Das Schauspielhaus nach dem Krieg: Was bleibt vom Exiltheater?
vor 2 Wochen
Nach dem Zweiten Weltkrieg muss sich das Schauspielhaus Zürich neu
orientieren. Während viele Künstler in ihre Heimat zurückkehren,
rücken die Schweizer Autoren in den Vordergrund. Max Frisch und
Friedrich Dürrenmatt prägen die Nachkriegszeit des Thea ...
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Beschreibung
vor 2 Wochen
Nach dem Zweiten Weltkrieg muss sich das Schauspielhaus Zürich neu
orientieren. Während viele Künstler in ihre Heimat zurückkehren,
rücken die Schweizer Autoren in den Vordergrund. Max Frisch und
Friedrich Dürrenmatt prägen die Nachkriegszeit des Theaters und
führen es zu neuen Erfolgen. Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs im
Mai 1945 endet für das Schauspielhaus Zürich die Ära als «Hochburg
des freien Wortes» und Zufluchtsort für verfolgte Künstler. Die
Exilbühne braucht es so nicht mehr. Viele Mitglieder des
Emigranten-Ensembles zieht es wieder nach Deutschland. Andere
wählen den umgekehrten Weg nach Zürich. Nun stehen Emigrantinnen
neben Künstlern auf der Bühne, die von den Nazis jahrelang bejubelt
worden sind. Das führt zu Spannungen und Kritik. In dieser Phase
spielt Dramaturg Kurt Hirschfeld einmal mehr eine entscheidende
Rolle. Er fördert gezielt Schweizer Autoren, allen voran Max Frisch
und Friedrich Dürrenmatt. Frisch, der vor dem Krieg noch ein
Kritiker des Schauspielhauses war, feiert kurz vor Kriegsende seine
erste Premiere als Theaterautor. Zusammen mit Dürrenmatt prägt er
die Nachkriegszeit des Theaters massgeblich. Stücke wie Frischs
«Andorra» oder Dürrenmatts «Die Physiker» werden zu grossen
Erfolgen und sorgen dafür, dass das Schauspielhaus nochmals eine
glanzvolle Zeit hat. Der Ruf des Theaters beruht auf dem
Emigranten-Ensemble. Und später auf den Erfolgen von Max Frisch und
Friedrich Dürrenmatt. Ihr Entdecker Kurt Hirschfeld bleibt dem
Schauspielhaus ein Leben lang treu bleibt – auch für kurze Zeit
noch als Direktor. Nach seinem Tod geht für das Schauspielhaus eine
weitere Ära zu Ende. Und danach kann es lange nicht mehr an diese
grossen Zeiten anknüpfen. Der Mythos als Exilbühne aber ist bis
heute geblieben. ____________________ In dieser Episode zu hören:
Dagmar Walser, Theaterredaktorin Pinar Karabulut, Co Intendantin
Schauspielhaus Zürich Hannah Schünemann, Chefdramaturgin
Schauspielhaus Zürich ____________________ Recherche, Produktion
und Moderation: Vera Deragisch ____________________ Literatur:
Bachmann, Dieter/Schneider, Rolf (Hsg.) (1987): Das verschonte Haus
– Das Zürcher Schauspielhaus im Zweiten Weltkrieg. Ammann Verlag.
Neue Schauspiel AG (1978): Vom Variété zum neuen Schauspielhaus –
Die Geschichte des Schauspiels in Zürich. Peter Felix. Schoop,
Günther (1957): Das Zürcher Schauspielhaus im Zweiten Weltkrieg.
Oprecht. Buns, Brigitte/deutsches Theatermuseum (Hsg.) (2007):
Werft Eure Hoffnung über die Grenzen. Theater im Schweizer Exil und
seine Rückkehr. Henschel. Kröger, Ute /Exinger, Peter (1998): In
welchen Zeiten leben wir! Das Schauspielhaus Zürich 1938 -1998.
Limmat Verlag. Amrein, Ursula (2004): Los von Berlin. Die
Literatur- und Theaterpolitik der Schweiz und das «Dritte Reich»,
Chronos Verlag. ____________________ Links: SRF2 Kontext über die
Bühnen-Diskussion 2021: Kann das weg? – Das Theater um den Pfauen -
Audio & Podcasts - SRF DRS-Sendung Passage 2015: Kurt
Hirschfeld – der Zauberer im Zürcher Schauspielhaus - Audio &
Podcasts - SRF DRS-Sendung Schauplatz 1988:
https://www.srf.ch/play/tv/schauplatz/video/50-theaterjahre-neue-schauspiel-ag--50-jahre-schauspielhaus?urn=urn:srf:video:51b69199-2663-4193-b99e-456454a4bd25
SRF-Kritik Hirschfeld-Film:
https://www.srf.ch/kultur/film-serien/neu-im-kino-kurt-hirschfeld-spaeter-applaus-fuer-einen-vergessenen
____________________ Hast du Feedback, Fragen oder Wünsche? Wir
freuen uns auf deine Nachricht via geschichte@srf.ch – und wenn du
deinen Freund:innen von uns erzählst.
