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Dein Podcast zu Neurodiversität, Evolutionärer Psychologie, Gesellschaft, Philosophie und mentaler Entwicklung www.evomentis.de
Beschreibung
vor 1 Woche
In dieser Folge sprechen wir über die Generalized Unsafety Theory
of Stress, kurz GUTS, ein Modell aus dem Jahr 2016. Wir ordnen die
Theorie evolutionspsychologisch, neurobiologisch und
stressphysiologisch ein und zeigen, dass sie Stress und Angst nicht
als reine Reaktion auf konkrete Gefahr versteht, sondern als Folge
fehlender Sicherheitssignale. Wir gehen dabei der Frage nach, warum
Unsicherheit selbst Stress auslösen kann. Nach diesem Modell ist
Stress kein Ausnahmezustand, sondern eher der Grundzustand, der nur
durch empfundene Sicherheit aktiv gehemmt wird. Entscheidend ist
also nicht nur, ob tatsächlich Gefahr vorliegt, sondern ob genügend
Hinweise vorhanden sind, die dem Nervensystem signalisieren, dass
Entwarnung möglich ist. An Beispielen wie Dunkelheit, Nebel, einer
stehen gebliebenen S-Bahn oder einer unklaren sozialen Situation
machen wir deutlich, dass fehlende Vorhersagbarkeit bereits Stress
erzeugen kann. Das Gehirn wird hier als Vorhersageorgan
beschrieben, das laufend einschätzt, was als Nächstes passiert.
Wenn diese Orientierung fehlt, entstehen Unsicherheit, Angst und
Anspannung. Wir übertragen das Modell auch auf frühe Kindheit,
Trauma, komplexe Traumafolgestörungen, soziale Unsicherheit,
Einsamkeit und neurodivergente Erfahrungen. Besonders betonen wir,
dass Sicherheit nicht nur kognitiv verstanden, sondern emotional
und körperlich erlebt werden muss. Dazu gehören Vorhersagbarkeit,
Verlässlichkeit, Kompetenz anderer, soziale Einbettung und
Autonomie. Zum Schluss sprechen wir über mögliche therapeutische
Konsequenzen. Wir halten fest, dass nicht nur nach konkreten
Auslösern gesucht werden sollte, sondern vor allem nach fehlenden
Sicherheitsfaktoren. Sicherheitssignale, Orientierung und die
Erfahrung, auch bei Fehlern handlungsfähig zu bleiben, stehen dabei
im Mittelpunkt.
of Stress, kurz GUTS, ein Modell aus dem Jahr 2016. Wir ordnen die
Theorie evolutionspsychologisch, neurobiologisch und
stressphysiologisch ein und zeigen, dass sie Stress und Angst nicht
als reine Reaktion auf konkrete Gefahr versteht, sondern als Folge
fehlender Sicherheitssignale. Wir gehen dabei der Frage nach, warum
Unsicherheit selbst Stress auslösen kann. Nach diesem Modell ist
Stress kein Ausnahmezustand, sondern eher der Grundzustand, der nur
durch empfundene Sicherheit aktiv gehemmt wird. Entscheidend ist
also nicht nur, ob tatsächlich Gefahr vorliegt, sondern ob genügend
Hinweise vorhanden sind, die dem Nervensystem signalisieren, dass
Entwarnung möglich ist. An Beispielen wie Dunkelheit, Nebel, einer
stehen gebliebenen S-Bahn oder einer unklaren sozialen Situation
machen wir deutlich, dass fehlende Vorhersagbarkeit bereits Stress
erzeugen kann. Das Gehirn wird hier als Vorhersageorgan
beschrieben, das laufend einschätzt, was als Nächstes passiert.
Wenn diese Orientierung fehlt, entstehen Unsicherheit, Angst und
Anspannung. Wir übertragen das Modell auch auf frühe Kindheit,
Trauma, komplexe Traumafolgestörungen, soziale Unsicherheit,
Einsamkeit und neurodivergente Erfahrungen. Besonders betonen wir,
dass Sicherheit nicht nur kognitiv verstanden, sondern emotional
und körperlich erlebt werden muss. Dazu gehören Vorhersagbarkeit,
Verlässlichkeit, Kompetenz anderer, soziale Einbettung und
Autonomie. Zum Schluss sprechen wir über mögliche therapeutische
Konsequenzen. Wir halten fest, dass nicht nur nach konkreten
Auslösern gesucht werden sollte, sondern vor allem nach fehlenden
Sicherheitsfaktoren. Sicherheitssignale, Orientierung und die
Erfahrung, auch bei Fehlern handlungsfähig zu bleiben, stehen dabei
im Mittelpunkt.
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