Beschreibung
vor 2 Wochen
00:00 Einführung: Sarcopenie als Problem
01:24 Der Müll wird nicht mehr abgeholt
04:08 Wenn der Muskel vernarbt
06:26 Stammzellen: Ursache oder Folge?
08:01 Das Nervensystem – der vergessene Faktor
09:13 Hormone – komplizierter als gedacht
10:41 Was das alles bedeutet
12:22 Outro
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Die Untersuchung: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/41837678/
In der Podcast-Folge von KWMIB geht es um Sarkopenie, also den
altersbedingten Verlust von Muskelmasse und Kraft. Dabei wird
deutlich gemacht, dass es sich nicht um ein Randproblem handelt,
sondern um einen Prozess, der nahezu jeden Menschen im Alter
betrifft, wenn nicht aktiv gegengesteuert wird. Da bislang kein
zugelassenes Medikament existiert, richtet sich der Blick auf die
biologischen Ursachen und auf praktikable Gegenmaßnahmen.
Im Mittelpunkt steht zunächst der gestörte Muskelstoffwechsel im
Alter. Ein zentrales Problem ist das dauerhaft überaktive
Signalprotein mTORC1. Obwohl es grundsätzlich am Muskelaufbau
beteiligt ist, verhindert seine chronische Aktivierung wichtige
Selbstreinigungsprozesse der Zelle, insbesondere die Autophagie.
Die Folge ist, dass sich beschädigte Proteine und
Zellbestandteile ansammeln. Gleichzeitig verändert sich die
extrazelluläre Matrix des Muskels: Das Gewebe wird steifer,
lagert mehr Kollagen ein und vernarbt zunehmend. Diese Fibrose
verschlechtert nicht nur die Muskelkontraktion, sondern
beeinträchtigt auch die Funktion von Stammzellen, die für
Reparatur und Regeneration wichtig wären.
Hinzu kommt, dass mit zunehmendem Alter motorische Nervenzellen
verloren gehen. Dadurch werden Muskelfasern schlechter
angesteuert, was zu Atrophie führt. Auch die Muskelstammzellen
selbst verlieren an Funktionsfähigkeit, weil sie im Alter oft zu
früh aktiviert werden und bei echtem Reparaturbedarf bereits
erschöpft sind. Zusätzlich spielt ein gestörter
Aminosäurestoffwechsel eine Rolle: Aminosäuren werden nicht mehr
effizient verarbeitet, was das ohnehin überaktive mTORC1-System
weiter antreibt.
Bei den Hormonen wird zwischen Männern und Frauen unterschieden.
Testosteron spielt für Männer eine wichtige Rolle, bei Frauen ist
eher Östrogen relevant. Allerdings zeigen Hormonersatztherapien
nicht automatisch eine Verbesserung der alltagsrelevanten
Muskelfunktion.
Als wirksamste Strategie gegen Sarkopenie nennt der Podcast
weiterhin klassisches Krafttraining kombiniert mit einer
ausreichenden Proteinzufuhr von etwa 1,2 bis 1,6 Gramm pro
Kilogramm Körpergewicht. Ergänzend werden Kreatin, Urolithin A
und experimentell auch Rapamycin diskutiert. Das Fazit:
Sarkopenie ist komplex, lässt sich aber durch Training und
Ernährung deutlich bremsen.
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