Die Handschrift

Die Handschrift

vor 2 Wochen
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Beschreibung

vor 2 Wochen
Eine Garderobe im Bochumer Schauspielhaus, kurz nach dem letzten
Applaus: Neonlicht flackert, Wasser sickert unter der Tür hindurch,
Schminke und nasser Putz liegen in der Luft. Zwei Schauspielerinnen
teilen sich den engen Raum nach einer Medea-Vorstellung, bis aus
dem Kostüm ein altes Regiebuch fällt und die Stille zwischen ihnen
eine andere Schwere bekommt. Was zunächst wie der Verdacht auf
künstlerischen Diebstahl klingt, öffnet eine tiefere Frage: Wem
gehört eine Rolle, eine Erinnerung, eine Handschrift? Lena und
Judith geraten in ein Gespräch über Angst, Schuld und das Erbe
einer Frau, deren Spuren im Papier deutlicher sind als in jeder
Familiengeschichte. Zwischen Bühne und Privatleben wird Medea zum
Spiegel für das, was verschwiegen, übernommen und gefürchtet wird.
Ein intimes Kammerspiel über Identität und Herkunft, getragen von
zwei Frauenstimmen, einem ruhigen Erzähler und einem Klangraum aus
Tropfen, Papier, Stoff und elektrischer Unruhe. Nachklang lädt ein,
genau hinzuhören: auf Pausen, auf kleine Verschiebungen der Stimme
und auf das, was bleibt, wenn eine Rolle abgelegt wird.

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