#2 Unruhe
vor 1 Woche
In „Freiwärts – Aus dem Trauma in die Kraft“ begleitet die
klinische Psychologin, Psychotherapeutin und Traumatherapeutin
Regina Lackner Menschen, die traumatische Erfahrungen gemacht
haben, auf ihrem Weg zurück zu ihrer inneren Stärke. In dieser
Folge sp
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Beschreibung
vor 1 Woche
In „Freiwärts – Aus dem Trauma in die Kraft“ begleitet die
klinische Psychologin, Psychotherapeutin und Traumatherapeutin
Regina Lackner Menschen, die traumatische Erfahrungen gemacht
haben, auf ihrem Weg zurück in ihre innere Stärke. In dieser
Episode erklärt Regina, dass innere Unruhe und Rastlosigkeit
Ausdruck eines erhöhten Aktivierungsniveaus unseres Nervensystems
sind. Am Beispiel von Max, der sich nach wiederholten Unfällen
und Krankenhausaufenthalten in seiner Kindheit und Jugend
innerlich unruhig, rastlos und hochtourig fühlt und kaum zur Ruhe
finden kann, wird sichtbar, wie wiederholte Bedrohungserfahrungen
unser System „auf Hochtouren“ bringen und auch halten kann. Auch
subtilere Formen von Traumatisierungen wie etwa ein forderndes
familiäres Umfeld mit wenig Verständnis, das die Bedürfnisse und
Fähigkeiten eines Kindes missachtet, können zu einer chronischen
Aktivierung führen. Regina beschreibt, wie frühere
Überlebensreaktionen (Flucht oder Kampf) in aktuellen, an und für
sich sicheren Situationen durch scheinbar unbedeutende Reize bzw.
Trigger aktiviert werden können. Wenn wir beispielsweise von
einem Auto angefahren und schwer verletzt wurden, kann uns auch
Jahre später noch ein ähnliches Auto in eine hohe Erregung
versetzten. Oft kommt es vor, dass uns die Trigger gar
nicht bewusst sind, etwa wenn ein traumatisches Erleben weit
zurückliegt und wir die aktuelle Situation mit der damaligen
nicht in Verbindung bringen. Aus therapeutischer Sicht sind zwei
Ebenen wichtig: zum einen das Ergründen der Zusammenhänge
zwischen aktuellen Symptomen und früheren traumatischen
Erfahrungen. Dadurch werden die bestehenden Beschwerden
nachvollziehbarer und wir können uns selbst besser verstehen. Die
traumatischen Erfahrungen lassen sich dann gezielt
traumatherapeutisch bearbeiten. Zum anderen sind verschiedene
Tools wichtig, mit deren Hilfe wir uns im Alltag selbst
regulieren und stabilisieren können. So ist es besonders
hilfreich, über kleine Werkzeuge zu verfügen, die uns kurzfristig
helfen, unsere Unruhe, Rastlosigkeit oder Nervosität abzubauen.
Oft sind dies körperliche Aktivitäten - etwa Ausschütteln der
Beine und Arme, Luftboxen, Kniebeugen oder Springschnurspringen.
Zudem kann regelmäßige Bewegung nachweislich das erhöhte
Aktivierungsniveau verringern. Dabei kann jede Form der Bewegung
hilfreich sein: Tanzen, Hüpfen oder Trommeln ebenso wie etwa
Laufen, Schwimmen oder Radfahren. Entscheidend ist, dass wir eine
Bewegungsform finden, die uns liegt, gefällt, zusagt und
idealerweise auch Freude macht. Für manche Menschen reicht es,
mithilfe von Bewegung die Aktivierung abzubauen und wieder etwas
zur Ruhe zu kommen. Für andere ist es hilfreich, zusätzlich
beruhigende Techniken heranzuziehen. So können etwa doppelt so
langes Aus- wie Einatmen oder Singen auf uns beruhigend wirken.
Beides wirkt direkt auf den Parasympathischen Zweig unseres
Nervensystems, der für Erholung und Entspannung zuständig ist.
Regina betont, dass es kein allgemeingültiges Rezept gibt: Jeder
und jede von uns benötigt etwas ganz eigenes. Der eine mehr
Bewegung, die andere mehr Entspannung. Wichtig ist, die Tools zu
entdecken und auszuwählen, die uns gut tun und uns helfen, die
Unruhe abzubauen und innerlich ruhiger zu werden. Dadurch können
wir die wichtige Erfahrung machen, dass wir auf unser
Befinden einwirken können und unseren Gefühlen oder körperlichen
Zuständen nicht mehr so ausgeliefert sind - und das stärkt uns
auf vielfältige Weise: unter anderem in unserem Gefühl der
Selbstwirksamkeit, der Autonomie und der Selbstbestimmung.
Regina Lackner ist Psychologin, Psychotherapeutin und
Traumatherapeutin und begleitet seit über 20 Jahren Menschen mit
traumatischen Erfahrungen und Belastungen auf ihrem Weg zurück zu
einem selbstbestimmteren Leben.
Komposition und Klavier: Jakob Stain
Regina Lackner ist Psychologin, Psychotherapeutin und
Traumatherapeutin und begleitet seit über 20 Jahren Menschen mit
traumatischen Erfahrungen und Belastungen auf ihrem Weg zurück zu
einem selbstbestimmten Leben.
Komposition und Klavier: Jakob Stain
Website Regina Lackner
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