Musik für einen Gast

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Episoden

Graham F. Valentine – «Ich mache keine Pläne»
11.01.2026
1 Stunde 5 Minuten
Graham F. Valentine ist Schauspieler, Sänger und Stimmkünstler und gehört seit den späten Sechzigerjahren zur Gruppe rund um den Zürcher Theatermacher Christoph Marthaler. Derzeit ist er gerade mit der Marthaler-Produktion «Le Sommet» unterwegs. Graham F. Valentine stammt aus Dundee, einer Hafen- und Arbeiterstadt an der schottischen Ostküste. Dort wächst er als Nachzügler in einer Arbeiterfamilie auf. Die Musik am Radio und der wöchentliche Sprechunterricht, den Graham schon als Sechsjähriger besucht, bilden die Grundlage für den späteren Beruf als Sänger und Schauspieler. Doch dass er den ergreift, ist nicht geplant, sondern ein Zufall: Graham F. Valentine landet nämlich als Austauschstudent an der Universität Zürich ausgerechnet in dem Zürcher Studentenwohnheim, das von Christoph Marthalers Eltern geleitet wird. So kommt es 1969 zu einer wegweisenden Begegnung. Von seiner Prägung in Schottland und seiner Begeisterung für die Sprache, vom Volkslied seiner Heimat und dem Kunstgesang im Beruf, von der Verwurzelung in der Vergangenheit und der Zusammenarbeit mit jungen Menschen am Theater erzählt Graham Valentine im Gespräch mit Michael Luisier. Die Musiktitel: 1. Alexander Maria Wagner – «Sommer» aus «Käfer töten» (Interpretation: Graham F. Valentine) 2. Friedrich Wilhelm Möller - Der fröhliche Wanderer (Schaumburger Märchensänger) 3. Billie Grey - The Laughing Policeman (Charles Jolly) 4. Traditional Song of Ireland - «Her Mantle So Green» (Margaret Barry / Michael Gorman) 5. Traditional Song of Scotland - Adieu Dundee (Live gesungen von Graham F. Valentine) 6. Maurice Ravel - Shéhérazade. 3 Lieder für Singstimme und Orchester: «L'indifférent» (New Philharmonia Orchestra / Janet Baker, Mezzosopran / John Barbirolli, Leitung) 7. Leos Janácek - Sonate für Klavier es-Moll. 1.X.1905. Von der Strasse: «Der Tod» (András Schiff, Klavier)
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Diana Damrau: «Die Königin der Nacht ist ein Zustand»
04.01.2026
1 Stunde 9 Minuten
Mit zwölf Jahren sieht sie Franco Zeffirellis «La Traviata» im Fernsehen. Tief beeindruckt beschliesst sie, Opernsängerin zu werden. Während des Studiums erleidet sie nach einer unsachgemässen Intubation ein Stimmbandödem. Sie lehnt eine Operation ab und wählt den Weg der langsamen Heilung. Während anderthalb Jahren spricht und singt sie kaum. 1995 debütiert Damrau als Eliza in «My Fair Lady» in Würzburg. Bald darauf erobert sie als Königin der Nacht in Mozarts «Zauberflöte» die grossen Bühnen - von Wien bis New York. Kritiker loben ihre Technik und Bühnenpräsenz. Damrau gilt als Diva ohne Allüren. Als sie 2013 als Violetta in Verdis «Traviata» an der Mailänder Scala auf der Bühne steht, ist ihr Mädchentraum wahr geworden. Die Süddeutsche Zeitung schreibt, Damrau habe die höchste Stufe des Operngesangs erreicht: die Callas Stufe. Wie die Mutter zweier Söhne Bühne und Familie vereint, warum die Königin der Nacht zu ihren Lieblingsrollen zählt und weshalb sie sich als Bühnentier sieht, erzählt Diana Damrau in «Musik für einen Gast» bei Simon Leu. Die Musiktitel: 1. Giuseppe Verdi - La Traviata: 1. Act, E’strano Maria Callas / Coro Cetra / Orchestra Sinfonica di Torina de la Rai / Gabriele Santina, Leitung 2. Edvard Grieg - Peer Gynt: 1. Morgenstimmung Berliner Philharmoniker / Herbert von Karajan, Dirigent 3. Wolfgang Amadeus Mozart: Die