Manoush Toth: «Musik ist wie eine Muttersprache für mich»

Manoush Toth: «Musik ist wie eine Muttersprache für mich»

vor 1 Woche
Sie sei eine «kompromisslose Künstlerinnenpersönlichkeit»: Zu diesem Schluss kam die Jury im Auswahlprozess für den «Eurovision Young Musicians»-Wettbewerb. Am 6. Juni wird die junge Pianistin Manoush Toth im Finale in Armenien auftreten. Wie kompromi ...
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Beschreibung

vor 1 Woche
Sie sei eine «kompromisslose Künstlerinnenpersönlichkeit»: Zu
diesem Schluss kam die Jury im Auswahlprozess für den «Eurovision
Young Musicians»-Wettbewerb. Am 6. Juni wird die junge Pianistin
Manoush Toth im Finale in Armenien auftreten. Wie kompromisslos
findet sie sich selbst? Ruhe. Das empfindet Manoush Toth, wenn sie
am Klavier sitzt und einfach alles stimmt. Und gleichzeitig spüre
sie die Kraft des Moments; das Wissen, dass genau dieser Moment
zähle. Man wünscht Manoush Toth, dass sich diese Ruhe am Abend des
6. Juni in ihr ausbreiten wird. Dann findet in der armenischen
Hauptstadt Jerewan das Finale des Musikwettbewerbs «Eurovision
Young Musicians» statt, der alle zwei Jahre von der European
Broadcasting Union (EBU) ausgerichtet wird und jungen
Klassiktalenten eine grosse Bühne bietet. Im Rahmen der Förderung
von Schweizer Musiktalenten bei SRF wurde die 19-Jährige von einer
Fachjury als Teilnehmerin ausgesucht. Für diesen besonderen
Auftritt hat sie sich für ein Stück von Schumann entschieden –
allerdings nicht von Robert, sondern von Clara, dessen Ehefrau.
«Clara Schumann wird immer mehr aufgeführt. Aber noch immer zu
wenig», begründet Manoush Toth ihre Wahl. Dabei gehöre ihr
Klavierkonzert zu den wichtigsten des 19. Jahrhunderts. Das verrät
viel über Manoush Toth. Und was sie damit meint, wenn sie sagt,
dass sie sich einen ernsthaften Zugang zur klassischen Musik
wünsche. Weil Ernsthaftigkeit in ihrem Fall vor allem Offenheit und
Neugierde bedeutet: «Wenn man die Hintergründe der klassischen
Musik kennt, dann öffnet sich einem ein ganz besonderer Schatz.»
Sie selbst nahm das erste Funkeln dieses Schatzes bereits im Alter
von zwei Jahren wahr. Fast gleichzeitig mit dem Sprechen sei die
Musik in ihr Leben gekommen. Und entsprechend vertraut fühle sie
sich an, bis heute. Aufgewachsen ist sie zuerst auf den kanarischen
Inseln, später im Berner Oberland. Sie und ihre Geschwister gehen
nicht zur Schule, werden zu Hause von den Eltern unterrichtet.
Paradiesisch sei das gewesen, sagt Manoush Toth. Doch mit dem
Eintritt in die Hochschule für Musik Basel stand sie dadurch vor
Herausforderungen, die sich anderen jungen Menschen nicht stellen.
Im Gespräch mit Melanie Pfändler erzählt Manoush Toth von dieser
Zeit, von dem Druck, den sie sich selbst auferlege, von der engen
musikalischen Zusammenarbeit mit ihrem Bruder Anatol und ihrer
jüngeren Schwester Anouk und von diesem magischen Moment auf der
Bühne, wenn alles noch ganz still ist und sie ihre Finger auf die
Tasten legt. Die Musiktitel: - W.A. Mozart: 3. Allegro, aus
Sinfonie Nr. 31 D-Dur KV 297 «Pariser» (Freiburger Barockorchester;
Gottfried von der Goltz, Leitung) - Antonin Antonín Dvořák: 3. Poco
adagio, aus Klaviertrio Nr. 3 f-Moll op. 65 (Isabelle Faust,
Violine; Jean-Guihen Queyras, Violoncello; Alexander Melnikov,
Klavier) - Francis Poulenc: 3. Allegro ma non troppo, aus
Doppelkonzert d-Moll (Sylviane Deferne & Pascal Rogé, Klavier;
Philharmonia Orchestra; Charles Dutoit, Leitung) - Billy Joel: The
Stranger - Franz Schubert: Impromptu Ges-Dur D 899 op. 90 (Radu
Lupu, Klavier)
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