Beschreibung
vor 2 Tagen
Warum erscheint Natur in modernen Gesellschaften häufig als etwas,
das dem Menschen gegenübersteht? In „Kapitalismus im Lebensnetz“
(2015) entwickelt Jason W. Moore eine grundlegende Kritik an der
herkömmlichen Trennung zwischen Natur und Mensch/Gesellschaft.
Dieser Dualismus, so Moore, verleitet uns dazu, Natur als etwas
Externes zu begreifen: als passive Materie und Ressource, die es
für ökonomische Zwecke zu klassifizieren, zu verwerten und – wenn
es sein muss – auch zu zerstören gilt. Doch der Mensch und die
Gesellschaft sind der Natur nicht äußerlich, sondern immanenter
Teil von ihr. Vor diesem Hintergrund muss auch die Geschichte des
Kapitalismus als untrennbar von der Geschichte der Natur begriffen
und analysiert werden. Der Kapitalismus, so seine These, operiert
schließlich nicht jenseits von Natur, sondern ist selbst eine
Weise, (menschliche und nichtmenschliche) Natur zu organisieren.
Die Entstehung des Kapitalismus verortet Moore daher nicht primär
in Fabriken oder Märkten, sondern in historischen Prozessen der
Erschließung sogenannter „billiger Natur“: Arbeitskraft (und ihrer
Reproduktion), Nahrung, Energie und Rohstoffe. Die Logik
kapitalistischer Akkumulation habe zu den ökologischen Umwälzungen
geführt, die heute in der Klimakatastrophe sichtbar werden. Wer
trägt also die Verantwortung für die ökologische Katastrophe: die
Menschheit als Ganze oder eine spezifische Form gesellschaftlicher
Organisation? Zu Gast bei Alex Demirović ist in dieser Folge der
Forstwissenschaftler Oliver Pye. Kontakt, Kritik, Feedback:
theoriepodcast@rosalux.org
das dem Menschen gegenübersteht? In „Kapitalismus im Lebensnetz“
(2015) entwickelt Jason W. Moore eine grundlegende Kritik an der
herkömmlichen Trennung zwischen Natur und Mensch/Gesellschaft.
Dieser Dualismus, so Moore, verleitet uns dazu, Natur als etwas
Externes zu begreifen: als passive Materie und Ressource, die es
für ökonomische Zwecke zu klassifizieren, zu verwerten und – wenn
es sein muss – auch zu zerstören gilt. Doch der Mensch und die
Gesellschaft sind der Natur nicht äußerlich, sondern immanenter
Teil von ihr. Vor diesem Hintergrund muss auch die Geschichte des
Kapitalismus als untrennbar von der Geschichte der Natur begriffen
und analysiert werden. Der Kapitalismus, so seine These, operiert
schließlich nicht jenseits von Natur, sondern ist selbst eine
Weise, (menschliche und nichtmenschliche) Natur zu organisieren.
Die Entstehung des Kapitalismus verortet Moore daher nicht primär
in Fabriken oder Märkten, sondern in historischen Prozessen der
Erschließung sogenannter „billiger Natur“: Arbeitskraft (und ihrer
Reproduktion), Nahrung, Energie und Rohstoffe. Die Logik
kapitalistischer Akkumulation habe zu den ökologischen Umwälzungen
geführt, die heute in der Klimakatastrophe sichtbar werden. Wer
trägt also die Verantwortung für die ökologische Katastrophe: die
Menschheit als Ganze oder eine spezifische Form gesellschaftlicher
Organisation? Zu Gast bei Alex Demirović ist in dieser Folge der
Forstwissenschaftler Oliver Pye. Kontakt, Kritik, Feedback:
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