97: Wolfspolitik im freien Fall

97: Wolfspolitik im freien Fall

vor 2 Tagen
Wenn Fakten zweitrangig werden – Der Abschied von der Evidenz
1 Stunde 38 Minuten
0
0 0 0
Podcast
Podcaster
Die Stimme unserer wilden Wölfe

Beschreibung

vor 2 Tagen
In dieser Folge trifft Sabine wieder auf eine, die weiß, wie es
läuft in Behörden und in der Politik: Regierungsoberamtsrätin,
Diplomverwaltungswirtin & Insiderin Ines. Sie kennt nicht nur
Paragrafen, sondern auch die politischen Mechanismen dahinter.
Gemeinsam nehmen die beiden eine Reihe aktueller Fälle auseinander,
die Fragen aufwerfen. Die Stationen: Hamburg, Olpe, Greifenstein in
Nordhessen, die Grafschaft Bentheim, Füssen und das Oberallgäu.
Außerdem im Fokus: das neue Bundesjagdgesetz. Was sich für
Jägerinnen und Jäger tatsächlich ändert – und wo die Grenzen
liegen. Und dann, kurz vor Veröffentlichung dieser Folge, eine
Nachricht aus Berlin, die alles verändert:
Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer stellt neue Empfehlungen
für wolfsabweisende Zäune vor – mit potenziell weitreichenden
Folgen für Weidetierhaltende und den Wolfsschutz insgesamt.
Bedeutet das das Ende der bisherigen Herdenschutzförderung? Sabine
und Ines gehen in die Verlängerung, schieben eine Spätschicht im
Studio ein und ordnen ein, was diese Entwicklung wirklich bedeutet.
Den Anfang macht Sachsen-Anhalt: Ein getöteter Wolf wird offenbar
zur Trophäe gemacht. Kopf, Beine und Schwanz abgetrennt, der Rumpf
erst auf Druck an das Wolfskompetenzzentrum Iden (WZI) übergeben.
Ein Einzelfall – oder ein beunruhigendes Signal für den Umgang mit
einer streng geschützten Art? Auch Bayern liefert Gesprächsstoff:
In Füssen taucht frühmorgens ein Wolf in der Fußgängerzone auf.
Behörden und Medien reagieren mit den üblichen warnenden Tönen.
Doch reicht eine solche Sichtung wirklich aus, um eine Entnahme zu
rechtfertigen? Im Oberallgäu ist man bereits weiter: Dort liegt
eine Abschussverfügung vor – beschlossen Ende April, veröffentlicht
erst Wochen später. Sie gilt für einen Wolf in einem großflächigen
Gebiet rund um den Kemptner Wald. Abschießen dürfen ihn alle
Jagdausübungsberechtigten, sogar mit Nachtsichttechnik.
Gleichzeitig wundern sich Anwohner: Offizielle Rissdaten fehlen,
und Schafe sind kaum vorhanden. Sind die Voraussetzungen für diesen
Eingriff überhaupt gegeben? In der Grafschaft Bentheim wurden
gleich zwei Wölfe zum Abschuss freigegeben – trotz offenbar
lückenhaften Herdenschutzes. Parallel mahnt die Landesjägerschaft
Niedersachsen plötzlich selbst zur Zurückhaltung und verweist auf
den Schutz von Elterntieren. Ein Umdenken oder strategische
Positionierung? Dazu kommen Rissserien in Hessen und NRW sowie neue
Details aus Hamburg: Die Umweltbehörde legt den tatsächlichen
Ablauf eines Vorfalls offen, bei dem eine Frau verletzt wurde –
allerdings erst Wochen später und erst nach externem Druck. Warum
diese Verzögerung? Und als ob das noch nicht reicht, hat Ines ganz
zum Schluss noch eine weitere besorgniserregende Nachricht: Mit
einer subtilen Umfrage unter Weidetierhaltenden soll die Integrität
der Dokumentations‑ und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf
in Frage gestellt werden. Der Abgesang auf die Wissenschaft hat
begonnen - wir setzen Fakten dagegen!

Abonnenten

MarcusFallen
Burgbernheim - Schwebheim
Annebbkrs
Schalksmühle
15
15
Close