Kierkegaard (Teil 1): Philosophie mit offenen Wunden

Kierkegaard (Teil 1): Philosophie mit offenen Wunden

vor 1 Tag
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Beschreibung

vor 1 Tag
Endlich: Søren Kierkegaard! Peter und Manuel stellen ihn als Denker
vor, bei dem Leben und Werk kaum voneinander zu trennen sind. Es
geht um Todeserfahrungen, Verzweiflung, bürgerliche Fassaden – und
die Frage, warum für Kierkegaard nur das Denken Gewicht hat, das
durch die eigene Existenz hindurchgegangen ist. Prägend ist für
Kierkegaard eine Kindheit im Schatten von Strenge, Verlust und Tod,
die Erfahrung tiefer innerer Zerrissenheit und ein Leben, das immer
wieder an den Ordnungen seiner Zeit anstösst. Gerade daraus wächst
bei Kierkegaard die Überzeugung, dass Wahrheit nicht in abstrakten
Systemen liegt, sondern nur dort Gewicht bekommt, wo sie durch die
eigene Existenz hindurchgegangen ist. Die Folge zeigt, warum
Kierkegaard den grossen Denkgebäuden seiner Zeit mit Misstrauen
begegnet. Gegen Hegel, Schelling und auch Kant hält er fest, dass
sich das Leben nicht widerspruchsfrei ordnen lässt. Menschen
erfahren ihre Wirklichkeit nicht als logisches Ganzes, sondern als
Zumutung, als Kontingenz, als Schuldzusammenhang, als Angst und als
Suche nach Halt. Philosophie darf diese Erfahrung nicht glätten.
Sie muss sich ihr aussetzen. Dabei sprechen Manuel und Peter auch
über Kierkegaards frühe Verlusterfahrungen, seine Distanz zur
bürgerlichen Welt Kopenhagens, seine Enttäuschung über die grossen
Denker seiner Zeit und über die aufgelöste Verlobung mit Regine
Olsen, die für sein Werk eine Schlüsselfunktion bekommt. So
entsteht das Bild eines Autors, der nicht bloss über Existenz
nachdenkt, sondern sie literarisch und philosophisch durchleidet.
Eine Folge über einen Denker, der bis heute provoziert, weil er
jede bequeme Trennung von Leben und Denken sprengt — und weil er
darauf besteht, dass Erkenntnis nur dort beginnt, wo sie den
Einzelnen wirklich angeht.
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