Akte 1994-0371

Akte 1994-0371

vor 2 Wochen
22 Minuten
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Beschreibung

vor 2 Wochen
Ein anonymer Brief führt den pensionierten Kinderarzt Friedrich
Kessler an einem warmen Maitag nach Leipzig-Plagwitz. In einer
hellen, fast leeren Wohnung wartet Nora Wendt mit einer Akte, die
seinen Namen trägt und dreißig Jahre alt ist. Zwischen Teebecher,
Umzugskartons und Straßenbahngeräuschen öffnet sich ein Gespräch,
dem niemand ausweichen kann. Was als mögliche Anklage beginnt, wird
zu einer leiseren, schwerer fassbaren Begegnung: Schuld ohne
Gericht, Verantwortung ohne einfache Wiedergutmachung, ein Leben,
das durch eine falsche Diagnose geformt wurde. Friedrich sucht nach
Worten, Nora nach Genauigkeit; zwischen beiden steht die Frage, ob
Würde auch dort bestehen kann, wo ein Fehler nicht mehr ungeschehen
zu machen ist. Dieses Kammerspiel vertraut auf Stimmen, Pausen und
den Klang eines Zimmers, in dem Vergangenheit gegenwärtig wird. Ein
intimes Drama über Gewissheiten, die sich nicht laut auflösen,
sondern langsam nachgeben. Nachklang lädt ein, dieser stillen
Konfrontation zuzuhören und dem Raum zu lassen, was nach dem
letzten Satz bleibt.

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