101: Österreichs Feldzug gegen den Wolf

101: Österreichs Feldzug gegen den Wolf

vor 1 Tag
Wie der Wolf zum Feindbild erklärt wird. Mit Gerald Friedl vom Verein Wölfe in Österreich
46 Minuten
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Podcast
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Die Stimme unserer wilden Wölfe

Beschreibung

vor 1 Tag
In Folge 101 spricht Sabine erneut mit Gerald Friedl – zum vierten
Mal. Der Gründer des Vereins Wölfe in Österreich liefert aktuelle
Einblicke, doch die Lage bleibt düster: Österreichs Wolfs- und
Naturschutzpolitik steuert offenbar auf eine systematische
Ausrottung der Wölfe zu und verstößt dabei wiederholt gegen
EU-Recht. Ein halbes Jahr nach der Gründung ist der Verein
österreichweit vernetzt und wächst stetig. Doch mit der wachsenden
Unterstützung nehmen auch die Herausforderungen zu. Gerald Friedl
schildert eine Politik, die sowohl beim Schutz der Wölfe als auch
bei der Unterstützung der Weidetierhaltung erhebliche Defizite
aufweist. Gemeinsam beleuchten Sabine und Gerald die Stimmung in
der Bevölkerung, die Auswirkungen der Wolfsdebatte auf Tourismus
und Almwirtschaft sowie die Frage, wie sicher Urlauber in Regionen
sind, in denen intensiv Jagd auf Wölfe gemacht wird. Ein weiterer
Schwerpunkt ist die Rolle von Desinformation. Welche Narrative
bestimmen die öffentliche Debatte? Warum haben wissenschaftliche
Fakten oft einen schweren Stand? Und wird der Wolf zunehmend zum
Sündenbock für strukturelle Probleme in der Alm- und
Weidewirtschaft? Besonders im Fokus steht Kärnten: eine der
beliebtesten Urlaubsregionen Österreichs und zugleich ein Hotspot
für Wolfsabschüsse. Schlagzeilen über vergiftete Geier werfen eine
brisante Frage auf: Galt der Giftanschlag den Wölfen? Neue Hinweise
legen diesen Verdacht nahe. Auch auf wissenschaftlicher Ebene gibt
es Konflikte: Die Populationsgefährdungsanalyse (PVA), die derzeit
an der BOKU Wien unter Leitung von Prof. Hackländer entsteht, soll
klären, wie viele Wölfe nötig sind, um die Art zu erhalten. Doch
dieser Ansatz greift zu kurz: Er erfüllt nicht die Anforderungen
der FFH-Richtlinie an einen günstigen Erhaltungszustand. Gerald
Friedl warnt, dass die Analyse politisch missbraucht werden könnte
– ein weiterer möglicher Verstoß gegen EU-Recht. Im Gespräch wird
klar: Die Frage ist nicht mehr, ob Österreich für seine
Wolfs-Politik zur Rechenschaft gezogen wird, sondern wann. Bis
dahin drohen weitere Abschüsse, wachsender Druck auf die Population
und ein Verlust an Biodiversität. Gerald Friedl und seine
Mitstreiter nehmen die Herausforderung an. Mit Aufklärung,
Sachlichkeit und Ausdauer setzen sie sich weiterhin für den Schutz
des Wolfs und den Erhalt einer artenreichen Natur ein.

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