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1 Stunde 5 Minuten
Daniela Dolci ist Cembalistin, Dirigentin und Kulturvermittlerin. Über vier Jahrzehnte war sie auf internationalen Bühnen unterwegs. Heute setzt sie sich in Sizilien dafür ein, das «Borgo», das Bildungs- und Begegnungszentrum ihres Vaters Danilo Dolci wiederzubeleben. Daniela Dolci wächst als jüngstes von zehn Kindern auf Sizilien auf. Ihr Vater kämpft mit gewaltlosen Mitteln gegen Armut, soziale Ungerechtigkeit und die Mafia. Die Kinder erleben seine Aktionen aus nächster Nähe und lernen früh, was es bedeutet, sich für andere einzusetzen. Gleichzeitig ist ihr Zuhause voller Musik. Als Daniela Dolci mit etwa zehn Jahren erstmals ein Cembalo hört, ist sie fasziniert. Das Instrument wird zum Mittelpunkt ihres Lebens. Sie studiert an der Schola Cantorum Basiliensis und später bei Gustav Leonhardt in Amsterdam. 1990 gründet sie das Ensemble Musica Fiorita, das sie während dreissig Jahren leitet. Als Cembalistin und Dirigentin konzertiert sie weltweit und setzt sich auch für die Wiederentdeckung vergessener Komponistinnen ein. Nach dem Ende von Musica Fiorita beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Während der Coronazeit hat Dolci erstmals viel Zeit, über die Zukunft nachzudenken. Als sie 2021 nach Sizilien zurückkehrt und das teilweise zerstörte «Borgo» sieht, weiss sie: Das ist ihre nächste Aufgabe. Ihr Vater, einer der bekanntesten Sozialreformer und Friedensaktivisten Italiens, hatte dieses Projekt gegründet. Heute soll der Ort wieder jungen Menschen aus verschiedenen Ländern Raum für Begegnungen und den Austausch über gesellschaftliche Fragen bieten. In «Musik für einen Gast» bei Eva Oertle erzählt Daniela Dolci von ihrer ungewöhnlichen Kindheit auf Sizilien, vom Mut ihres Vaters und von ihrem eigenen Weg als Musikerin. Sie spricht über ihre Liebe zum Cembalo, über Gemeinschaft und darüber, warum Musik für sie auch etwas mit Frieden zu tun hat. Und sie erzählt, weshalb sie heute noch einmal viel Energie in ein neues Lebenswerk steckt – und sich dabei die Fähigkeit bewahrt hat, das Leben zu geniessen. Die Musiktitel: - Georg Friedrich Händel: Harfenkonzert B-Dur op. 4/6 (Ricercar Consort; Giovanna Pessi, Harfe; Philippe Pierlot, Leitung) - Louis Couperin: Passacaille g-Moll (Gustav Leonhardt, Cembalo) - Elisabeth Jacquet de la Guerre: Ouvertüre aus der Oper «Céphale et Procris» (Musica Fiorita; Daniela Dolci, Leitung) - Louis Armstrong: What a Wonderful World (At the BBC) - Johann Sebastian Bach: Air aus der Suite Nr. 3 D-Dur (Orchestra of the Age of Enlightenment; Frans Brueggen, Leitung)
55 Minuten
Ohne Musik in einen Zug zu steigen, ist für Maria Zimmermann mit Stress verbunden. Zu viel Lärm, zu viel Licht, zu viele Reize. Ein Konzert hingegen oder das Hämmern eines Techno-Beats, das ist schön, darin kann sie eintauchen. Ein Gespräch darüber, wie unterschiedlich wir alle die Welt wahrnehmen. Wenn Maria Zimmermann über das Autistische Spektrum spricht, dann nicht über eine Linie, keine Skala, sondern einen drei-, vier-, vieldimensionalen Raum. «Vielleicht ein wenig wie ein Weltall», sagt sie. Maria Zimmermann – geboren 1991 – war 30 Jahre