Zauberflöte: Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen. (Königin der Nacht), Edda Moser, Sopran / Bayerisches Staatsorchester München / Wolfgang Sawallisch, Dirigent 4. Michael Jackson - Thriller 5. Richard Strauss - Der Rosenkavalier: Die Zeit, die ist ein sonderbar Ding (Marschallin) Philharmonia Orchestra / Elisabeth Schwarzkopf, Sopran / Otto Edelmann, Bass / Herbert von Karajan, Dirigent Der Einspieler: 1. Wolfgang Amadeus Mozart: Die Zauberflöte: O zittre nicht, mein lieber Sohn - Zum Leiden bin ich auserkoren. Rezitativ und Arie (Königin der Nacht) (Königin der Nacht) Diana Damrau, Sopran / Cercle de l’Harmonie / Jérémie Rhorer
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Iryna Herasimovich: «Exil ist eine unsichtbare Arbeit»
28.12.2025
1 Stunde 9 Minuten
Wie unterwandert Kunst die Diktatur in Belarus? Dazu forscht Iryna Herasimovich am Slavischen Seminar in Zürich. Als sie in die Schweiz kam, wollte sie nur einige Monate bleiben, um Literatur zu übersetzen. Doch die gewaltsame Niederschlagung der Protestbewegung verunmöglichte eine Rückkehr. «Hier habe ich das Gefühl, endlich angekommen zu sein», sagt Iryna Herasimovich, wenn sie von ihrer Arbeit am Slavischen Seminar in Zürich erzählt. Sie habe das Glück, dass ihr Umfeld sensibel auf ihre Situation reagiere. Hinter ihr liegen Jahre voller Entscheidungen, die sie nie treffen wollte: Sie musste ihre Wohnung in Minsk per Video auflösen, ihr altes Leben und vor allem geliebte Menschen für unbestimmte Zeit zurücklassen. Heute kann sie sagen: «Exil ist nicht nur Verlust, sondern auch eine Bereicherung.» In «Musik für einen Gast» erzählt Iryna Herasimovich davon, weshalb ihr ein Lied von Mani Matter während der Revolutionswirren geholfen hat. Und sie erklärt, weshalb übersetzen für sie auch eine politische Bedeutung hat: «Es geht um die Haltung, sich auf andere einzulassen und sich zu bemühen, sie zu verstehen.» Die Musiktitel: 1. Belarussisches Volkslied: «Lito» (Ivan Kirchuk / Siarhei Douhushau / Margarita Levchuk) 2. Uladzimier Teraŭski - «Kupalinka» (Singfrauen Winterthur / Albin Brun Quartett) 3. Erstes Wiener Heimorgelorchester (EWHO) – «Die Letten werden die ersten sein» 4. Edvard Grieg - Peer-Gynt-Suite: «Åses Tod» (Zürcher Kammerorchester / Howard Griffiths) 5. Arvo Pärt - «Salve Regina» (Estonian Philharmonic Chamber Choir / Paul Hillier)
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Alexander Borbély: «Der Schlaf ist und bleibt ein Geheimnis»
21.12.2025
59 Minuten
Es gibt Fragen, die selbst jahrzehntelange Forschung nicht zu beantworten vermag. Und genau die faszinieren ihn am meisten. Alexander Borbély ist ehemaliger Prorektor der Universität Zürich und einer der einflussreichsten Schlafforscher der Welt. Geboren ein halbes Jahr vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges. In die Schweiz geflüchtet nach dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht in Ungarn. Beginn des Medizinstudiums im Jahr nach dem Ungarnaufstand 1956. Alexander Borbélys Lebenslauf liest sich wie ein Querschnitt durch das 20. Jahrhundert. Heute ist er 86 Jahre alt. Aus dem kleinen Jungen, der nach der Ankunft in der Schweiz erst Deutsch lernen, sich in einer anderen Kultur zurechtfinden musste, sollte einer der einflussreichsten Schlafforscher der Welt werden. Das sogenannte «Zwei-Prozess-Modell der Schlafregulation», das Alexander Borbély 1982 in einem Fachartikel vorstellte, wird noch heute an Universitäten in der Schweiz und im Ausland gelehrt. Und doch: Das Geheimnis des Schlafs sei bis heute nicht gelüftet, sagt er. Wer nach dieser Stunde noch mehr über Alexander Borbély erfahren möchte: 2019 hat er bei «Tredition» seine Autobiografie «Mehr als Schlaf» publiziert. Die Musiktitel: 1. Dave Brubeck - Take Five 2. Felix Mendelssohn-Bartholdy - Albumblatt für Klavier, e-Moll, Op. 117: «Allegro» (Daniel Barenboim, Klavier) 3. Barbara - Göttingen 4. Leonard Cohen - If I Didn't Have Your Love 5. Richard Strauss - Vier letzte Lieder: «Beim Schlafengehen» (Renée Fleming, Sopran / Münchner Philharmoniker / Christian Thielemann, Leitung)
