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55 Minuten
Ein Großteil der heute bekannten Tierstämme taucht im Fossilbericht scheinbar innerhalb eines erstaunlich kurzen Zeitraums auf. Zu Beginn des Kambriums, vor etwa 541 Millionen Jahren, entstehen plötzlich ganz unterschiedliche Körperformen: Tiere mit Außenskeletten, Gliedmaßen, komplexen Sinnesorganen und völlig neuen Lebensweisen. Es ist die Zeit einer Radiation, einer quasi explosionsartigen Ausbreitung des Lebens im Kambrium.
Doch die Geschichte des tierischen Lebens beginnt nicht erst mit dem Kambrium. Schon Milliarden Jahre zuvor gab es Organismen, die möglicherweise wichtige Schritte auf dem Weg zu den ersten komplexen Tieren darstellen. Welche Entwicklungen führten also zur Vielfalt des Kambriums, warum erscheinen so viele unterschiedliche Baupläne scheinbar gleichzeitig, und was können uns die Fossilien über diese entscheidende Phase der Evolution erzählen? Gemeinsam mit Paläontologe Julien Kimmig reisen wir zurück in eine Zeit, in der Trilobiten am Meeresgrund huschten und die größten Räuber merkwürdige, rund einen Meter lange Arthropoden mit garnelenartigen Fortsätzen waren.
Mehr zur kambrischen Fäkalrevolution, dem Antrieb für diekambrische Radiation könnt ihr hier nachlesen: https://www.smnk.de/uploads/tx_psbpublication/KimmigBicknell2026TREE_Cambrian_fecal_revolution.pdf
Und noch mehr Paläotalk gibt es auf Instagram: https://www.instagram.com/palaeotalk
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Bildcopyright: John Sibbick
Doch die Geschichte des tierischen Lebens beginnt nicht erst mit dem Kambrium. Schon Milliarden Jahre zuvor gab es Organismen, die möglicherweise wichtige Schritte auf dem Weg zu den ersten komplexen Tieren darstellen. Welche Entwicklungen führten also zur Vielfalt des Kambriums, warum erscheinen so viele unterschiedliche Baupläne scheinbar gleichzeitig, und was können uns die Fossilien über diese entscheidende Phase der Evolution erzählen? Gemeinsam mit Paläontologe Julien Kimmig reisen wir zurück in eine Zeit, in der Trilobiten am Meeresgrund huschten und die größten Räuber merkwürdige, rund einen Meter lange Arthropoden mit garnelenartigen Fortsätzen waren.
Mehr zur kambrischen Fäkalrevolution, dem Antrieb für diekambrische Radiation könnt ihr hier nachlesen: https://www.smnk.de/uploads/tx_psbpublication/KimmigBicknell2026TREE_Cambrian_fecal_revolution.pdf
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Bildcopyright: John Sibbick
39 Minuten
Ein verletzter Ichthyosaurier, Magensteine im Bauchraum und ein Fossil, das eine bislang unbekannte Geschichte über eine der größten Gattungen innerhalb der Fischsaurier erzählt: Der Fund aus der Tongrube Mistelgau bei Bayreuth gibt einen ungewöhnlich detaillierten Einblick in das Leben eines Temnodontosaurus. Das etwa sieben Meter lange Tier hatte deutliche Verletzungen an Kiefer- und Schultergelenk, überlebte diese jedoch offenbar über längere Zeit. Seine stark abgenutzten Zähne und die selten nachgewiesenen Magensteine liefern dabei wichtige Hinweise darauf, wie es mit seinen Verletzungen zurechtkam. Gleichzeitig zeigt der Fund, dass Temnodontosaurus im südwestdeutschen Meeresbecken länger überlebte als bisher angenommen.
Wie lassen sich Verletzungen an einem 180 Millionen Jahre alten Skelett rekonstruieren? Was verraten Magensteine über die Ernährung eines verletzten Fischsauriers – und warum sind sie bei Ichthyosauriern eine solche Rarität? Gemeinsam mit der Paläontologin Ulrike Albert am Urwelt-Museum Oberfranken und Stefan Eggmaier, Präparator am Museum und Mitautor der Studie, tauchen wir tief in die außergewöhnliche Fossilgeschichte von Mistelgau ein – und in die Welt eines Fischsauriers, dessen Skelett weit mehr preisgibt, als man auf den ersten Blick vermuten würde.
