandem, der die Seitenzahl
eingehalten hat, ja irgendwie schlechter bewertet werden. Das
ist doch sonst nicht mehr fair den anderen gegenüber, die sich
an die Vorgaben gehalten haben. Das kann man ja so nicht
machen. Also grundsätzlich abzugsfähig ist das, wenn du zu
viele Seiten hast. Heißt das, dass du deswegen sofort
durchfällst? Nein.
[7:11] Könnte man dich dafür durchfallen lassen?
Ja, weil du hast die Vorgaben halt nicht eingehalten. Du kannst
auch nicht sagen, ich habe 100 Stunden programmiert statt 80
als Anwendungsmeckler und kriegst dafür eine 1. Das
funktioniert ja nicht, weil alle anderen haben 80 gebraucht und
du 100. Sorry, Vorgaben nicht eingehalten. Also, muss man immer
genau gucken, kriegt man jetzt wegen, wie gesagt, einer Zeile
mehr eine Note, Punkt, Absatz, oder fällt durch? Eher nicht,
aber die Chance ist halt da und theoretisch, formal, könnte man
nicht durchfallen lassen dafür. Also, halt die obere Seitenzahl
auf jeden Fall ein und schreib nicht mehr als erlaubt. Das wäre
schon mal ganz wichtig.
[7:44] So, jetzt ist aber bei vielen
Projektdokumentationen, die ich so lese und gelesen habe in der
Vergangenheit, eher das Problem, dass sie zu wenig in
Anführungszeichen füllen. Das heißt, in Anführungszeichen, in
Anführungszeichen, zu wenig Seiten füllen. So, und zu wenig in
Anführungszeichen, weil das ist ja nur eine Maximalvorgabe.
Also du könntest auch eine Doku abgeben mit einer Seite, wenn
du maximal 15 schreiben darfst. Alles okay. Das Problem, was
jetzt nur daraus folgt, ist, wahrscheinlich ist auf der einen
Seite nicht der gleiche Inhalt wie in einer anderen Doku mit 15
Seiten. Ich meine, das sollte offensichtlich sein, dass du
keine so gute Projektarbeit dokumentieren kannst, wenn du
einfach deutlich weniger Text ablieferst. Das funktioniert
nicht. Deswegen ist mein Problem mit Dokus, die zu wenig Seiten
haben, nicht, dass sie zu wenig Seiten haben, sondern dass
einfach Inhalte fehlen, die auf diesen Seiten stehen würden.
Und das bringt auch immer ganz viel durcheinander. Oder es ist
dann so, wird jetzt hier schon eine Note abgezogen, wenn ich
zwei Seiten zu wenig habe? Nein, dafür kriegt niemand eine Note
abgezogen. Es ist ja, die Vorgaben sind eingehalten, dafür kann
ich dir gar nichts abziehen. Das Problem ist, wenn du Inhalte
nicht lieferst, die du aber hättest liefern können auf diesen
fehlenden zwei Seiten. Dafür gibt es einen Punktabzug.
[8:51] Simples Beispiel, ich erwarte bei einer
Programmieraufgabe ein Klassendiagramm und du hast keins drin.
Dafür aber noch eine Seite frei bis zu deinen 15 erlaubten
Seiten. Tut mir leid, dann ziehe ich dir einen Punkt ab, aber
nicht für die fehlende Seite, sondern für das fehlende
Klassendiagramm. So wird ein Schuh draus. Also kein Prüfender
wird dir irgendwie einen Punkt abziehen, weil du zu wenig Text
geschrieben hast, sondern es geht immer um den Inhalt, den du
nicht geschrieben hast und nicht präsentiert hast. Darum geht
es.
[9:16] Also deswegen allein schon mein Vorschlag,
nutz immer die ganze Seitenzahl aus, die du zur Verfügung hast,
weil sonst hast du sehr wahrscheinlich irgendwas, was dir fehlt
einfach.