alt, als sie erfuhr, dass sie sich in diesem Spektrum bewegt. Darauf folgte eine intensive Zeit des Erkundens, Erforschens, des Schreibens und Gestaltens: «Ich geriet in einen Tunnel. Und da war ich ein halbes Jahr.» Am Ende dieser Zeit hielt sie ihr erstes eigenes Buch in den Händen. «Anders nicht falsch», heisst es. Wie Maria Zimmermann dieses «anders» erlebt, beschreibt sie im Gespräch mit Melanie Pfändler. Und sie erzählt von ihrer Liebe zu Worten, Sätzen und Büchern. Und zur Musik, die ihr zugleich Werkzeug und Zufluchtsort ist. Buchhinweis: - Maria Zimmermann: «Anders nicht falsch». 220 Seiten. Kommode Verlag, 2023. Die Musiktitel: - Porridge Radio: Lilac - Janis Joplin: Me and Bobby McGee - Karel Svoboda & Helena Vondrácková: Lasko ma, ja stunu - Harry Styles: Sign of the Times - The XX: Intro - Infinity
1 Stunde 3 Minuten
Einen Grossteil seiner Jugend verbringt Giona A. Nazzaro im Kino. Heute ist der Publizist und ehemalige Filmkritiker künstlerischer Direktor des Filmfestivals Locarno und hat in all den Jahren nichts von seiner Filmleidenschaft eingebüsst. Geboren wird Giona Nazzaro 1965 in der Schweiz als Sohn eines italienischen Ingenieurs. Die Familie lebt in Dübendorf, wo es das Kino Orion gibt, das er schon als Teenager regelmässig besucht. Dabei faszinieren ihn nicht nur die Filme der 70er Jahre wie «Der weisse Hai» und andere, sondern auch das Kino selbst. Das Gebäude, der Saal, die Ästhetik der Plakate. Dort zu verkehren war, als sei man schon erwachsen, sagt er heute über diese Zeit. Später zieht die Familie nach Italien zurück, wo Giona Nazzaro Germanistik und Anglistik studiert. Dem Kino aber bleibt er treu. Er wird Filmkritiker, schreibt Bücher und übernimmt immer mehr Aufgaben an anderen renommierten Festivals, bis er schliesslich die künstlerische Leitung des Filmfestivals Locarno übernimmt. Von seiner Prägung im Kino und seiner Liebe zum Film, von der Bedeutung des Filmfestivals Locarno und seiner Aufgabe als künstlerischer Direktor, von seiner Verehrung für Roberto Rossellini und seiner Verortung in der Punkrevolution und natürlich von der ausserordentlich grossen Bedeutung der Musik für sein ganzes bisheriges Leben erzählt Giona A. Nazzaro im Gespräch mit Gastgeber Michael Luisier. Die Musiktitel: - Siouxsie and the Banshees: Cities in Dust - Alan Sorrenti: Sienteme - Jesus and Mary Chain: April Skies - Charli XCX: Pink Diamond - Au Pairs:  It's Obvious
1 Stunde 1 Minute
1981 zog man Max Rüdlinger mitten aus einer Berner Demo vor die Filmkamera. Er träumte von grossen Rollen, Champagnerbädern und Frauen, die ihm zu Füsse lagen. Doch die internationale Filmkarriere blieb aus. Stattdessen spielte er ein Leben lang in Dutzenden von Filmen kleine Nebenrollen: Hauswarte, Polizisten, Miesepeter. So wurde er zum «Griesgram der Nation». Max Rüdlinger, geboren in Flums, war als junger Mensch ein Streber, bis er erkannte, wie leer ihn das Auswendiglernen machte. In der Folge suchte er als Revolutionär den Stunk auf der Strasse, hielt sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser und landete immer wieder in improvisierten Filmen von Clemens Klopfenstein. Auf Filmplakate schaffte er es nicht allzu oft. Seine