Beschreibung
vor 2 Wochen
Vor rund 150 Millionen Jahren schwamm in den tropischen Lagunen
des heutigen Bayerns ein Hai, der heute das Bild der frühen
Haievolution verändert. Bavariscyllium, nur etwa 25 Zentimeter
lang und gefunden im berühmten Solnhofener Plattenkalken, vereint
Merkmale verschiedener moderner Haigruppen – ohne sich eindeutig
einer heute lebenden Ordnung zuordnen zu lassen. Besonders
auffällig ist ein bartelartiges Sinnesorgan im Kehlenbereich, das
möglicherweise mechanische Reize wahrnehmen konnte. Vergleichbare
Strukturen finden sich heute nur bei wenigen Ammenhaiartigen.
Gleichzeitig besitzt Bavariscyllium anatomische Merkmale, die an
Katzenhaie erinnern. Die Zahnform deutet auf einen
unspezialisierten Generalisten hin, der vermutlich kleinen
Beutetieren nachstellte. Gerade diese Mischung verschiedener
Eigenschaften macht den Hai wissenschaftlich so spannend – und
zeigt, dass die frühen Vertreter moderner Haie deutlich
variantenreicher waren als bislang angenommen. Gemeinsam mit dem
Paläontologen Sebastian Stumpf vom Naturhistorisches Museum Wien
sprechen wir über diese neuen Untersuchungen und warum
Bavariscyllium die bisherige Vorstellung zur Evolution und
Datierung moderner Haigruppen ins Wanken gebracht hat.
Sebastians Studie zu Bavariscyllium findet ihr hier:
https://www.nature.com/articles/s42003-025-09272-5
Und noch mehr Paläotalk gibt es auf Instagram:
https://www.instagram.com/palaeotalk
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Bildcopyright: NHM Wien
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