"Sollte der CDU zu denken geben" - Die OB-Wahl in Aue-Bad Schlema und die Folgen
vor 1 Woche
Die CDU hat die OB-Wahl in Aue-Bad Schlema gewonnen, ein Erfolg ist
das für die Partei aber nicht. Im Gegenteil: Der Beinahe-Sieg eines
Rechtsextremen zeigt einen fortschreitenden Bedeutungsverlust.
Podcast
Podcaster
Beschreibung
vor 1 Woche
„Wir haben es am Ende hinbekommen.“ Erleichtert spricht Marcus
Hoffmann am vergangenen Sonntag diese Worte in die Mikrofone von
Reportern. Der CDU-Mann und Politik-Neuling hatte da gerade den
zweiten Wahlgang der Wahl zum Oberbürgermeister in Aue-Bad Schlema
für sich entschieden – mit gerade einmal rund 500 Stimmen Vorsprung
vor Stefan Hartung, dem Kandidaten der rechtsextremen Kleinstpartei
Freie Sachsen. Das Ergebnis ist denkbar knapp und liefert die
Erkenntnis, dass sogar rechts neben der AfD noch Platz ist. Fast
die Hälfte der Wahlberechtigten in der kleinen Stadt im Erzgebirge
haben Hartung gewählt, einen früheren NPD-Funktionär und Mitgründer
der vom Verfassungsschutz beobachteten Freien Sachsen. Nach dieser
Wahl stellen sich nun viele Fragen. Angefangen damit, wieso es
überhaupt ein solch enges Rennen werden konnte. Was sagt das über
die Stimmung in Aue-Bad Schlema aus? Und was lässt sich daraus
ableiten? Der Podcast „Thema in Sachsen“ sucht nach Antworten. Zu
Gast sind Janek Treiber, Politikwissenschaftler an der TU Dresden,
sowie Josa Mania-Schlegel, Investigativreporter von SZ und LVZ. Das
Ergebnis zeige, so sagt es der Politologe Treiber, „dass der
Bedeutungsverlust der sogenannten etablierten Parteien“ vor allem
in ländlichen Gegenden inzwischen so weit fortgeschritten sei,
„dass auch solche Kandidaten [wie Hartung] in die Nähe eines
Wahlsiegs kommen können“. Für die CDU biete der Wahlsieg daher
keinen Grund zum Feiern. Im Gegenteil, warnt der Experte: „Dass die
Partei hier auf Augenhöhe fast schon in einem Abwehrkampf mit einer
Kleinstpartei war, das sollte der CDU zu denken geben“, sagt
Treiber. Sachsens CDU war im Wahlkampf in der Erzgebirgsstadt wenig
sichtbar. Hat die Partei das Risiko, dass tatsächlich ein
Rechtsextremist die Wahl gewinnen könnte, unterschätzt – oder war
das eine bewusste Strategie? In seiner Analyse kommt Treiber zu dem
Schluss, dass das eher spärliche Einmischung der Landespolitik auf
eine schwindende Bindungskraft führender Politiker zurückzuführen
ist. Diese Einschätzung deckt sich mit Aussagen des Wahlsiegers.
Marcus Hoffmann, der im Podcast auch mehrmals zu hören ist, betont:
„Für uns war es wichtig, dass der Fokus wirklich auf dieser
Personenwahl liegt. Deswegen ist es so, wie wir es gemacht haben
und wie es lief, eigentlich perfekt gewesen.“ Im zweiten Teil der
Podcastfolge berichtet Reporter Josa Mania-Schlegel von seinen
Eindrücken aus Aue-Bad Schlema am Wahlabend. Er beschreibt die
Stimmung in der politisch gespaltenen Stadt und erzählt, wie er
insbesondere das Auftreten des künftigen OB erlebt hat. Hoffmann
sei „ein ganz leiser, zurückhaltender Mensch“. Wird es ihm
gelingen, die Menschen in Aue-Bad Schlema wieder zusammenzuführen?
Der Reporter hat Hoffmann gefragt, wie er das schaffen will.
Hoffmann am vergangenen Sonntag diese Worte in die Mikrofone von
Reportern. Der CDU-Mann und Politik-Neuling hatte da gerade den
zweiten Wahlgang der Wahl zum Oberbürgermeister in Aue-Bad Schlema
für sich entschieden – mit gerade einmal rund 500 Stimmen Vorsprung
vor Stefan Hartung, dem Kandidaten der rechtsextremen Kleinstpartei
Freie Sachsen. Das Ergebnis ist denkbar knapp und liefert die
Erkenntnis, dass sogar rechts neben der AfD noch Platz ist. Fast
die Hälfte der Wahlberechtigten in der kleinen Stadt im Erzgebirge
haben Hartung gewählt, einen früheren NPD-Funktionär und Mitgründer
der vom Verfassungsschutz beobachteten Freien Sachsen. Nach dieser
Wahl stellen sich nun viele Fragen. Angefangen damit, wieso es
überhaupt ein solch enges Rennen werden konnte. Was sagt das über
die Stimmung in Aue-Bad Schlema aus? Und was lässt sich daraus
ableiten? Der Podcast „Thema in Sachsen“ sucht nach Antworten. Zu
Gast sind Janek Treiber, Politikwissenschaftler an der TU Dresden,
sowie Josa Mania-Schlegel, Investigativreporter von SZ und LVZ. Das
Ergebnis zeige, so sagt es der Politologe Treiber, „dass der
Bedeutungsverlust der sogenannten etablierten Parteien“ vor allem
in ländlichen Gegenden inzwischen so weit fortgeschritten sei,
„dass auch solche Kandidaten [wie Hartung] in die Nähe eines
Wahlsiegs kommen können“. Für die CDU biete der Wahlsieg daher
keinen Grund zum Feiern. Im Gegenteil, warnt der Experte: „Dass die
Partei hier auf Augenhöhe fast schon in einem Abwehrkampf mit einer
Kleinstpartei war, das sollte der CDU zu denken geben“, sagt
Treiber. Sachsens CDU war im Wahlkampf in der Erzgebirgsstadt wenig
sichtbar. Hat die Partei das Risiko, dass tatsächlich ein
Rechtsextremist die Wahl gewinnen könnte, unterschätzt – oder war
das eine bewusste Strategie? In seiner Analyse kommt Treiber zu dem
Schluss, dass das eher spärliche Einmischung der Landespolitik auf
eine schwindende Bindungskraft führender Politiker zurückzuführen
ist. Diese Einschätzung deckt sich mit Aussagen des Wahlsiegers.
Marcus Hoffmann, der im Podcast auch mehrmals zu hören ist, betont:
„Für uns war es wichtig, dass der Fokus wirklich auf dieser
Personenwahl liegt. Deswegen ist es so, wie wir es gemacht haben
und wie es lief, eigentlich perfekt gewesen.“ Im zweiten Teil der
Podcastfolge berichtet Reporter Josa Mania-Schlegel von seinen
Eindrücken aus Aue-Bad Schlema am Wahlabend. Er beschreibt die
Stimmung in der politisch gespaltenen Stadt und erzählt, wie er
insbesondere das Auftreten des künftigen OB erlebt hat. Hoffmann
sei „ein ganz leiser, zurückhaltender Mensch“. Wird es ihm
gelingen, die Menschen in Aue-Bad Schlema wieder zusammenzuführen?
Der Reporter hat Hoffmann gefragt, wie er das schaffen will.
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