Beschreibung

vor 2 Wochen
Ein Dortmunder Altbau am Morgen, ein Wecker, ein tropfender
Wasserhahn: Markus rechnet seinen Tag in Prozenten. Duschen,
Anziehen, ein Telefonat mit der Mutter – jede kleine Handlung
frisst von der Kraft, die er für einen einzigen Gutachtertermin
aufsparen muss. Das Drama nähert sich ME/CFS nicht als
Diagnoseblatt, sondern als Lebensraum aus Grenzen, Scham und
unerklärbarer Erschöpfung. Markus will glaubwürdig krank erscheinen
und muss sich zugleich so sehr zusammennehmen, dass genau diese
Anstrengung gegen ihn sprechen könnte. Zwischen medizinischer
Routine, familiärer Sorge und stillem Trotz steht die Frage, wie
man Würde bewahrt, wenn der eigene Zustand kaum beweisbar ist. Mit
knappen Stimmen und einem engen Klangraum erzählt Nachklang von
einer unsichtbaren Krankheit und von der Einsamkeit, die entsteht,
wenn Sprache nicht ausreicht. Ein leises, beklemmendes Kurzhörspiel
über Hilflosigkeit, Systemlogik und den Wunsch, endlich richtig
gesehen zu werden.

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