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Tobias Stückelberger: «Die Magie entsteht beim Aufeinander Hören»
14.12.2025
1 Minute
Tobias Stückelberger ist ein leidenschaftlicher Chorleiter. Das Hören ist ihm dabei genauso wichtig wie das Singen selbst. Die Grundlage für gute Chorarbeit, so sagt er im Gespräch, bestehe aber darin, dem Chor ein Zuhause zu bieten. Tobias Stückelberger stammt aus einer Pfarrersfamilie und wächst in der Baselbieter Gemeinde Therwil auf. Die Predigten seiner Mutter, zu denen er als Kind mitgenommen wurden, bringen ihn früh in Berührung mit Kirchenmusik. Er schliesst sich dem Kinderchor der Gemeinde an und wechselt mit zehn Jahren zur Knabenkantorei Basel. Mittlerweile ist Tobias Stückelberger 32 Jahre alt und schaut bereits auf eine intensive Zeit als Chorleiter zurück. Nach einem Studium in Basel wird er Assistent der Leiterin des «Norwegian Soloist Choir» Grete Pedersen in Oslo, wo er wesentliche Impulse für seine Arbeit bekommt und gleichzeitig den Master macht. Und nach einer weiteren Station in Südafrika als Leiter des Chores der «Drakensberg Boys Choir School» kehrt er in die Schweiz zurück, wo er nun die vielen internationalen Einflüsse in seine Arbeit als Leiter der Solothurner Singknaben und anderer Chorprojekte im Raum Basel einfliessen lässt. Von seiner Liebe zur Chormusik und seiner Art zu arbeiten, von einer unglaublichen Begegnung in Südafrika und einer darauffolgenden Reise nach London, von seiner aktuellen Arbeit bei den Solothurner Singknaben und einem nicht wirklich geplanten Erfolg als Dominospieler erzählt Tobias Stückelberger im Gespräch mit Gastgeber Michael Luisier. Die Einspieler: 1. Singknaben der St. Ursenkathedrale Solothurn – «Es Ching gebore in Betlehem» (Norwegisches Weihnachtslied) Tobias Stückelberger, Chorleiter 2. Lebo M – The Lion King: «Busa le lizwe» Drakensberg Boys Choir / Lebo M, Solist / Tobias Stückelberger, Leitung Die Musiktitel: 1. Filmmusik - Ronja Rövardotter (Ronja Räubertochter): «Rövarsången» (Räubergesänge) Komponiert: Björn Isfält / Arrangiert: Anders Berglund 2. Luciano Berio - A-Ronne für achtstimmiges Vokalensemble a cappella: «Den Den» Swingle II (Chor) 3. Edvard Grieg - 4 Psalmen für Bariton und Chor a cappella: «Jesus Kristus er opfaren» Norwegischer Solistenchor / Grete Pedersen, Leitung 4. Jaakko Mäntyjärvi - «Pseudo Yoik» Singknaben der St. Ursenkathedrale Solothurn / Tobias Stückelberger, Leitung 5. Johann Sebastian Bach – «Komm, Jesu, komm, mein Leib ist müde» Mottete BWV 229 Ensemble Allegria / Norwegischer Solistenchor / Grete Pedersen, Leitung
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Über diesen Podcast

«Musik für einen Gast» – die besondere Talkshow auf SRF 2 Kultur: Ein Mensch und seine Musik. Persönlichkeiten – ob aus Kultur, Wissenschaft, Sport, Politik oder Wirtschaft – erzählen über ihr Leben, ihren Beruf, ihre Träume und Visionen und vor allem über die Musik, die sie geprägt hat und ihnen wichtig ist.

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