Die Publikation zum verletzten Riesen aus der Tongrube Mistelgau findet ihr hier: https://zitteliana.pensoft.net/article/172724/
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Bildcopyright: Joschua Knüppe
Wie lassen sich Verletzungen an einem 180 Millionen Jahre alten Skelett rekonstruieren? Was verraten Magensteine über die Ernährung eines verletzten Fischsauriers – und warum sind sie bei Ichthyosauriern eine solche Rarität? Gemeinsam mit der Paläontologin Ulrike Albert am Urwelt-Museum Oberfranken und Stefan Eggmaier, Präparator am Museum und Mitautor der Studie, tauchen wir tief in die außergewöhnliche Fossilgeschichte von Mistelgau ein – und in die Welt eines Fischsauriers, dessen Skelett weit mehr preisgibt, als man auf den ersten Blick vermuten würde.
Die Publikation zum verletzten Riesen aus der Tongrube Mistelgau findet ihr hier: https://zitteliana.pensoft.net/article/172724/
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Bildcopyright: Joschua Knüppe
1 Stunde
Mit dem Ende der Dinosaurier begann ein neues Kapitel der Erdgeschichte. Neue Lebensräume entstanden, Säugetiere breiteten sich immer weiter aus – und einige ihrer Nachfahren wagten im Laufe der Evolution sogar den Schritt zurück ins Wasser. Genau hier setzt das letzte Kapitel unserer Reise durch die Erdgeschichte Nordrhein-Westfalens an: Die Paläontologische Landesausstellung „überLeben – Walheimat Urmeer“ im Lippischen Landesmuseum Detmold führt uns in eine Zeit, in der dort, wo heute Städte, Wälder und Felder liegen, ein warmes Flachmeer lag. Vom 26. September 2026 bis zum 4. April 2027 können Besucherinnen und Besucher in diese längst vergangene Meereswelt eintauchen.
Damals eroberten die ersten Seekühe, Wale und Robben das Wasser. Ihre Vorfahren lebten noch an Land, doch im Laufe der Evolution passten sie sich immer stärker an das Leben im Meer an. Ein besonderes Highlight der Ausstellung ist der Kervenheimer Wal. Das rund 6,5 Meter lange Fossil wurde bei Kevelaer-Kervenheim am Niederrhein entdeckt und zeugt davon, dass einst auch Wale durch die Gewässer des heutigen Nordrhein-Westfalens schwammen. Doch sie waren längst nicht die einzigen Tiere: Fossile Haizähne belegen die Anwesenheit beeindruckender Räuber, darunter auch Carcharodon hastalis, ein ausgestorbener Großhai.
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Bildcopyright: Lippisches Landesmusem Detmold
Damals eroberten die ersten Seekühe, Wale und Robben das Wasser. Ihre Vorfahren lebten noch an Land, doch im Laufe der Evolution passten sie sich immer stärker an das Leben im Meer an. Ein besonderes Highlight der Ausstellung ist der Kervenheimer Wal. Das rund 6,5 Meter lange Fossil wurde bei Kevelaer-Kervenheim am Niederrhein entdeckt und zeugt davon, dass einst auch Wale durch die Gewässer des heutigen Nordrhein-Westfalens schwammen. Doch sie waren längst nicht die einzigen Tiere: Fossile Haizähne belegen die Anwesenheit beeindruckender Räuber, darunter auch Carcharodon hastalis, ein ausgestorbener Großhai.
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Bildcopyright: Lippisches Landesmusem Detmold
51 Minuten
Riesige Elefanten, die durch die Landschaften des Eiszeitalters Eurasiens streiften, und winzige Zwergelefanten, die auf Mittelmeerinseln ein verborgenes Dasein führten – die ausgestorbene Gattung Palaeoloxodon vereint einige der erstaunlichsten Formen innerhalb der Evolution der Rüsseltiere. Ihr bekanntester Vertreter, der Europäische Waldelefant, lebte während der Warmzeiten in weiten Teilen Eurasiens und wurde während der Kaltzeiten vielerorts von Mammuten abgelöst. Andere Arten entwickelten sich zu wahren Giganten, während ihre Verwandten auf Inseln immer kleiner wurden – bis hin zu den kleinsten bekannten Elefanten überhaupt.
