Beschreibung
vor 1 Woche
Wie entstehen öffentliche Meinungen? Woraus setzt sich
Öffentlichkeit zusammen? Und wie hat sich diese Sphäre über die
Jahrhunderte verändert? In „Strukturwandel der Öffentlichkeit“
(1962) analysiert Jürgen Habermas den Aufstieg und Niedergang der
sogenannten bürgerlichen Öffentlichkeit. Ihre Entstehung verortet
er im Europa des 18. und 19. Jahrhunderts: In Salons und
Kaffeehäusern treten Privatpersonen erstmals zu einem
„räsonierenden“ Publikum zusammen, um über Politik, Gesellschaft
und Kultur zu diskutieren. Doch mit dem Aufkommen der Massenmedien
im 20. Jahrhundert – Radio, Fernsehen, Internet – erodiert diese
bürgerliche Öffentlichkeit, die Habermas noch vom rationalen
Prinzip des „besseren Arguments“ geleitet sah. Zunehmend bestimmen
ökonomische Interessen gigantischer Medienkonzerne, wie
Öffentlichkeit organisiert ist. Das räsonierende Publikum, so
Habermas, wird zum konsumierenden Publikum. Unter den Bedingungen
des digitalen Kapitalismus und der Plattformisierung stellt sich
erneut die Frage, wie sich die Struktur der Öffentlichkeit
verändert. Soziale Medien verschieben dabei die Grenze zwischen
‚privat’ und ‚öffentlich‘ grundlegend: Inhalte können nun
unmittelbar veröffentlicht und verbreitet werden, ohne zuvor die
klassischen Filterinstanzen oder „Gatekeeper“ wie
Zeitungsredaktionen und Medienhäuser zu durchlaufen. Sind die
Sozialen Medien von heute die Salons und Kaffeehäuser des 18.
Jahrhunderts – neue Orte demokratischer Verständigung? Oder
markieren sie vielmehr einen historischen Bruch, indem
Öffentlichkeit nicht mehr primär die Funktion der Verständigung,
sondern der Unterhaltung und zunehmend auch der Überwachung
einnimmt? In der neuen Folge unseres Theorie-Podcasts führt Alex
Demirović in Habermas’ Strukturwandel der Öffentlichkeit ein und
spricht mit dem Soziologen und Kommunikationswissenschaftler
Sebastian Sevignani über die Aktualität des Werks. Kontakt, Kritik,
Feedback: theoriepodcast@rosalux.org
Öffentlichkeit zusammen? Und wie hat sich diese Sphäre über die
Jahrhunderte verändert? In „Strukturwandel der Öffentlichkeit“
(1962) analysiert Jürgen Habermas den Aufstieg und Niedergang der
sogenannten bürgerlichen Öffentlichkeit. Ihre Entstehung verortet
er im Europa des 18. und 19. Jahrhunderts: In Salons und
Kaffeehäusern treten Privatpersonen erstmals zu einem
„räsonierenden“ Publikum zusammen, um über Politik, Gesellschaft
und Kultur zu diskutieren. Doch mit dem Aufkommen der Massenmedien
im 20. Jahrhundert – Radio, Fernsehen, Internet – erodiert diese
bürgerliche Öffentlichkeit, die Habermas noch vom rationalen
Prinzip des „besseren Arguments“ geleitet sah. Zunehmend bestimmen
ökonomische Interessen gigantischer Medienkonzerne, wie
Öffentlichkeit organisiert ist. Das räsonierende Publikum, so
Habermas, wird zum konsumierenden Publikum. Unter den Bedingungen
des digitalen Kapitalismus und der Plattformisierung stellt sich
erneut die Frage, wie sich die Struktur der Öffentlichkeit
verändert. Soziale Medien verschieben dabei die Grenze zwischen
‚privat’ und ‚öffentlich‘ grundlegend: Inhalte können nun
unmittelbar veröffentlicht und verbreitet werden, ohne zuvor die
klassischen Filterinstanzen oder „Gatekeeper“ wie
Zeitungsredaktionen und Medienhäuser zu durchlaufen. Sind die
Sozialen Medien von heute die Salons und Kaffeehäuser des 18.
Jahrhunderts – neue Orte demokratischer Verständigung? Oder
markieren sie vielmehr einen historischen Bruch, indem
Öffentlichkeit nicht mehr primär die Funktion der Verständigung,
sondern der Unterhaltung und zunehmend auch der Überwachung
einnimmt? In der neuen Folge unseres Theorie-Podcasts führt Alex
Demirović in Habermas’ Strukturwandel der Öffentlichkeit ein und
spricht mit dem Soziologen und Kommunikationswissenschaftler
Sebastian Sevignani über die Aktualität des Werks. Kontakt, Kritik,
Feedback: theoriepodcast@rosalux.org
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