#4 Flashbacks
vor 6 Tagen
In „Freiwärts – Aus dem Trauma in die Kraft“ begleitet die
klinische Psychologin, Psychotherapeutin und Traumatherapeutin
Regina Lackner Menschen, die traumatische Erfahrungen gemacht
haben, auf ihrem Weg zurück in ihre innere Stärke. In dieser Folge
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Beschreibung
vor 6 Tagen
In „Freiwärts – Aus dem Trauma in die Kraft“ begleitet die
klinische Psychologin, Psychotherapeutin und Traumatherapeutin
Regina Lackner Menschen, die traumatische Erfahrungen gemacht
haben, auf ihrem Weg zurück in ihre innere Stärke. In dieser
Folge definiert Regina Flashbacks als plötzlich auftretende
Erinnerungen - auch rein körperliche oder emotionale Erinnerungen
- an traumatische Erfahrungen, die so intensiv sind, dass
Betroffene meinen, das Geschehene spiele sich im Moment erneut ab
– inklusive starker emotionaler und körperlicher Reaktionen wie
Angst, Panik und hoher Erregung. Am Beispiel von Livia, die in
einer drei Jahre dauernden Beziehung psychische, körperliche und
sexuelle Gewalt erlebte und sich unter großer Gefahr von ihrem
Partner trennte, zeigt sie, wie Flashbacks auftreten und den
Alltag massiv einschränken können. Flashbacks entstehen meist in
Verbindung mit Triggern - häufig äußeren Reizen oder Situationen
-, die unbewusst an das ursprüngliche Geschehen erinnern. Das
Erkunden und Erkennen dieser Auslöser macht sie etwas
kontrollierbarer. Regina beschreibt, dass Flashbacks zwei
Funktionen haben: Sie warnen vor ähnlichen Gefahren und „drängen“
zugleich darauf, das Trauma zu bearbeiten, damit es integriert
und hinter sich gelassen werden kann. Zugleich betont sie, wie
belastend diese Symptome sind, Menschen häufig in
Alarmbereitschaft halten, enorm viel Kraft kosten und zu Rückzug
und Vermeidung führen können. Als Tools empfiehlt sie u.a.
Orientierung im Außen, etwa über die Sinne (sehen, hören, fühlen,
riechen, schmecken) und Bewegung - zum Beispiel Schütteln, Hüpfen
und Abklopfen des Körpers - oder einen Ortswechsel, um wieder in
die Gegenwart und in den Körper zu gelangen. Weitere
Möglichkeiten sind Atemübungen mit längerem Ausatmen, Zählen zur
kognitiven Ablenkung sowie innere Bilder - etwa gedanklich eine
symbolische Wand oder ein „Farbwasserfall“ zwischen sich und das
Flashback-Bild zu "schieben" - oder das innere Umschreiben des
Verlaufs des Flashbacks mit einem anderen, guten Ausgang. Kleine
Notfallkits, die eine kleine Liste mit solchen Tools sowie
Reiz-Objekten beinhalten, wie einem Noppenball, kantigem Stein,
Schlüsselbund oder einem starkem Duftöl, sind oft sehr hilfreich.
Regina macht deutlich, dass es kein Tool gibt, dass für alle
gleichermaßen passt, und es sinnvoll ist, wenn Betroffene durch
Ausprobieren ihre ganz eigene „Toolbox“ zusammenstellen, die es
ihnen ermöglicht, sich den Flashbacks nicht mehr so stark
ausgeliefert zu fühlen – auch wenn die tiefergehende
Traumabearbeitung in einer Therapie stattfindet.
Regina Lackner ist Psychologin, Psychotherapeutin und
Traumatherapeutin und begleitet seit über 20 Jahren Menschen mit
traumatischen Erfahrungen und Belastungen auf ihrem Weg zurück zu
einem selbstbestimmten Leben.
Komposition und Klavier: Jakob Stain
Website Regina Lackner
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