Visage, hiess es, tauge nicht als Verkaufsargument. Seine grosse Sinnkrise in der Lebensmitte pedalte Rüdlinger mit dem Velo nieder: Von der Schweiz bis fast ans Nordkap und von San Francisco nach Costa Rica. Wie er mit Enttäuschungen lebt, warum er lieber liest als dreht und wie wichtig ihm Spiritualität geworden ist, erzählt er in «Musik für einen Gast» bei Simon Leu. Die Musiktitel: - M.A. Numminen: Ich und meine Braut im Parlament - Milva: Addio Lugano bella - Gurdjeff Ensemble, Levon Eskenian: Trembling Dervish - Jimmy Cliff: The Harder They Come Erstausstrahlung: 08.03.2026
1 Stunde 9 Minuten
Mit zwölf Jahren sieht sie Franco Zeffirellis «La Traviata» im Fernsehen. Tief beeindruckt beschliesst sie, Opernsängerin zu werden. Während des Studiums erleidet sie nach einer unsachgemässen Intubation ein Stimmbandödem. Sie lehnt eine Operation ab und wählt den Weg der langsamen Heilung. Während anderthalb Jahren spricht und singt sie kaum. 1995 debütiert Damrau als Eliza in «My Fair Lady» in Würzburg. Bald darauf erobert sie als Königin der Nacht in Mozarts «Zauberflöte» die grossen Bühnen - von Wien bis New York. Kritiker loben ihre Technik und Bühnenpräsenz. Damrau gilt als Diva ohne Allüren. Als sie 2013 als Violetta in Verdis «Traviata» an der Mailänder Scala auf der Bühne steht, ist ihr Mädchentraum wahr geworden. Die Süddeutsche Zeitung schreibt, Damrau habe die höchste Stufe des Operngesangs erreicht: die Callas Stufe. Wie die Mutter zweier Söhne Bühne und Familie vereint, warum die Königin der Nacht zu ihren Lieblingsrollen zählt und weshalb sie sich als Bühnentier sieht, erzählt Diana Damrau in «Musik für einen Gast» bei Simon Leu. Die Musiktitel: - Giuseppe Verdi: «E' strano» aus La Traviata (Maria Callas, Sopran; Coro Cetra; Orchestra Sinfonica di Torina de la Rai; Gabriele Santina, Leitung) - Edvard Grieg: «Morgenstimmung», aus Peer Gynt (Berliner Philharmoniker; Herbert von Karajan, Leitung) - Wolfgang Amadeus Mozart: «Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen», Arie der Königin der Nacht, aus «Die Zauberflöte» (Edda Moser, Sopran; Bayerisches Staatsorchester München; Wolfgang Sawallisch, Leitung) - Michael Jackson: Thriller - Richard Strauss: «Die Zeit, die ist ein sonderbar Ding». Arie der Marschallin aus «Der Rosenkavalier» (Elisabeth Schwarzkopf, Sopran; Otto Edelmann, Bass; Philharmonia Orchestra; Herbert von Karajan, Leitung) Der Einspieler: Wolfgang Amadeus Mozart: «O zittre nicht, mein lieber Sohn - Zum Leiden bin ich auserkoren». Rezitativ und Arie der Königin der Nacht, aus «Die Zauberflöte» (Diana Damrau, Sopran; Cercle de l’Harmonie; Jérémie Rhorer, Leitung) Erstausstrahlung: 04.01.2026
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Über diesen Podcast

«Musik für einen Gast» – die besondere Talkshow auf SRF 2 Kultur: Ein Mensch und seine Musik. Persönlichkeiten – ob aus Kultur, Wissenschaft, Sport, Politik oder Wirtschaft – erzählen über ihr Leben, ihren Beruf, ihre Träume und Visionen und vor allem über die Musik, die sie geprägt hat und ihnen wichtig ist.
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„Musik für einen Gast“

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