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  3. Nachklang. Kurzhörspiele. Leise. Unausweichlich. Podcast

Episoden

Kopfhöhe

19 Minuten
Fünf Uhr sechzehn im Schlachtraum: Kühlung, Wasser, blanke Messer, ein Boden, der nie ganz sauber wird. Johann, ein alter Schlachter, steht vor einem lahmenden Kalb, das nicht ausweicht. Was als Routine beginnen soll, bekommt eine Stimme, einen Atem, eine gefährliche Nähe. Zwischen Handwerk und Gewissen geraten die Sätze ins Wanken, mit denen Johann sein Leben lang Ordnung in Gewalt gebracht hat. Das Tier spricht nicht wie ein Wunder, sondern wie Wahrnehmung selbst: schlicht, körperlich, unerbittlich. So entsteht ein leises Duell um Schuld, Würde und die Frage, was es mit einem Menschen macht, wenn er gelernt hat, nicht mehr hinzusehen. Ein beklemmendes Kammerspiel von etwa 19 Minuten, reduziert auf zwei Stimmen, kalten Raumklang und das Gewicht einer leeren Hand. Nachklang hört hier dorthin, wo Verantwortung nicht laut wird, sondern im Atem stockt. Für alle, die literarische Hörspiele suchen, die nach dem letzten Ton weiterarbeiten.
9 Minuten
Zwei Stimmen rücken nah heran, eine von links, eine von rechts. Kein Raum ist zu sehen, und doch entsteht einer: warm, hell, körpernah, ein kleiner Zwischenraum aus Atem, Lachen und Komplimenten, in dem die hörende Person unvermittelt zur Hauptfigur wird. Das kurze Hörspiel spielt mit der Frage, wie Nähe klingt, wenn sie nicht fordert, sondern einlädt. Zwischen zärtlichem Flirt und vorsichtigem Vertrauen liegt die Spannung darin, Aufmerksamkeit auszuhalten: angesehen, angesprochen, gemeint zu sein, ohne ausweichen zu müssen. In seiner reduzierten Stereoform ist dieses experimentelle Stück weniger Erzählung als Begegnung. Nachklang lädt dazu ein, die Kopfhörer aufzusetzen und neun Minuten lang zu prüfen, was passiert, wenn Hören selbst zur Berührung wird.
19 Minuten
Eine Garderobe im Bochumer Schauspielhaus, kurz nach dem letzten Applaus: Neonlicht flackert, Wasser sickert unter der Tür hindurch, Schminke und nasser Putz liegen in der Luft. Zwei Schauspielerinnen teilen sich den engen Raum nach einer Medea-Vorstellung, bis aus dem Kostüm ein altes Regiebuch fällt und die Stille zwischen ihnen eine andere Schwere bekommt. Was zunächst wie der Verdacht auf künstlerischen Diebstahl klingt, öffnet eine tiefere Frage: Wem gehört eine Rolle, eine Erinnerung, eine Handschrift? Lena und Judith geraten in ein Gespräch über Angst, Schuld und das Erbe einer Frau, deren Spuren im Papier deutlicher sind als in jeder Familiengeschichte. Zwischen Bühne und Privatleben wird Medea zum Spiegel für das, was verschwiegen, übernommen und gefürchtet wird. Ein intimes Kammerspiel über Identität und Herkunft, getragen von zwei Frauenstimmen, einem ruhigen Erzähler und einem Klangraum aus Tropfen, Papier, Stoff und elektrischer Unruhe. Nachklang lädt ein, genau hinzuhören: auf Pausen, auf kleine Verschiebungen der Stimme und auf das, was bleibt, wenn eine Rolle abgelegt wird.
23 Minuten
Zwei Uhr nachts, ein leeres Radiostudio, kalter Kaffee, Vinylknistern und das rote Sendelicht über der Tür. Hannes Vogt moderiert seine letzte Nachtsendung, als ein Anruf die Stille zerschneidet: Margot Brenner, eine Frau, die seit Jahren zuhört, wünscht sich ein Lied für jemanden, der nicht mehr antworten kann. Aus einem höflichen Musikwunsch wird ein Gespräch über Schuld, Verantwortung und die seltsame Macht einer Stimme, die glaubt, ins Leere zu sprechen. Zwischen Telefonrauschen, alten Kassetten und einer Erinnerung aus dem Jahr 1997 entsteht eine beklemmende Nähe: Was schulden wir den Menschen, die uns vertrauen, obwohl wir sie nie gesehen haben? Ein intimes Mystery-Kurzhörspiel über das Zuhören, über Wahrheit im Schweigen und über Musik als letzte Verbindung. „Frequenzwechsel“ bleibt nah an seinen Figuren und seinem Klangraum: Nachtstudio, Telefonleitung, Atem, Platte, Pause. Hören Sie eine Geschichte, die leise beginnt und lange nachklingt.

Sand

19 Minuten
Ein Morgen in einer Wohnung: Kaffee gurgelt, die Uhr tickt, ein Streifen Sonne liegt auf dem Küchentisch. Martin spricht, als säße man ihm gegenüber – über den Nachbarn, den Balkon, den Geruch von Brot und über Hanna, deren Name den Raum noch immer füllt. Was zunächst wie ein stiller Alltag klingt, gerät unmerklich aus der Form. Erinnerungen bleiben nah, doch die Wörter beginnen zu rutschen, zu brechen, zu fehlen. Zwischen Zimtschnecken, Fotos und dem Licht am Fenster entsteht ein zärtlicher, schmerzhafter Kampf darum, das Geliebte festzuhalten, solange Sprache noch trägt. Ein experimentelles Kurzhörspiel als intimes Kammerspiel für eine Stimme: warm, verletzlich und von einem Klangraum getragen, der immer leerer zu werden scheint. Nachklang lädt ein zu einer leisen Begegnung mit Verlust, Erinnerung und dem Moment, in dem das Sagbare an seine Grenze kommt.
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Über diesen Podcast

Nachklang ist ein deutscher Hörspiel-Podcast mit literarischen Kurzhörspielen, die mit einer einfachen Situation beginnen und irgendwann kippen. Ein Satz zu viel, ein Schweigen zu lang, eine Erinnerung, die plötzlich im Raum steht. Jede Folge ist eine abgeschlossene Geschichte – Dramen, Kammerspiele, moralische Dilemmata, gelegentlich etwas, das in keine Schublade passt. Es sind Geschichten über Schuld und Schweigen, über das, was Menschen einander antun und füreinander tun, manchmal im selben Atemzug. Leise erzählt, unausweichlich im Verlauf. Was danach bleibt, lässt sich schwer beschreiben. Aber es bleibt. Es klingt nach. Neue Folgen erscheinen regelmäßig. Jede Folge steht für sich. Alle Hörspiele und mehr unter nachklang.fm
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„Nachklang. Kurzhörspiele. Leise. Unausweichlich.“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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