#57: Jugendamtsleitung – Prädiktive Risikokalkulation versus hermeneutische Fallarbeit

#57: Jugendamtsleitung – Prädiktive Risikokalkulation versus hermeneutische Fallarbeit

vor 1 Tag
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Beschreibung

vor 1 Tag

In der kommunalen Peer-to-Peer-Arena wird hart über KI
diskutiert.


Das Format zwingt zwei Peers in ein Dilemma, das an die ethische
Substanz geht: Die Integrität der Wirkung (präventiver
Kinderschutz durch Datenanalyse) tritt gegen die Integrität der
Norm (Schutz vor algorithmischer Diskriminierung,
Einzelfallgerechtigkeit) an. Es geht um reale Schicksale. Wir
brechen die statistische Glätte der Software und legen das
psychologische Narbengewebe frei.


Dieses Mal zu Gast: Die Wächter des Kindeswohls
– die Jugendamtsleitung. In der Arena begegnen sich der
„Präventions-Strategist“, der prädiktive
Datenanalyse nutzt, um drohende Krisen zu verhindern, bevor sie
eskalieren, und der „Beziehungs-Analytiker“, der
dem klinischen Score zutiefst misstraut und die unersetzbare
hermeneutische Intuition des Sozialarbeiters verteidigt.


Die zentralen Thesen, die diskutiert werden:





Das Triage-Dilemma: Die KI berechnet ein
Risiko von 85%. Der erfahrene Mitarbeiter vor Ort sagt:
Alles okay. Auf wen verlässt du dich – und wen schickst du
nach Hause?




Die Gott-Maschine: Spielt die Verwaltung
Gott, wenn sie knappe Ressourcen rein statistisch dorthin
lenkt, wo die Maschine die höchste
Erfolgswahrscheinlichkeit errechnet?




Der Stempel der Software: Wann verwandelt
sich präventive Hilfe in brutale Stigmatisierung, weil ein
Algorithmus ganze Quartiere als systematisch ‚gefährdet‘
markiert?



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