[9:26] So, und bitte verstehe das jetzt nicht so,
dass du diese Seiten dann auffüllst mit Schrott, einfach nur,
um auf die 15, 10 oder 20 zu kommen. Darum geht es nicht. Und
vor allem bitte im Zeitalter von KI, generiere da nicht
irgendeinen Schrotttext, nur um die Seiten zu füllen und der
wird dann super umfangreich und ausschweifend und 37 Mal
wiederholt, sondern du sollst natürlich sinnvolle Inhalte
liefern. Also was zu deiner Arbeit beigetragen hast, was du
gemacht hast, was bewertet werden kann. Sinnvolle Artefakte,
Diagramme, die irgendwie auch einen Mehrwert bringen. Das
sollst du da reinpacken und nicht einfach generierten
Fließtext, wo du einfach nochmal ein Bild beschreibst, so nach
dem Motto. Das ist hier nicht das, was gemacht werden soll,
sondern du sollst sinnvolle Inhalte da reinpacken. Und ich habe
gleich auch noch eine Liste, die man durchgehen kann für so ein
übliches Projekt, bezogen auf Einwilligungsentwicklung, aber
viele Inhalte gelten auch für alle anderen IT-Berufe, was man
alles so in eine Doku packen könnte, damit du mal einen
Eindruck davon hast, warum vielleicht auch 15 Seiten sogar
schon knapp werden, wenn man ein entsprechend normales,
umfangreiches Projekt hat.
[10:24] So, ich persönlich mache es tatsächlich
so, wenn ich Projektarbeiten jetzt durchlese und korrigiere,
dass ich alle Artefakte, die ich irgendwo noch zwischendrin
finde in den Fließtextseiten, dass ich die von der Seitenzahl
abziehe. Was meine ich mit Artefakten? Also zum Beispiel
Abbildung oder Tabellen, Amortisationsrechnung, Code,
Schnipsel, was auch immer. Also alles, was kein Fließtext ist,
das ist bei mir Artefakte. Und da gehe ich die Doku wirklich
durch. Und wenn ich da so eine Seite Klassendiagrammen mitten
im Fließtext habe, dann wird das von der Seitenzahl abgezogen.
Und dann gucke ich am Ende, oh, sind 13 Seiten gewesen. Okay,
daraus folgert ja jetzt noch nicht, dass ich eine Note abziehe
oder gar einen Punkt. 13 ist ja kleiner als die erlaubten 15,
also passt das alles. Aber das ist für mich nochmal so ein
Indiz, wenn ich jetzt sehe, oh, 13 Seiten statt der erlaubten
15, da ist ja die Chance recht hoch, dass irgendetwas fehlt.
Und dann gucke ich natürlich nochmal hin, was hätte denn hier
noch beschrieben werden können? Ist irgendwas ziemlich knapp
oder unverständlich etc.? Und das ist für mich so ein Indiz, um
nochmal genauer hinzugucken. Aber bitte nicht falsch verstehen,
nur weil jemand 13 Seiten abgibt, mache ich in keinster Weise
irgendeinen Punktabzug daran fest, sondern es geht immer um den
Inhalt. Punktabzug höchstens, wenn es zu viele Seiten sind. Ich
kann mich nur nochmal wiederholen.
[11:34] So, und jetzt würde ich mal überlegen,
wenn du Schwierigkeiten hast, deine 15 oder 10 oder 20 Seiten,
also die Vorgaben zu füllen, woran könnte das denn liegen?
Vielleicht ist dein Projekt tatsächlich einfach nicht
umfangreich genug, sollte eigentlich ausgeschlossen sein,
dadurch, dass dein Projektantrag ja genehmigt wurde und
Prüfende da schon drauf geguckt haben. Also normalerweise
sollten die Projekte umfangreich genug sein, sonst wären sie
nicht genehmigt worden. Aber vielleicht hast du ja einfach
Sachen vergessen, die zu so einem Projekt üblicherweise
dazugehören. Das hattest du aber vielleicht gar nicht auf dem
Zettel oder man hat dir das nie gesagt. Und deswegen habe ich
mal so ein paar Punkte hier auf der Liste, was du in einem
üblichen Projekt für Anwendungsentwicklerinnen durchaus
unterbringen könntest. Und gefühlt die Hälfte davon gilt auch
für alle anderen IT-Berufe. Ich mache nur mal ein paar
Beispiele. Irgendwie musst du Anforderungen erfassen. Was soll
überhaupt in einem Projekt gemacht werden? Und das müssen
übrigens alle IT-Berufe. Das heißt, es gibt irgendeine Form von
Anforderungsermittlung. Sei es zum Beispiel ein Lastenheft, ein
Pflichtenheft, User Stories, wie ein Product Backlog, wenn du
Bock hast auf Scrum oder was auch immer. Irgendwo schreibst du
Anforderungen auf, die kannst du da reinnehmen.
