Beschreibung

vor 2 Wochen
Drei Stockwerke unter dem Innenministerium summt Neonlicht über
Beton, Stahl und abgestandenem Rauch. Während draußen ein Volk
gegen die Mauern ruft, sitzen sich Viktor Dašić, der alte
Herrscher, und Martin Kowalski, sein gewählter Nachfolger, an einem
Tisch gegenüber. Zwischen ihnen: eine Rücktrittserklärung, ein
Füllfederhalter und die Frage, ob ein Land mit einer Unterschrift
vor dem Absturz bewahrt werden kann. Was als politisches Ringen
beginnt, wird zu einem beklemmenden Verhör über Macht, Angst und
Schuld. Viktor verteidigt Ordnung als Bollwerk gegen Gewalt, Martin
die Demokratie als riskante, aber notwendige Zumutung. Doch je
länger die Nacht dauert, desto brüchiger werden ihre Rollen: Der
Diktator trägt seinen Verlust unter dem Mantel, der Demokrat seine
Vergangenheit in den eigenen Sätzen. Ein düsteres Kammerspiel im
Klangraum eines verschlossenen Bunkers: gedämpfte Massenstimmen,
flackernder Strom, Atem in der Dunkelheit. Nachklang erzählt hier
von Verantwortung in einem Moment, in dem Geschichte nicht abstrakt
ist, sondern am Tisch sitzt und wartet. Ruhig hören, genau hören.

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