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Beschreibung
vor 2 Tagen
**„Eine Schulaufsicht für 28 Schulen – und kaum Zeit: Wie Cluster
Steuerung wieder wirksam machen – mit Prof. Dr. Anne Sliwka"**
Gast: Prof. Dr. Anne Sliwka, Professorin für
Bildungswissenschaft, Universität Heidelberg
Host: Judith Holle, Geschäftsführerin beWirken
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Das erwartet dich in dieser Episode: Anne Sliwka forscht an der
Universität Heidelberg zu Schul- und Schulsystementwicklung im
internationalen Vergleich. In dieser Folge geht es eine Ebene
über den Klassenraum hinaus – auf die Steuerungsebene des
Schulsystems. Für Schulleitung, Schulaufsicht und
Bildungspolitik: Wie kann sich ein ganzes System fortlaufend
weiterentwickeln, statt von Projekt zu Projekt zu springen? Wie
wird aus einer Schulaufsicht, die für 28 Schulen zuständig ist
und sie nur punktuell erreicht, eine wirksame Gestaltungsebene?
Ein Gespräch über die „Mitte" des Systems, Schulfamilien,
verteilte Verantwortung und datengestützte Steuerung.
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**Kernthema**
Vom verwaltenden zum lernenden Schulsystem: kontinuierliche,
datengestützte Entwicklung über alle Steuerungsebenen hinweg –
statt befristeter Projekte.
**Wandel dritter Ordnung statt „Projektitis"**
- Inkrementeller Wandel in befristeten Projekten reißt immer
wieder ab und kommt nie in die Fläche.
- International lernen Systeme stattdessen zyklisch: fortlaufend,
datenbasiert, unabhängig von Projektfinanzierung.
**Leading from the Middle – die mittlere Ebene als Motor**
- Eine Schulaufsicht für rund 28 Schulen erreicht jede Schule nur
punktuell – Cluster machen Steuerung wieder wirksam.
- Schulen schließen sich zu „Families of Schools" (Kanada) bzw.
„Clustern" (Singapur) zusammen – typischerweise 8 bis 12 Schulen,
eng begleitet durch die Schulaufsicht.
**Verteilte Verantwortung und vernetzte Autonomie**
- Schulaufsicht verantwortet, dass keine Schule stillsteht;
Schulleitung verantwortet die Entwicklung der eigenen Schule;
Lehrkräfte übernehmen verteilte Führung.
**Klare gemeinsame Ziele: der Zieldreiklang (aus Kanada, auch in
Australien adaptiert)**
- Kompetenz- und Leistungsentwicklung: alle erreichen
Mindeststandards, möglichst viele Regel- und Optimalstandards.
- Chancengerechtigkeit: Entkopplung von sozioökonomischer
Herkunft und Schulerfolg, ungleiche Ausstattung zugunsten
benachteiligter Standorte.
- Wohlbefinden und Persönlichkeitsentwicklung: mentale Gesundheit
datenbasiert (Surveys) in den Blick nehmen.
**Datengestützte Steuerung, die entlastet statt belastet**
- Das System bereitet Daten nutzerfreundlich auf (Dashboards,
Farbcodierung, Echtzeit), damit Schulen möglichst wenig Aufwand
haben.
**Was daraus in der Einzelschule konkret folgt**
- Lernbänder und flexibles Gruppieren (auch
jahrgangsübergreifend), z. B. in Mathematik – über 40 Prozent
langweilen sich im Matheunterricht.
- Voraussetzung: kooperative Professionalität und verbindliche
Teamzeiten – der Beruf wird vom Einzelkämpfer- zum
Gemeinschaftsberuf.
**Wie der Einstieg gelingt – und was Mut macht**
- Einstieg über Freiwillige und Capacity Building statt
Top-down-Verordnung; erst erproben, auswerten, dann in die Fläche
(Kaskadenlogik).
- Co-Learn / Wir.Lernen: Keine der begleiteten Schulfamilien hat
in drei Jahren aufgehört zusammenzuarbeiten.
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**Zitat der Folge**
> „Man darf die Führung nicht den Führungskräften überlassen."
> — Prof. Dr. Anne Sliwka (sinngemäß nach Michael Fullan:
„jeder Mensch ist ein Change Agent, da wo er steht")
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**Weiterführende Links**
- Prof. Dr. Anne Sliwka – Universität Heidelberg:
https://www.ibw.uni-heidelberg.de/de/institut/personen/prof-dr-anne-sliwka
- Michael Fullan – Schulentwicklungsforscher, „Leadership from
the Middle":
https://michaelfullan.ca/leadership-from-the-middle-a-system-strategy/
- Co-Learn / Wir.Lernen – Robert Bosch Stiftung
(Baden-Württemberg & Schleswig-Holstein):
https://www.bosch-stiftung.de/de/projekt/wirlernen
- Anne Sliwka & Britta Klopsch: „Das lernende Schulsystem“
ISBN 978-3-407-63322-4
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