[12:32] Dann gibt es vielleicht für die
Softwareentwicklung Architekturskizzen, UML-Diagramme,
Klassendiagramme, Deployment-Diagramme, Komponentendiagramme.
Das kann man wunderbar für Softwareentwicklung zeigen. Bei
Fizis gibt es da vielleicht einen Netzwerkplan. Wo steht die
Firewall, auf welchen Ports ist der Server erreichbar und was
auch immer. Dann haben wir natürlich sowas wie
Klassendiagramme, wenn du tiefer in den Code rein willst,
Sequenz-Diagramme oder Zustandsdiagramme, wenn dein System
Zustände hat. Also alles, was die UML hier gibt. Du kannst
Datenbanken modellieren mit ER-Modell oder relationalem
Tabellenmodell oder eine JSON-Struktur als Open API, wenn es
REST API ist, dokumentieren oder modellieren oder was auch
immer. Du hast vielleicht irgendwelche Prozesse, die du
optimieren willst. Die müssen dokumentiert werden, die müssen
vielleicht modelliert werden mit.
[13:17] BPMN oder einer EPK oder einem
Aktivitätsdagramm aus der OML. Du hast, wenn du programmiert
hast, irgendwelche Quelltexte von Produktivcode, von Testcode.
Du hast Screenshots sicherlich. Du hast vielleicht
Config-Files, wo du was angepackt hast. Du hast, weiß ich
nicht, am Ende ein Foto gemacht von der Appliance-Firewall, die
du in den Server-Rack eingebaut hast. Was auch immer du als
Projekt gemacht hast. Also irgendwelche Nachweise, dass du es
auch wirklich getan hast. Fotos, Screenshots, wie auch immer.
Du hast irgendeine Form von Projektmanagement gemacht, einen
Entwicklungsprozess, vielleicht hast du Scrum gemacht oder
Wasserfall oder Kanban oder was auch immer, aber auch dazu
kannst du Inhalte liefern, vielleicht ein Foto vom
Kanban-Board, vielleicht einfach eine Beschreibung des
Prozesses, wie ihr mit eurem Ticketsystem arbeitet, wer bei dir
einen Code-Review gemacht hat, mit wem du zusammen den Server
installiert hast, wer deine Rechnung freigegeben hat, was auch
immer, irgendwas, was zum Organatorischen dazugehört.
[14:11] Und ganz sicher hast du in jedem Projekt,
egal welcher IT-Beruf, eine Zeitplanung gemacht. Du hast deine
40 oder 80 Stunden aufgeteilt. Du hast eine detaillierte
Aufnahme der nötigen Ressourcen gemacht. Du hast die Zeiten
runtergebrochen mit einem schön ausgearbeiteten Plan in einer
Tabelle, die du irgendwo unterbringen kannst. Und natürlich
hast du auch deine Kosten kalkuliert und eine
Amortisationsrechnung gemacht. Mit Kosten versus
Einsparungspotenzial und ich weiß nicht was. Ein schönes
Diagramm mit so einer Amortisationsrechnung, wo sich irgendwo
die Linien dann kreuzen und so weiter. Also alles das sind
schon mal Themen, die mir so spontan einfallen, die quasi in
jedem Projekt untergebracht werden können. Und dann siehst du
vielleicht, oh, da könnten 15 Seiten aber ja tatsächlich schon
mal knapp werden, wenn du zu allem auch noch ein bisschen was
schreibst, anstatt einfach nur das Artefakt einzubauen.
