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  4. Tech-News #164: ChatGPT wird zur Super-App, IPOs von OpenAI & Anthropic, Überwachung durch Meta, Apples WWDC 2026 und KI, die sich selbst verbessert
In Folge 164 von Schlaflos dank Seattle sprechen wir über OpenAIs
geplanten Umbau von ChatGPT zur Super-App. Aus dem reinen Chatbot
soll eine Plattform werden, die Aufgaben selbstständig erkennt,
passende Werkzeuge auswählt und Agenten, Codex, Partnerdienste
und Automatisierung miteinander verbindet. Der vielzitierte Satz
„Chat is dead“ passt dabei gut zu unserer These: Das Chatten mit
KI ist nur eine Übergangsphase. Entscheidend wird, ob KI künftig
Prozesse wirklich ausführt. Gleichzeitig diskutieren wir, ob der
Super-App-Begriff vor allem strategische Fantasie für den
geplanten IPO erzeugen soll – denn OpenAI braucht dringend
überzeugende Wachstums- und Monetarisierungsgeschichten.

Daran knüpft die Diskussion über den möglichen OpenAI-Börsengang
an. OpenAI hat vertrauliche IPO-Unterlagen bei der SEC
eingereicht, während auch Anthropic Richtung Börse steuert. Beide
Unternehmen werden mit extremen Bewertungen in Verbindung
gebracht. Gleichzeitig stehen enorme Infrastrukturkosten, eine
große Zahl kostenloser Nutzer und die Frage im Raum, wie aus der
beeindruckenden Reichweite von ChatGPT ein tragfähiges
Geschäftsmodell entstehen soll.

Ein weiterer Themenblock ist Apples WWDC 2026. Die Keynote ordnen
wir als eher unspektakulär, aber strategisch wichtig ein: Apple
räumt auf, integriert KI stärker in die eigenen Systeme und
versucht, Siri endlich zu dem Assistenten zu machen, den viele
schon 2024 erwartet hätten. Besonders spannend ist der Vergleich
zwischen OpenAIs Super-App-Idee und Apples vertikal integrierter
Siri-AI-Strategie. Während Apple durch Kontrolle über
Betriebssystem, Apps und Schnittstellen eigentlich die besten
Voraussetzungen hätte, blockieren regulatorische Fragen in der EU
ausgerechnet den Start auf iPhone und iPad. Wir diskutieren
deshalb auch, ob externe KI-Assistenten jemals so nahtlos ins
Apple-Ökosystem eingebunden werden können wie Apples eigene
Lösung.

Anschließend geht es um Meta und die Frage, wie viel Überwachung
in KI-Hardware und KI-Training steckt. WIRED hat Code in der Meta
AI Companion App entdeckt, der auf ein noch nicht aktiviertes
Gesichtserkennungssystem für Ray-Ban- und Oakley-Meta-Brillen
hinweist. Wir diskutieren, warum Smart Glasses als
Alltagshardware so brisant sind: Sie kombinieren Kamera,
Mikrofon, Kontext und potenziell biometrische Erkennung. Aus
einer Assistenzfunktion kann sehr schnell eine verteilte
Überwachungsinfrastruktur werden. Besonders kritisch sehen wir,
dass Meta beim Thema Gesichtserkennung historisch bereits stark
vorbelastet ist.

Noch eine Ebene weiter geht das interne Meta-Tool Model
Capability Initiative. Es soll Mausbewegungen, Klicks,
Tastatureingaben und teilweise Screenshots von Mitarbeitenden
erfassen, um KI-Agenten besser zu trainieren. Offiziell geht es
darum, zu lernen, wie Menschen tatsächlich am Computer arbeiten.
Praktisch entsteht aber der Eindruck, dass Mitarbeitende ihre
eigenen Automatisierungsnachfolger trainieren. Besonders absurd
wirkt die nach Kritik eingeführte Möglichkeit, die Überwachung
für 30 Minuten zu pausieren – Privatsphäre in halbstündigen
Slots.

Zum Abschluss sprechen wir über Anthropics Text „When AI builds
itself“ und die Idee rekursiver Selbstverbesserung. Wenn
KI-Systeme immer stärker daran beteiligt sind, die nächste
Generation von KI zu bauen, beschleunigt sich nicht nur
Softwareentwicklung, sondern potenziell auch die KI-Entwicklung
selbst. Anthropic warnt vor dieser Dynamik und bringt eine global
koordinierte Pause oder Verlangsamung der Frontier-KI-Entwicklung
ins Spiel. Wir ordnen das ambivalent ein: Einerseits passt die
Warnung zur Safety-DNA von Anthropic, andererseits profitiert
ausgerechnet Anthropic aktuell vom eigenen Vorsprung. Die
zentrale Frage bleibt: Was passiert, wenn KI nicht nur Arbeit
automatisiert, sondern die Werkzeuge baut, mit denen sie sich
selbst verbessert?
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Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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