Doch warum erreichten einige dieser Rüsseltiere eine Schulterhöhe von über 4 Metern, während andere wiederum nur so groß wie ein herkömmliches Schaf wurden? Und wie kam es überhaupt zu dieser erstaunlichen Vielfalt innerhalb der Gattung Palaeoloxodon? Genau diesen Fragen und den Ursprüngen dieser vielseitigen Elefantengattung widmen wir uns diese Woche bei Paläotalk, zusammen mit Paläontologin Ursula B. Göhlich vom Naturhistorischen Museum in Wien.
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Bildcopyright: Joschua Knüppe
Doch warum erreichten einige dieser Rüsseltiere eine Schulterhöhe von über 4 Metern, während andere wiederum nur so groß wie ein herkömmliches Schaf wurden? Und wie kam es überhaupt zu dieser erstaunlichen Vielfalt innerhalb der Gattung Palaeoloxodon? Genau diesen Fragen und den Ursprüngen dieser vielseitigen Elefantengattung widmen wir uns diese Woche bei Paläotalk, zusammen mit Paläontologin Ursula B. Göhlich vom Naturhistorischen Museum in Wien.
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47 Minuten
Wie klang Asien vor rund 165 Millionen Jahren? Zwischen den Bäumen des Mittleren Jura könnten sich zirpende und trillernde Insekten gegenseitig überboten haben – und manche von ihnen erzeugten möglicherweise sogar Töne im Ultraschallbereich. Fossile Flügel außergewöhnlich gut erhaltener Langfühlerschrecken erlauben heute einen faszinierenden Einblick in diese längst vergangene Klanglandschaft. Mithilfe moderner Vergleichsuntersuchungen, Computersimulationen und maschinellen Lernens konnten Forschende rekonstruieren, welche Geräusche ausgestorbene Insekten einst erzeugten.
Doch wie entstehen solche akustischen Signale überhaupt, und wie nehmen Insekten die Geräusche ihrer Artgenossen wahr? Welche erstaunlichen Strukturen haben sich im Laufe der Evolution entwickelt, um Schall zu erzeugen oder zu hören – von vibrierenden Membranen bei Zikaden bis hin zu den ungewöhnlichen Hörorganen verschiedener Insekten? Mit dem Biologen Björn Thorin Jonsson von der Universität Graz schauen wir uns tierische Kommunikationssysteme an, aka Bioakustik.
Das Paper zu den außergewöhnlichen Insekten-Klängen aus der Jurazeit Asiens findet ihr hier: https://www.pnas.org/doi/10.1073/pnas.2615107123
Repertoire das Leierschwanz, nur für euch: https://youtu.be/mSB71jNq-yQ?si=FEMSVDEneimgyA90
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Bildcopyright: Hartono subagio von Pexels
Doch wie entstehen solche akustischen Signale überhaupt, und wie nehmen Insekten die Geräusche ihrer Artgenossen wahr? Welche erstaunlichen Strukturen haben sich im Laufe der Evolution entwickelt, um Schall zu erzeugen oder zu hören – von vibrierenden Membranen bei Zikaden bis hin zu den ungewöhnlichen Hörorganen verschiedener Insekten? Mit dem Biologen Björn Thorin Jonsson von der Universität Graz schauen wir uns tierische Kommunikationssysteme an, aka Bioakustik.
Das Paper zu den außergewöhnlichen Insekten-Klängen aus der Jurazeit Asiens findet ihr hier: https://www.pnas.org/doi/10.1073/pnas.2615107123
Repertoire das Leierschwanz, nur für euch: https://youtu.be/mSB71jNq-yQ?si=FEMSVDEneimgyA90
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Bildcopyright: Hartono subagio von Pexels
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Über diesen Podcast
Paläontologie ist mehr als Dinosaurierknochen ausbuddeln in der
Wüste – es ist eine faszinierende Reise in die Vergangenheit zu
uralten Ökosystemen oder gigantischen und seltsamen Kreaturen, die
heute ausgestorben sind. „Paläotalk“ will diesen Wundern der Urzeit
auf die Schliche kommen - und das mit zahlreichen Forscher:innen
aus allen erdenklichen Bereichen. Moderiert vom Journalisten Luan
Thomas ist jede Folge eine Zeitreise zurück in die Vergangenheit.
Fachlich fundiert, unterhaltsam erzählt und voller Aha-Momente. . .
. . ©Bildcopyright: Joschua Knüppe ©Musikcopyright: Oskar
Schillings
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