orientieren. Während viele Künstler in ihre Heimat zurückkehren,
rücken die Schweizer Autoren in den Vordergrund. Max Frisch und
Friedrich Dürrenmatt prägen die Nachkriegszeit des Theaters und
führen es zu neuen Erfolgen. Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs im
Mai 1945 endet für das Schauspielhaus Zürich die Ära als «Hochburg
des freien Wortes» und Zufluchtsort für verfolgte Künstler. Die
Exilbühne braucht es so nicht mehr. Viele Mitglieder des
Emigranten-Ensembles zieht es wieder nach Deutschland. Andere
wählen den umgekehrten Weg nach Zürich. Nun stehen Emigrantinnen
neben Künstlern auf der Bühne, die von den Nazis jahrelang bejubelt
worden sind. Das führt zu Spannungen und Kritik. In dieser Phase
spielt Dramaturg Kurt Hirschfeld einmal mehr eine entscheidende
Rolle. Er fördert gezielt Schweizer Autoren, allen voran Max Frisch
und Friedrich Dürrenmatt. Frisch, der vor dem Krieg noch ein
Kritiker des Schauspielhauses war, feiert kurz vor Kriegsende seine
erste Premiere als Theaterautor. Zusammen mit Dürrenmatt prägt er
die Nachkriegszeit des Theaters massgeblich. Stücke wie Frischs
«Andorra» oder Dürrenmatts «Die Physiker» werden zu grossen
Erfolgen und sorgen dafür, dass das Schauspielhaus nochmals eine
glanzvolle Zeit hat. Der Ruf des Theaters beruht auf dem
Emigranten-Ensemble. Und später auf den Erfolgen von Max Frisch und
Friedrich Dürrenmatt. Ihr Entdecker Kurt Hirschfeld bleibt dem
Schauspielhaus ein Leben lang treu bleibt – auch für kurze Zeit
noch als Direktor. Nach seinem Tod geht für das Schauspielhaus eine
weitere Ära zu Ende. Und danach kann es lange nicht mehr an diese
grossen Zeiten anknüpfen. Der Mythos als Exilbühne aber ist bis
heute geblieben. ____________________ In dieser Episode zu hören:
Dagmar Walser, Theaterredaktorin Pinar Karabulut, Co Intendantin
Schauspielhaus Zürich Hannah Schünemann, Chefdramaturgin
Schauspielhaus Zürich ____________________ Recherche, Produktion
und Moderation: Vera Deragisch ____________________ Literatur:
Bachmann, Dieter/Schneider, Rolf (Hsg.) (1987): Das verschonte Haus
– Das Zürcher Schauspielhaus im Zweiten Weltkrieg. Ammann Verlag.
Neue Schauspiel AG (1978): Vom Variété zum neuen Schauspielhaus –
Die Geschichte des Schauspiels in Zürich. Peter Felix. Schoop,
Günther (1957): Das Zürcher Schauspielhaus im Zweiten Weltkrieg.
Oprecht. Buns, Brigitte/deutsches Theatermuseum (Hsg.) (2007):
Werft Eure Hoffnung über die Grenzen. Theater im Schweizer Exil und
seine Rückkehr. Henschel. Kröger, Ute /Exinger, Peter (1998): In
welchen Zeiten leben wir! Das Schauspielhaus Zürich 1938 -1998.
Limmat Verlag. Amrein, Ursula (2004): Los von Berlin. Die
Literatur- und Theaterpolitik der Schweiz und das «Dritte Reich»,
Chronos Verlag. ____________________ Links: SRF2 Kontext über die
Bühnen-Diskussion 2021: Kann das weg? – Das Theater um den Pfauen -
Audio & Podcasts - SRF DRS-Sendung Passage 2015: Kurt
Hirschfeld – der Zauberer im Zürcher Schauspielhaus - Audio &
Podcasts - SRF DRS-Sendung Schauplatz 1988:
https://www.srf.ch/play/tv/schauplatz/video/50-theaterjahre-neue-schauspiel-ag--50-jahre-schauspielhaus?urn=urn:srf:video:51b69199-2663-4193-b99e-456454a4bd25
SRF-Kritik Hirschfeld-Film:
https://www.srf.ch/kultur/film-serien/neu-im-kino-kurt-hirschfeld-spaeter-applaus-fuer-einen-vergessenen
____________________ Hast du Feedback, Fragen oder Wünsche? Wir
freuen uns auf deine Nachricht via geschichte@srf.ch – und wenn du
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