tl;dr #59 Rosa Luxemburg: «Die Akkumulation des Kapitals» | Mit Klaus Dörre
1 Stunde 8 Minuten
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vor 1 Woche
Ihr ökonomisches Hauptwerk „Die Akkumulation des Kapitals. Ein
Beitrag zur ökonomischen Erklärung des Imperialismus“ verfasste
Rosa Luxemburg im Jahr 1913 innerhalb von nur vier Monaten. Darin
knüpft sie an Karl Marx‘ Theorie der ursprünglichen Akkumulation
an, deutet diese jedoch grundlegend anders: Nicht als
abgeschlossenes Frühstadium des Kapitalismus, sondern als sein
dauerhaftes Strukturmerkmal. Weil sich das Kapitalverhältnis nicht
aus sich selbst heraus reproduzieren könne, unterliege es einem
ständigen Expansionszwang. Das Kapital sei daher auf ein
„nicht-kapitalistisches Außen“ angewiesen, das es sich aneignen und
ausbeuten kann, um Mehrwert zu produzieren. Kolonialismus und
Imperialismus erscheinen bei Luxemburg somit nicht nur als
politische Machtkonstellationen, sondern als ökonomische
Notwendigkeit, die sie aus dem Expansionszwang des Kapitalismus
ableitet. Das europäische Kapital müsse sich auf außereuropäische,
nicht-kapitalistische Gebiete ausdehnen, um neue Märkte zu
erschließen und diese in den kapitalistischen Wirtschaftskreislauf
zu integrieren. Dabei komme dem Militarismus eine zentrale
ökonomische Funktion zu: einerseits als Rüstungsindustrie und
Absatzmarkt, andererseits als Mittel zur gewaltvollen Erschließung
nicht-kapitalistischer Gebiete und Produktivkräfte. Doch was
passiert, wenn sich das Modell der Expansion irgendwann erschöpft;
wenn alle gesellschaftlichen Sphären durchdrungen sind und keine
Arbeitskraft, keine Natur, keine Ressourcen mehr außerhalb des
kapitalistischen Weltmarkts existieren, die dem Kreislauf des
Kapitals noch unterworfen werden können? Mit dem Soziologen Klaus
Dörre diskutiert Alex Demirović die historische wie aktuelle
Relevanz von Luxemburgs Beitrag zur Theorie der Ausdehnung der
kapitalistischen Ökonomie durch den Imperialismus. Kontakt, Kritik,
Feedback: theoriepodcast@rosalux.org
Beitrag zur ökonomischen Erklärung des Imperialismus“ verfasste
Rosa Luxemburg im Jahr 1913 innerhalb von nur vier Monaten. Darin
knüpft sie an Karl Marx‘ Theorie der ursprünglichen Akkumulation
an, deutet diese jedoch grundlegend anders: Nicht als
abgeschlossenes Frühstadium des Kapitalismus, sondern als sein
dauerhaftes Strukturmerkmal. Weil sich das Kapitalverhältnis nicht
aus sich selbst heraus reproduzieren könne, unterliege es einem
ständigen Expansionszwang. Das Kapital sei daher auf ein
„nicht-kapitalistisches Außen“ angewiesen, das es sich aneignen und
ausbeuten kann, um Mehrwert zu produzieren. Kolonialismus und
Imperialismus erscheinen bei Luxemburg somit nicht nur als
politische Machtkonstellationen, sondern als ökonomische
Notwendigkeit, die sie aus dem Expansionszwang des Kapitalismus
ableitet. Das europäische Kapital müsse sich auf außereuropäische,
nicht-kapitalistische Gebiete ausdehnen, um neue Märkte zu
erschließen und diese in den kapitalistischen Wirtschaftskreislauf
zu integrieren. Dabei komme dem Militarismus eine zentrale
ökonomische Funktion zu: einerseits als Rüstungsindustrie und
Absatzmarkt, andererseits als Mittel zur gewaltvollen Erschließung
nicht-kapitalistischer Gebiete und Produktivkräfte. Doch was
passiert, wenn sich das Modell der Expansion irgendwann erschöpft;
wenn alle gesellschaftlichen Sphären durchdrungen sind und keine
Arbeitskraft, keine Natur, keine Ressourcen mehr außerhalb des
kapitalistischen Weltmarkts existieren, die dem Kreislauf des
Kapitals noch unterworfen werden können? Mit dem Soziologen Klaus
Dörre diskutiert Alex Demirović die historische wie aktuelle
Relevanz von Luxemburgs Beitrag zur Theorie der Ausdehnung der
kapitalistischen Ökonomie durch den Imperialismus. Kontakt, Kritik,
Feedback: theoriepodcast@rosalux.org
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