Schmutziges Geschäft mit Welpen: Was illegaler Tierhandel anrichtet und Sachsen dagegen tut

Schmutziges Geschäft mit Welpen: Was illegaler Tierhandel anrichtet und Sachsen dagegen tut

vor 1 Woche
1000 Fälle in fünf Jahren, allein in Sachsen: Der illegale Handel mit Welpen ist ein florierendes wie grausames Geschäft. Wie die Politik reagiert, was Hundeprofis raten und eine Tierärztin erlebt.
Podcast
Podcaster
Der Podcast über Thema, die Sachsen bewegen

Beschreibung

vor 1 Woche
Der illegale Handel mit Haustieren – insbesondere mit Hundewelpen –
ist ein so großes Problem, dass sich damit auch die Europäische
Union beschäftigt. Ende April hat das EU-Parlament ein Gesetz
verabschiedet, das darauf abzielt, „missbräuchliche und grausame
Geschäftspraktiken einzudämmen – und die Gesundheit von Hunden und
Katzen zu schützen.“ So steht es in der entsprechenden
Pressemitteilung des Parlaments. Ein Blick nach Sachsen zeigt: Was
die EU gerade regulieren will, ist im Freistaat ein reales Problem.
Erst kürzlich hat die Antwort des Sozialministeriums auf eine
Kleine Anfrage der Grünen im Landtag ergeben, dass in den
vergangenen fünf Jahren allein hier fast 1000 Fälle illegalen
Tierhandels registriert wurden, meist mit Hundewelpen. In dieser
Folge des Podcasts „Thema in Sachsen“ von Leipziger Volkszeitung
und Sächsischer Zeitung geht es um die Hintergründe der geplanten
neuen EU-Regeln, einen ganz konkreten Fall illegalen Welpenhandels
an der sächsisch-polnischen Grenze, warum diese Tiere oft nicht
gesund sind – und um die Frage, worauf man als Käufer eines Hundes
bei der Suche nach einem Welpen achten muss. Zu Gast sind: - Angela
Eißner, Tierärztin aus Dresden: Sie erklärt, woran man illegal
gehandelte Welpen erkennen kann, welche Krankheiten häufig
auftreten und welche Folgen es hat, dass viele der betroffenen
Tiere viel zu früh von ihren Müttern getrennt werden. Außerdem
berichtet sie von ihren Erlebnissen bei der Arbeit in einem
Tierheim und einer Beobachtung, die sie dabei gemacht hat. "Immer
in den Sommerferien, wenn sich viele einen Hund zulegen wollen,
schwappt förmlich eine Welle von Welpen nach Deutschland rein",
erzählt sie und beschreibt damit, wie organisiert illegale Händler
vorgehen. - Nancy Wendler und Kai Hartmann, Betreiber einer
Dresdner Hundeschule: Sie sprechen darüber, worauf man beim
Hundekauf achten sollte und welche Warnsignale es gibt, um nicht
einem Betrug aufzusitzen. „Wenn Welpen einfach so verscherbelt
werden, dann ist das fragwürdig“, sagen sie und erklären, wie viel
ein Hundewelpe von einem vertrauenswürdigen Züchter kostet.
Außerdem geben Wendler und Hartmann Tipps, wie das Zusammenleben
mit Hunden - insbesondere in den ersten Wochen - am besten
funktioniert. - Thilo Alexe, Reporter von SZ und LVZ: Er ordnet die
Lage in Sachsen ein und erklärt, wie der illegale Welpenhandel
funktioniert – von dubiosen Onlineanzeigen bis hin zu Übergaben auf
Rastplätzen an der Autobahn. Brisant wird es beim Thema
Strafverfolgung. Denn, wie eine Auskunft des Sozialministeriums
zeigt: Die fast 1000 registrierten Fälle haben nur 21
Strafverfahren nach sich gezogen.
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