[14:55] So, und ich glaube, das war es jetzt von
mir als letzte Motivation, nochmal darüber nachzudenken, die
Seiten zu füllen. Was wäre, wenn du jetzt eine schlechte Note
bekommst oder vielleicht sogar durchfällst in deiner
Projektarbeit und hättest am Ende aber noch Platz gehabt, um
was zu schreiben? Du hättest also noch Seiten übrig. Du hattest
15 als Vorgabe, hast nur 10 gefüllt und jetzt fällst du durch
die Prüfung. Was wirst du dich dann dein Leben lang oder
vielleicht auch nur bis zur nächsten Prüfung in einem halben
Jahr fragen? Hätte ich es geschafft, wenn ich noch die fünf
Seiten gefüllt hätte? Wenn ich hier noch den einen Text
hinzugefügt hätte, dieses eine Testprotokoll, das eine
Klassendiagramm, hätte ich dann vielleicht bestanden?
[15:30] Du weißt es nicht. Du hättest es
vielleicht geschafft, aber du hast es leider nicht genutzt. Die
Inhalte fehlen jetzt nun mal und deswegen bist du vielleicht
durchgefallen oder hast eine schlechte Note. Und das wäre doch
blöd, weil du nutzt ja diese Chance, die du hast, selber nicht.
Niemand sitzt neben dir und guckt dir über die Schulter,
während du das Ding hier schreibst, die Doku. Das ist alles in
deiner Hand. Du kannst dir das Thema ausdenken, du kannst die
Struktur, die Inhalte, das kannst du alles völlig frei
gestalten und hast dafür auch im Vergleich zu so einer
schriftlichen Prüfung relativ viel Zeit. Also nutzt sie doch
auch aus. Du hast alles in deiner Hand. Das heißt aber auch,
wenn du durchfällst und eine schlechte Note kriegst, ist
niemand anderes außer dir dafür verantwortlich. Und wenn du
dein Potenzial, was du hast, in diesem Fall die Seiten, nicht
ausnutzt, ja, dann bist du am Ende leider selber schuld, wenn
du die Inhalte nicht lieferst, obwohl du sie hättest liefern
können. Also, das nochmal die letzte Motivation. Wäre doch
blöd, wenn du eine schlechte Note hast und fragst dich dann
dein Leben lang, hat es daran gelegen, dass ich noch zwei
Seiten hätte schreiben können? Vielleicht hätte das ja den
Ausschlag gegeben für die bessere Note. Also, Fazit für heute.
Nutze die Seitenzahl, die du ausnutzen darfst, voll aus.
[16:36] Überziehe nicht, aber nutze es so weit es
eben geht aus, die Seitenzahlen für Fließtext und Anhang. Aber
fülle das bitte nur mit sinnvollen Inhalten. Füll das nicht mit
irgendwelchen inhaltsleeren generierten Kram oder
irgendwelchen, habe ich auch schon zum Beispiel gesehen,
Klassendiagrammen mit zwei Klassen drauf. Das ist jetzt nicht
übertrieben. Die füllen dann eine ganze Seite mit zwei Klassen.
Das ist ein bisschen wenig. Das ist ein bisschen inhaltsleer.
Das ist auch nicht spannend oder interessant und zeigt auch
nicht deine tolle Leistung nach drei Jahren Ausbildung, sondern
das ist so, ich musste hier halt irgendwas malen, weil ich muss
ja auf die Seitenzahl kommen. Bitte so nicht verstehen, das
meine ich nicht. Füll die Dokumentation mit sinnvollen
Inhalten, die ich als Prüfender auch bewerten kann, wo ich dir
eine Note für geben kann. Die zeigt, dass du deinen Job
beherrschst. Darum geht es in dieser Abschlussprüfung.
[17:20] Das war’s für heute. Ich wünsche dir viel
Erfolg bei deiner Dokumentation und hoffe, dass du deine
Seitenvorgabe auch einhältst und mit sinnvollen Inhalten
füllst. Mach’s gut!
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